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09.11.2019

Spurenelemente zur Verbesserung der Winterfestigkeit

Spurenelemente zur Verbesserung der Winterfestigkeit

Ferenc Kornis

N.U. Agrar GmbH - Allgemein

Themen

Düngung

Die Wasserversorgung hat sich auf den meisten Standorten im Oberboden so weit verbessert, dass mit einem hohen N-Angebot im Herbst zu rechnen ist. Auch die Verfügbarkeit an Spurenelementen dürfte sich verbessert haben. Trotzdem ist bei knapper Versorgung eine Blattdüngung mit Spurenelementen sinnvoll, um die Winterfestigkeit abzusichern.

Bor und Kupfer beeinflussen positiv die Gewebefestigkeit und sind notwendig für die Einlagerung von Zucker und Proteinen in die Zellen. Dadurch wird die Frosttoleranz der Winterkulturen erhöht. Die Blattdüngung mit Spurenelementen kann sich aber nur dann positiv auf die Frosttoleranz auswirken, wenn die Pflanzen danach noch Zeit haben, Zucker zu bilden und freie N-Verbindungen in Aminosäuren und Proteine einzubauen. Dazu sind wenigstens 10 bis 14 Vegetationstage notwendig. Das bedeutet, die Blattdüngung muss bis Anfang November abgeschlossen sein.

Mangan muss im Boden erst reduziert werden

Das gilt auch für die Blattdüngung mit Mangan: Mangan wurde im trockenen Boden oxidiert und konnte somit nicht aufgenommen werden. Das ist vor allem im lockeren Boden und bei höheren

pH-Werten der Fall. Für die Reduktion des oxidierten Mangans sind Manganbakterien nötig, die erst aktiv werden müssen. Aus diesem Grund ist eine Mangan-Blattdüngung vor allem auf nicht genügend rückverfestigten Böden mit höheren pH-Werten angebracht, wenn das Getreide beginnt zu bestocken, weil dann die Reserven aus dem Samenkorn erschöpft sind. Manganmangel ist vor allem in und nach einem trocken-kalten Herbst zu erwarten.

Manganmangel zeichnet sich ab, wenn die Pflanzen in Verdichtungsspuren grüner sind als im lockeren Boden. Wir sollten aber unterscheiden zwischen grüner und dichter. Im verfestigten Boden sind in der Regel auch mehr Pflanzen aufgelaufen, die zudem schon bestocken. Deshalb erscheint die verdichtete Spur dunkler.

Sie müssen die Pflanzen schon nebeneinanderhalten, um den Farbunterschied zu erkennen.

Die Pflanzen aus dem lockeren Boden mit Manganmangel wirken graugrün und haben oft schon hellgraue Nekrosen am Blattrand.

Mangan benötigt die Pflanze u.a. dazu, überschüssige Auxine abzubauen, die zum Vergeilen der Pflanzen führen. Durch den (zu) hohen Auxinpool bestockt die Pflanze schlechter. Zum anderen wirkt sich die Manganversorgung auch auf das Wurzelwachstum aus. Deshalb ist eine ausreichende Manganversorgung notwendig, um auch das Risiko von Wurzelkrankheiten (z.B. Schwarzbeinig-keit im Getreide, Verticillium im Raps) oder Schäden durch Nematoden zu mindern.

Bei absolutem Mangel allerdings, z.B. auf früher sauren, heute aufgekalkten sandigen Diluvial-böden, kann die Spurenelementversorgung durch die Versauerung nicht verbessert werden. Dort ist eine Mangan-Düngung über den Boden (Excello) angebracht.

Mangan-Blattdünger

Mangansulfat Pulver

(280 g/kg Mn)

im Herbst am wirksamsten, nicht mit SHS kombinieren

Mangansulfat flüssig

(150 g/l Mn)

wirkt durch Formulierung besser als Sulfat

Mangannitrat

(235 g/l Mn)

flüssig, wenig Mischungsprobleme

Mangancarbonat

(488 g/l Mn)

flüssig, lange Wirkung durch Abfluss auf den Boden

Manganchelat

(130 g/kg Mn)

fest, lässt sich problemlos lösen und mischen

Manganchelat

( 80 g/l Mn)

flüssig, lässt sich problemlos mischen

Amix-Mangan

(130 g/l Mn)

flüssig, Humate, vorbeugende Spritzung

Wirkungsäquivalente der Mn-Blattdünger können schwanken in Abhängigkeit von der Blattoberfläche, dem Mischpartner und der Wasserhärte. Zur Orientierung:

  • 4 kg Mangansulfat

  • 2,5 l Mangansulfat flüssig

  • 2 l Mangannitrat

  • 1,0 l Mn-Chelat.