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01.04.2020

Generative Entwicklung hinkt der vegetativen Entwicklung hinterher

Generative Entwicklung hinkt der vegetativen Entwicklung hinterher

Team N.U. Agrar

N.U. Agrar GmbH - Allgemein

Themen

Pflanzenschutz

Die vegetative Entwicklung (Trieb- und Blattbildung) des Getreides war bis Mitte März um 3 Wochen weiter vorangeschritten als normal. Der Kälteeinbruch hat den Vorsprung auf 10 Tage reduziert. Die Bestände, die vor dem 10. März das Doppelringstadium erreichten, werden aber in diesem Jahr einen Knoten (= 1 Blatt) mehr, also 6 Knoten bilden. Das Fahnenblatt wird im Winterroggen und in der Wintergerste schon um den 20. April erscheinen, in frühen Weizenbeständen in den ersten Maitagen spitzen.

Die vorangeschrittene Blattbildung wirkt sich auf die Terminierung der Fungizidmaßnahmen aus. Wenn bis zur Blüte 4 Blätter intakt bleiben sollen, muss eine vorhandene Krankheitsbelastung in den Frühsaaten schon Anfang April ausgeräumt werden, wenn in diesem Jahr bereits das viertletzte Blatt erscheint. Wer Ende April oder gar erst Anfang Mai zum ersten Mal Fungizide spritzt, kann zu spät kommen und läuft Gefahr, dass er nur noch das Fahnenblatt heil über die Runden bringt. 

Im Vergleich dazu verhält sich die generative Entwicklung fast „normal“. Das Doppelring-Stadium trat in den im September gesäten Weizenbeständen bereits in der ersten Januarhälfte ein, nachdem der Weizen ausreichend vernalisiert war. Die Oktober-Bestände begannen ab Anfang März mit der Bildung von Ährenanlagen, ausgesprochen spät gesäte Weizenbestände werden erst in diesen Tagen die Ährchen differenzieren.

In den frühen Beständen ist mit Schäden durch die Spätfröste der letzten Woche zu rechnen, wenn sich die Ährenanlage schon kurz vor dem Spitzenährchen befand. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob die Ährenanlagen in den Haupttrieben erfroren sind. Der Ausfall der weit entwickelten Ähren kann zum Großteil durch Nebentriebe kompensiert werden.

Die Ährchenanlage wird mit dem Spitzenährchen in den frühen Beständen abgeschlossen, wenn der 14-Stunden-Tag um den 5. April erreicht ist. Der Weizen befindet sich dann vegetativ im Stadium EC 32. Kurztags-Typen beenden die Ährenanlage gleich nach dem Übergang in den 13-Stunden-Tag (28.03.). Für die später gesäten Bestände verkürzt sich die Dauer der Ährenanlage. Erreicht der Weizen erst Anfang April das Doppelring-Stadium, schließt er diese um 20 Tage später mit dem Spitzenährchen in EC 31 ab.

Mit der Großen Periode der Ähren ist in den frühesten Sorten ab dem 25. April, in den meisten Sorten ab Anfang Mai zu rechnen.