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31.08.2020

Die (un)sichtbare Dürre: TU Bergakademie Freiberg untersucht Auswirkungen auf Grundwasser und Wasserqualität

Die (un)sichtbare Dürre: TU Bergakademie Freiberg untersucht Auswirkungen auf Grundwasser und Wasserqualität

Adrian Cremers

idw - Informationsdienst Wissenschaft

Themen

Politik Gesellschaft Naturschutz Europa

Luisa Rischer Pressestelle Technische Universität Bergakademie Freiberg

Eigentlich ist der Sommer 2020 laut Deutschen Wetterdienstes ein ganz normaler – weder zu trocken noch zu nass. Was sich jedoch aktuell vor allem in den tieferen Bodenschichten zeigt, ist die extreme Trockenheit der letzten Jahre. Die Folgen der vergangenen milden Winter und heißen Sommer waren bisher unsichtbar, sind aber jetzt besonders in Sachsen spürbar. Betroffen sind grundwassergespeiste Flüsse und Seen sowie der Wald. Was das für das Grundwasser und die Wasserqualität in deutschen Seen bedeutet, erklärt Prof. Dr. Traugott Scheytt von der TU Bergakademie Freiberg.

„Im Detail machen uns vor allem die sinkenden Grundwasserspiegel, die damit verbundenen Engpässe in der Trinkwasserversorgung und der Wasserqualität sowie die absterbenden Bäume große Sorgen“, erklärt Prof. Dr. Traugott Scheytt. Grund dafür ist die fehlende Grundwasserneubildung. „Immer mehr Wasser fließt aus den Seen und Flüssen ab und viel zu wenig strömt zu. Das hat nicht nur Auswirkungen auf den Wasserpegel, sondern auch auf die Wasserzusammensetzung. So können beispielsweise Nährstoffe wie Nitrat, Eisen oder Sulfat schneller einsickern und entziehen dem Grundwasser Sauerstoff. Dieser sauerstoffarme Zustrom kann die Wasserqualität in Seen und Flüsse nachhaltig beeinflussen und auch zum Absterben von Fischen und anderen Lebewesen führen. Ein Teufelskreis, wo doch gleichzeitig der Wasserverbrauch in Zeiten der Trockenheit besonders hoch ist.

„Ziel muss es sein, die sinkenden Vorräte wiederherzustellen. Dafür untersuchen wir aktuell gemeinsam mit weiteren Partnern die Wechselwirkung zwischen Oberflächen- und Grundwasser, die Ursachen für den Sauerstoffmangel sowie mögliche Belüftungsmaßnahmen in ausgewählten Seen, wie dem Speicherbecken in Lohsa“, so Prof. Scheytt. Der Freiberger Professor hat im August 2018 die Professur für Hydrogeologie und Hydrochemie am Institut für Geologie der TU Bergakademie Freiberg übernommen.

Zudem ist er Sprecher des Zentrums für Wasserforschung an der TU Bergakademie Freiberg, in welchem die vorhandenen Kompetenzen zum Thema Wasser gebündelt werden und Wissenschaftler/innen verschiedener Fachbereiche an Projekten zu den Ursachen und Auswirkungen von Trockenheit und Überschwemmung forschen, aber auch zu möglichen Gegenmaßnahmen.

Kontakt:

Prof. Traugott Scheytt; T: 03731-392775; E: [email protected]

Quelle: https://idw-online.de/de/news753088