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08.09.2020

Waldbesitzer fordern Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes aus CO2-Abgabe

Waldbesitzer fordern Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes aus CO2-Abgabe

Juliane Ahrens

Familienbetriebe Land und Forst e.V.

Themen

Allgemein Politik Gesellschaft Wald

Der Wald leistet einen erheblichen Beitrag zu den nationalen Klimaschutzanstrengungen: Jeder Hektar Wald absorbiert im Jahresdurchschnitt 8 Tonnen CO2. Das entspricht nahezu dem durchschnittlichen CO2-Fußabdruck jedes deutschen Bürgers. Mit dem Ersatz fossiler, energieintensiver Rohstoffe durch nachwachsende Holzprodukte aus heimischen Wäldern kann der CO2-Ausstoß weiter gesenkt werden. So entsteht aus unseren nachhaltig bewirtschafteten Wäldern eine gesamte Klimaschutzleistung von jährlich 127 Mio. Tonnen CO2. Gleichzeitig wird es für Waldeigentümer angesichts der Krise im Wald zunehmend schwieriger, diese CO2-Leistung künftig durch die Pflege und Bewirtschaftung der Wälder weiterhin sicherzustellen.Um für die Gesellschaft und die Natur auch künftig dieseCO2-Benefits zu erhalten, bedarf es daher einer Anerkennung der Klimaschutzleistungen des Waldes. Deshalb fordern die über 2 Millionen Waldbesitzer künftig eine angemessene Honorierung der Klimaschutzleistungen aus der CO2-Abgabe.

Die Zahl «8» -Stichwort Tonnen- steht darum auch im Mittelpunkt einer Informationskampagne, mit der die Waldbesitzendendie Öffentlichkeit auf ihre Belange und die notwendige Pflege des Waldes hinweisen. Denn der „Wald ist Klimaschützer“, so auch der Name der Kampagne. Der gesamte Kohlenstoffeffekt von Wald und Holz lässt sich wie folgt aufschlüsseln: Der Wald speichert 58 Mio. Tonnen CO2/ Jahr. Zusätzlich werden durch Holzverwendung und Substitutionen 69 Mio. Tonnen CO2/ Jahr gebunden. Somit kommt man auf eine Gesamtabsorption des Waldes und seiner Leistungen von 127 Mio. Tonnen CO2/ Jahr.Aus diesem Grund bekräftigen die Verbände der Waldbesitzendenin Ratingen ihre Forderung, das forstliche Engagement in Zukunft aus der CO2-Abgabe zu honorieren. Ein schlüssiges Modell liegt seit längerem auf dem Tisch und orientiert sich an dem stofflichen Anteil des zuwachsenden Holzes, der nicht energetisch genutzt wird. Demnach werden pro Hektar Wald und Jahr der ab 2021 festgelegte Preis von 25 EUR für eine Tonne CO2mit 4,5 multipliziert, was einer Honorierung von 112,50 EUR pro Jahr und Hektar entspricht. Diese Klimaleistungsprämie steigt mit dem festgelegten Anstieg des CO2-Preises auf 55 EUR im Jahr 2025 auf knapp 250 EUR pro Hektar und Jahr.

„Mit dem Einstieg in eine CO2-Bepreisung ist es logisch und gerecht, dass auch die CO2-Speicherung einen Preis erhält. Als größte CO2-Senke überhaupt ist die Forstwirtschaft «Stakeholder Nr.1» in Sachen Klimaschutz des Landes“, erklärt Max Elverfeldt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst NRW und Bund. „Dieser nationale Beitrag braucht aber ein verlässliches Modell, das die Waldbauern in ihrem Klimaschutz kontinuierlich unterstützt und die Existenz ihrer Wälder sichert“, so Elverfeldt weiter.

Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, hebt hervor: „Die Waldei-gentümer bewirtschaften ihre Wälder nachhaltig und generationenübergreifend. Das ist aktiver Klima-schutz, der allen Menschen zu Gute kommt. Diese Leistung muss honoriert werden, damit die Waldei-gentümer auch in Zukunft für die Stabilisierung und KlimafestigkeitderWälder sorgen können“, so von der Marwitz, dessen Bundesverband die Anliegen von rund zwei MillionenWaldbesitzern in Deutschland vertritt. Weitere Informationen und Bildmaterial finden Sie unter: www.wald-ist-klimaschützer.de