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25.03.2020

Liquiditätshilfen des Bundes nutzen

Liquiditätshilfen des Bundes nutzen

Emilio Matthaei

Corona: COVID - 19

Themen

Allgemein

(c) CENTUROS / Sven Peters / März 2020

Zur kurzfristigen und zielgerichteten Unterstützung von Unternehmen stehen aktuell vier Programme der KfW zur Verfügung.

Gern unterstützen wir von Centuros bei der praktischen Umsetzung der Maßnahme „Liquiditätshilfen des Bundes nutzen“ etwa mit analytischer Arbeit, Aufbereitung von Daten und unserem Zugang zu Entscheidungsträgern.

KfW Kreditprogramme

Die Bundesregierung hat ein Maßnahmenpaket beschlossen, mit dem Unternehmen bei der Bewältigung der Corona-Krise unterstützt werden. Hierbei kommt der KfW die Aufgabe zu, die kurzfristige Versorgung der Unternehmen mit Liquidität zu erleichtern.

Die KfW wird dazu die bestehenden Kredite für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler nutzen und dort die Zugangsbedingungen und Konditionen verbessern. Im Rahmen der von der EU-Kommission genehmigten Sonderprogramme gleichen sich der KfW Gründerkredit in Ihren Merkmalen an.

Die Antragsstellung geschieht weiterhin über und mit der Hausbank bzw. dem jeweiligen Finanzierungspartner.

KfW-Gründerkredit

Das Ziel des KfW-Gründerkredits ist die Finanzierung von Neugründungen und Festigung bis zu 5 Jahre nach Gründung im In- und Ausland.

Dieser richtet sich an Existenzgründer und Unternehmensnachfolger, Freiberufler, junge mittelständische Unternehmen, die noch keine 5 Jahre am Markt tätig sind.

Die Mittel stehen u.a. für Investitionen, Betriebsmittel und Material- u. Warenlager zur Verfügung.

Aufgrund der aktuellen Corona-Krise haben umfangreiche Anpassungen stattgefunden und das Instrument wurde ausgeweitet (Sonderprogramm):

  • Risikoübernahmen (Haftungsfreistellungen) für Betriebsmittelkredite wurden erhöht und die Instrumente stehen nun auch Unternehmen jeder Größenordnung zur Verfügung (bisher: 500 M EUR). Bedingung ist, dass die Antragssteller bereits 3 Jahre am Markt aktiv sind.

    • Für große Unternehmen bis zu 80 % Risikoübernahme

    • Für kleine und mittlere Unternehmen bis zu 90 % Risikoübernahme

Hinweis: Ergänzende Maßnahmen der Bundesregierung sind derzeit in Arbeit. Wir informieren Sie schnellstmöglich.

Je Unternehmensgruppe können bis zu 1 Mrd. € beantragt werden. Der Kredithöchstbetrag ist begrenzt auf:

  • 25 % des Jahresumsatzes 2019 oder

  • das doppelte der Lohnkosten von 2019 oder

  • den aktuellen Finanzierungsbedarf für die nächsten 18 Monate bei kleinen und mittleren Unternehmen bzw. 12 Monate bei großen Unternehmen oder

  • 50% der Gesamtverschuldung des Unternehmens bei Krediten über 25 Mio. €.

KfW-Unternehmerkredit

Das Ziel des KfW-Unternehmerkredits ist die Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln mittelständischer Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Einzelunternehmer und Freiberufler.

Dieser richtet sich an KMUs nach Maßgabe der EU.

Voraussetzungen sind, dass das Unternehmen, der Einzelunternehmer oder Freiberufler seit mindestens 5 Jahren (erstmaliger Umsatz als Stichtag) besteht oder es handelt sich um kleine und mittlere Unternehmen im Sinne der Definition der Europäischen Union mit weniger als 250 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder einer Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro.

Mittel können für Investitionsfinanzierungen, sofern die zu finanzierenden Gegenstände im Anlagevermögen aktivierungsfähig sind und entsprechend ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzung, Betriebsmittelfinanzierung, Warenlager und Unternehmensübernahmen und tätige Beteiligungen genutzt werden.

Aufgrund der aktuellen Corona-Krise haben folgende Anpassungen stattgefunden (Sonderprogramm):

  • Es werden ohne Umsatzbeschränkung alle Unternehmen gefördert, die im Rahmen der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten sind und länger als 5 Jahre am Markt tätig sind.

    • Für große Unternehmen bis zu 80 % Risikoübernahme

    • Für kleine und mittlere Unternehmen bis zu 90 % Risikoübernahme

Je Unternehmensgruppe können bis zu 1 Mrd. € beantragt werden. Der Kredithöchstbetrag ist begrenzt auf:

  • 25 % des Jahresumsatzes 2019 oder

  • das doppelte der Lohnkosten von 2019 oder

  • den aktuellen Finanzierungsbedarf für die nächsten 18 Monate bei kleinen und mittleren Unternehmen bzw. 12 Monate bei großen Unternehmen oder

  • 50% der Gesamtverschuldung des Unternehmens bei Krediten über 25 Mio. €.

