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07.02.2020

Startgabe mit Stickstoff zu Getreide im Frühjahr 2020

Startgabe mit Stickstoff zu Getreide im Frühjahr 2020

Team N.U. Agrar

N.U. Agrar GmbH - Allgemein

Themen

Düngung

Winterweizen

Der N-Bedarf des Weizens hängt davon ab, wie viele Ähren je m² angepeilt werden, wie viel Stickstoff der Bestand aufgenommen hat und wie viel Stickstoff der Boden zurückhält (Rest-N):

  • Ein Weizenbestand soll bis EC 31 etwa 50 kg/ha N für 450 Ähren/m², fast 70 kg/ha N für 600 Ähren/m² aufnehmen können.

  • Nimmt der Bestand weniger Stickstoff auf, werden die zuletzt gebildeten Triebe wieder reduziert.

  • Nimmt der Bestand mehr Stickstoff auf, geht er zu fett in die Schoßphase.

  • In zu schwach entwickelten Beständen ist es sicherer, die N-Aufnahme bis EC 32 durch die Startgabe abzudecken, um den N-Bedarf auch dann sicher zu stellen, wenn die Anschlussdüngung nicht rechtzeitig wirkt bzw. die N-Freisetzung aus dem Boden zu spät einsetzt. Bis EC 32 (Beginn der Großen Periode) muss der Weizen 70 kg N für 450 bzw. 90 kg/ha N für 600 Ähren/m² aufnehmen.

Die Mehrzahl der Winterweizenbestände hat im Herbst je Pflanze 3 bis 4 kräftige Triebe mit wenigstens 3 Blättern gebildet. Bei meist 200 bis 300 Keimpflanzen/m² sind das gut 1.000 Triebe/m², also doppelt so viele, wie später an Ähren notwendig ist. Damit ist eine Förderung der Bestockung bzw. eine Absicherung der Bestandesdichte in diesen Beständen nicht notwendig. Die N-Düngung dient in erster Linie zur Förderung der Ausbildung der Ährenanlagen in den Nebentrieben.

Auf die Andüngung des voll bestockten Weizens kann verzichtet werden, wenn in der Krume (0 – 30 cm) wenigstens 40 kg/ha Nmin gemessen werden. Allerdings ist es vor allem auf Standorten mit Frühjahrstrockenheit sinnvoll, trotzdem mit 20 bis 30 kg/ha N (als SSA bzw. stabilisierter Harnstoff) anzudüngen, um die Nachlieferung im Boden frühzeitig in Gang zu bringen („Priming-Effekt“).

Wenn Getreide- und Maisstroh noch kaum abgebaut wurde, muss der N-Bedarf für den Strohabbau mit einsetzender Vegetation berücksichtigt werden. Zwischen 30 und 50 kg/ha N werden im Stroh noch festgelegt.

Die Kontrolle mit dem Spaten ist deshalb dringend angebracht. Ist das Stroh nahezu unverrottet, sollten Sie frühzeitig wenigstens 40 kg/ha N (als NH4-N = SSA) düngen, selbst wenn die Nmin-Werte im Krumenbereich über 30 (sandige) bis 60 kg/ha N (lehmig, tonige Böden) liegen.

Lässt es der Zustand der Böden zu, kann noch nicht bestockter Weizen auf 100 bis 120 kg/ha N incl. Nmin im Krumenbereich aufgedüngt werden.

Die frühzeitige Andüngung mit einer Teilmenge von 40 kg/ha N SSA oder stabilisiertem Harnstoff ist bis Ende Februar sinnvoll, vor allem wenn mit Frühjahrstrockenheit zu rechnen ist. Die restliche Startgabe (als KAS, AHL oder ASS) sollte fallen, sobald die Vegetation in Gang kommt. 

Von einer frühen Andüngung mit KAS vor Vegetationsbeginn ist aufgrund noch möglicher Fröste und auf sandigen Böden wegen des Auswaschungsrisiko abzuraten.

Die Startgabe mit SSA oder anderen versauernd wirkenden Schwefeldüngern ist bei pH-Werten unter 6 nicht zu empfehlen, weil dadurch verstärkt Aluminium freigesetzt wird, das die Wurzel schädigt. Zum anderen wird auch die Molybdänverfügbarkeit und -aufnahme herabgesetzt. In diesem Fall sollte die frühe N-Düngung bis Vegetationsbeginn mit stabilisiertem Harnstoff, die Schwefelzufuhr am besten über Kieserit oder ab Vegetationsbeginn mit KAS + Schwefel erfolgen.