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26.03.2020

Bodenherbizide im Vorauflauf der Zuckerrüben

Bodenherbizide im Vorauflauf der Zuckerrüben

Team N.U. Agrar

N.U. Agrar GmbH - Grünes Info

Themen

Herbizid

Unkräuter wie Hundspetersilie, Windenknöterich oder Dreigeteilter Zweizahn lassen sich bei ausreichender Bodenfeuchte im Vorauflauf mit Quinmerac-Produkten leichter bekämpfen als später im Nachauflauf. Voraussetzung ist eine gute Durchfeuchtung des Bodens mit Anschluss an das Kapillarwasser, die eine kontinuierliche Aufnahme der Wirkstoffe über Wurzel und Hypokotyl der Unkräuter gewährleistet. Deshalb sollten die Bodenherbizide unmittelbar nach der Saat bis spätestens zum Auflaufen der Leitunkräuter gespritzt werden.

Die Zumischung von Glyphosat-Mittel (380 g/ha Glyphosat) gegen bereits aufgelaufene Unkräuter ist möglich, solange die Rübenpille noch nicht aufgeknackt ist. Danach besteht das Risiko, dass der Rübenkeimling mit Glyphosat in Berührung kommt.

Wenn die Bodenoberfläche soweit abgetrocknet ist, dass der Boden durch das Ankratzen mit der Schuhspitze nicht mehr dunkel wird, ist eine sichere Wirkung der Vorauflaufspritzung nicht gewährleistet. Im Zweifel sollten Sie auf die reinen NA-Spritzfolgen umsteigen.

Windenknöterich, Hundspetersilie + Dikotyle

70-100 °C

nach der Saat

 

1,5

+ 0,5

Rebell Ultra

Goltix Titan

Windenknöterich, Hundspetersilie, Zweizahn

Hundspetersilie, Melden, Kamille + Dikotyle

90-120 °C nach der Saat

2,0

0,3

Goltix Titan

Oblix/Stemat/Tramat

Hundspetersilie, Zweizahn, Melden

Klettenlabkraut + Wirkungsverstärkung

Ausfallraps, Melden, Kamille + Dikotyle

100-140 °C nach der Saat

1,8

0,5

0,2

Goltix Gold

Betanal Maxx Pro

Oblix/Stemat/Tramat

Kamille, Vorlage gegen Melde,

Raps, Dikotyle

Klettenlabkraut + Wirkungsverstärkung

Zugabe von Paraffinöl verstärkt die Wirkung der Bodenherbizide gegen keimende Unkräuter

VA

0,5

Access

bessere Anhaftung der Herbizide

Angaben in Liter

Metamitron (z.B. 700 g/l im Goltix Gold) wirkt über den Boden, z.T. auch über das Blatt. Aufgrund der hohen Wasserlöslichkeit des Wirkstoffes reichen bereits 60 % der nutzbaren Feldkapazität für eine Wirkung gegen flachkeimende Unkräuter (Kamille, Stiefmütterchen, Vogelmiere) sowie gegen Amarant, Melden und Weißen Gänsefuß, wenn die Behandlung im Keimen dieser Unkräuter erfolgt.

UV-Licht beschleunigt den Abbau von Metamitron. Die Splittinganwendung mit reduzierten Aufwandmengen in kürzeren Abständen ist wirksamer als weniger Spritztermine mit hohen Aufwand-mengen. Die Metamitron-Aufnahme und die Wirkung werden durch Ethofumesat (EFS) verstärkt.

Keimender Raps wird mit 1200 g/ha Metamitron mit dem Zusatz von Öl erfasst. Läuft der Raps in mehreren Wellen auf, ist die Wirkung des Metamitron unzureichend.

Die Blattwirkung von 350 g/ha Metamitron unterstützt die Wirkung von Phenmedi-pham/Desmedipham insbesondere gegen Melden und Weißen Gänsefuß.

 

Aufwandmengen bei der Splitting-Anwendung von Metamitron

  • 350 g/ha Metamitron - Blattwirkung in Kombination mit PMP/DMP z.B. gegen Melden                 500 g/ha Metamitron  Bodenwirkung gegen Amarant, Kamille, Stiefmütterchen

  • 700 g/ha Metamitron - Melden, Gänsefuß, Nachtschatten, Taubnessel,

  • 1.200 g/ha Metamitron - + Access gegen Raps (Kreuzblütler) im Keimen

Quinmerac-haltige Mittel (Rebell Ultra, Goltix Titan) wirken gegen Hundspetersilie, Gefleckten Schierling, Wiesenkerbel oder Wilde Möhre, die sonst nur durch hohe Debut-Mengen eventuell in Kombination mit Clopyralid (Lontrel, Vivendi) erfasst werden.

Quinmerac wirkt über Boden und Blatt. Eine sichere Bodenwirkung erfordert kontinuierliche Wirkstoffaufnahme. Das ist nicht mehr gewährleistet, wenn die Bodenoberfläche abgetrocknet und der Kontakt zum Kapillarwasser unterbunden ist.

            Vorlage von 80 (- 100) g Quinmerac gegen Hundspetersilie

Bodenwirkung von Quinmerac ist bei trockenem Boden unsicher: Dann auf die Vorlage von quinmerac-haltigen Mitteln verzichten und 15 g/ha Debut bereits in der NAK1 mitspritzen.

Wenn die Bodenoberfläche soweit abgetrocknet ist, dass der Boden durch das Ankratzen mit der Schuhspitze nicht mehr dunkel wird, ist eine sichere Wirkung der Herbizide im Vorauflauf nicht gewährleistet. Im Zweifel sollten Sie dann auf reine NA-Spritzfolgen umsteigen