Voraussetzung:

  • Zum Zeitpunkt der Antragstellung ist gemäß der aktuellen Planung (Annahme: auf Basis einer sich wieder normalisierenden wirtschaftlichen Gesamtsituation („wie vor der Krise“) die Durchfinanzierung KfW-Unternehmerkredit des Unternehmens bis zum 31.12.2020 voraussichtlich gegeben.

  • Es besteht für das Unternehmen unter der Annahme einer sich wieder normalisierenden wirtschaftlichen Gesamtsituation („wie vor der Krise“) eine positive Fortführungsprognose.

Ausgeschlossen sind Baumaßnahmen für Betreutes Wohnen, Treuhandkonstruktionen, Sogenannte In-Sich-Geschäfte, wie zum Beispiel der Erwerb eigener Unternehmensanteile, Umschuldungen, Nachfinanzierungen, Anschlussfinanzierungen und Prolongationen.

KfW-Kredit für Wachstum

Das Ziel des KfW-Gründerkredits ist die Förderung von Investitionen und Betriebsmittel für größere Vorhaben in den Bereichen Innovation und Digitalisierung gewerblicher Unternehmen.

Das Programm wendet sich an in- und ausländische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, (die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden und) deren Gruppenumsatz bis in der Regel 2 Mrd. Euro beträgt und an Unternehmen, die im Rahmen einer Contracting-Vereinbarung (Energie-) Dienstleistungen für einen Dritten erbringen.

Voraussetzung ist, dass das Unternehmen einen Gruppenumsatz von bis in der Regel 2 Mrd. Euro hat.

Die Mittel stehen u.a. für Produkt- und Prozessinnovationen und Digitalisierungsvorhaben zur Verfügung.

Aufgrund der aktuellen Corona-Krise haben folgende Anpassungen stattgefunden:

  • Temporäre Erweiterung auf allgemeine Unternehmensfinanzierung inkl. Betriebsmittel im Wege der Konsortialfinanzierung

  • Erhöhung der Umsatzgrenze für antragsberechtigte Unternehmen von 2 Mrd. Euro auf 5 Mrd. Euro

  • Erhöhung der anteiligen Risikoübernahme auf bis zu 70%

KfW-Sonderprogramm - Konsortialfinanzierungen ab 25 Mio. Euro

Im Rahmen des KfW-Sonderprogramms bietet die KfW Direktbeteiligungen bei Konsortialfinanzierungen an. Das Programm ist für Investitionen und Betriebsmittel von mittelständischen und großen Unternehmen vorgesehen. Die KfW übernimmt bis zu 80 % des Risikos, jedoch maximal 50 % der Risiken der Gesamtverschuldung.

Dabei beträgt der KfW-Risikoanteil mindestens 25 Mio. Euro und ist begrenzt auf:

  • 25 % des Jahresumsatzes 2019 oder

  • das doppelte der Lohnkosten von 2019 oder

  • den aktuellen Finanzierungsbedarf für die nächsten 12 Monate.

Bürgschaftsbanken

Am Freitag (13.03.2020) wurden vom Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzministerium mit den Bundesländern abgestimmte Maßnahmen zur wirtschaftlichen Bewältigung der Corona-Krise vorgestellt. Für die Bürgschaftsbanken sind Erweiterungen der Rahmenbedingungen für Ausfallbürgschaften vorgesehen. Diese umfassen u.a.:

  • Anhebung der Bürgschaftsobergrenze auf 2,5 Mio. Euro (bisher 1,25 Mio. Euro)

  • höhere Risikoübernahme des Bundes durch Erhöhung der Rückbürgschaft

  • sowie verschiedene Maßnahmen zur Beschleunigung der Entscheidungen

Sofern zur Überbrückung der „Corona-Krise“ Liquiditätshilfen, z.B. von KfW oder den Landesförderinstituten notwendig werden, können die Bürgschaftsbanken diese in Verbindung mit einer Hausbankfinanzierung ermöglichen. Die Unternehmen und ihre Geschäftsmodelle sollen vor Ausbruch der Krise wirtschaftlich tragfähig gewesen sein.

Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Solo-Selbständige

Zur Überwindung von Liquiditätsengpässen unterstützt der Bund auch Kleinstunternehmer und Solo-Selbständige aktiv:

“Wir lassen niemanden allein”, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Es dürfe und es werde “keine Solidaritäts-Lücke” geben.

Um Kleinstunternehmer und Solo-Selbständige, die von der Corona-Pandemie wirtschaftlich betroffen sind, zu unterstützen, hat die Bundesregierung ein Soforthilfeprogramm in Höhe von 50 Milliarden Euro beschlossen. Diese beinhaltet folgende Maßnahmen:

  • Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) erhalten einen einmaligen Zuschuss bis zu 9.000 Euro für 3 Monate.

  • Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern (Vollzeitäquivalente) erhalten einen einmaligen Zuschuss bis zu 15.000 Euro für 3 Monate.

  • Sofern der Vermieter die Miete um mindestens 20 Prozent reduziert, kann der gegebenenfalls nicht ausgeschöpfte Zuschuss auch für zwei weitere Monate eingesetzt werden.

Die Hilfe betrifft vor allem laufende Betriebskosten, wie zum Beispiel Mieten, Kredite für Betriebsräume und Leasingraten. Die Bewilligung der Anträge erfolgt durch die jeweiligen Länder beziehungsweise Kommunen.

(c) CENTUROS / Sven Peters / März 2020