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12.05.2020

Bekämpfung von Getreidekrankheiten nach der Trockenheit

Bekämpfung von Getreidekrankheiten nach der Trockenheit

Team N.U. Agrar

N.U. Agrar GmbH - Allgemein

Themen

Fungizid

Die vor Mitte Oktober aufgelaufenen Getreidebestände waren im Februar verbreitet mit Mehltau befallen, gelegentlich waren auch Braunrostpustel, vorwiegend in den frühen Roggenbeständen, zu finden, im Rheinland auch Gelbrost in anfälligen Weizensorten und in Triticale.  In bis zum 20. Oktober aufgelaufenen, vor allem auch gegen Septoria tritici anfälligen Weizensorten traten Septoria-Symptome infolge der Verbreitung über Ascosporen auch nach Raps als Vorfrucht auf, in der Gerste Netzflecken und Rhynchosporium.

Seltener als in den vergangenen Jahren war der Befall mit M. nivale, offensichtlich eine Folge der im vergangenen Jahr weniger häufigen Ähreninfektionen.

Zu den vorwiegend durch F. culmorum und Rhizoctonia hervorgerufenen Verbräunungen an der Halmbasis, die sich schon im Januar abzeichneten, kamen im nassen Februar Halmbasisinfektionen durch Pseudocercosporella, die bis auf die dritte Blattscheide, teilweise sogar bis auf den Halm durchdringen konnten.

Insgesamt waren die bis zum 15. Oktober aufgelaufenen Getreidebestände stark mit Mehltau belastet. Die später aufgelaufenen Bestände, auch die erst um den 15. Oktober gesäten Gerstenbestände wiesen dagegen kaum Krankheiten auf.

Im nassen Februar verstärkte sich der Krankheitsdruck, vor allem mit Septoria tritici und Halmbasiskrankheiten. Häufiger wurde auch Gelbrost im Weizen und Triticale und Rhynchosporium in der Gerste nachgewiesen. Für die weitere Entwicklung von Mehltau, Braunrost und Netzflecken war es im Februar noch zu kühl.

Ohne Wasser keine Ausbreitung von Krankheiten

Durch die Trockenheit der letzten beiden Monate wurde die weitere Ausbreitung der Krankheiten gestoppt. Von F-5 aufwärts waren die Blätter weitgehend frei von Krankheitssymptomen, so dass ein Fungizideinsatz bislang nicht angebracht erschien.

Für die Ausbreitung und das Angehen von Pilzkrankheiten ist Wasser notwendig. Die „echten“ oder obligaten Parasiten wie Mehltau oder Braun- bzw. Zwergrost kommen mit wenig Feuchtigkeit aus. Für die Infektion mit diesen Erregern reichen Tau oder Regenschauer aus. Die Bestände müssen bis in die späten Vormittagsstunden feucht bleiben.

Die fakultativen Erreger Netzflecken, DTR oder Ramularia erfordern, dass die Blätter bis über die Mittagsstunden hinaus feucht bleiben, bei stark ausgebildeter Wachsschicht 1 Tag lang. Für das Angehen von Septoria tritici müssen die Blätter bei Temperaturen um 20 °C wenigstens 1 Tag, bei Temperaturen um 12 °C sogar 2 Tage lang nass sein.

Wenn Halmbasisverbräunungen nach dem Abziehen der Blattscheiden auf dem Halmgrund zu finden sind und bereits Vermorschungen verursacht haben, dürften diese vor allem durch Rhizoctonia graminis und auch Fusarium culmorum hervorgerufen worden sein, die für die Entwicklung weniger Feuchtigkeit beanspruchen.

Ein noch nicht bis zum Halm durchgedrungener Befall mit Pseudocercosporella (Halmbruch) erfordert, dass sich die Blattscheiden längere Zeit mit Wasser vollsaugen. Das war im Februar der Fall. Der Befall war dann bereits im Oktober in Beständen eingetreten, die bis Mitte Oktober bereits drei Blätter gebildet hatten.