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15.09.2020

Der Sojakomplex überraschte den Markt

Der Sojakomplex überraschte den Markt

Lars Kuchenbuch

KS Agrar

Themen

Ernte

Die Sojabohnenpreis haben nach dem Wasde-Bericht am Freitag stark angezogen. Wie auch beim Mais senkte das USDA den Sojabohnenertrag auf einen immer noch rekordverdächtigen Wert von 51,9 bpa, ( 3,49 t/ha) aber nur 1,4 bpa (0,09 t/ha) weniger als in der hohen Prognose vom August. Die Produktion lag mit 117,40 Mio. t etwas höher als in der Händlerumfrage prognostiziert und 3,05 Mio. t niedriger als im August. Die US-Endbestände an Bohnen für 2019-20 lagen um 4,08 Mio. t unter den Erwartungen des Vorberichtes was auf bessere Exporte und die Crushquote zurückzuführen ist. An der globalen Front fielen die weltweiten Endbestände um weitere 1,8 Mio. t auf 93,6 Mio. t - leicht über den Handelserwartungen. Bei den Sojabohnenimporten aus China, die mit 99 Mio. mmt bereits rekordverdächtig hoch waren, gab es keinen Anstieg. Brasiliens Pflanzenproduktion für 2020-21 wurde um weitere 2 Mio. auf rekordverdächtige 133 Mio. erhöht. Das wären rund 8 Mio. t mehr als im letzten Jahr. Das USDA ließ Argentiniens Sojaproduktion 20/21 bei 53,5 Mio. t, während die Rosario Exchange die Produktion auf nur 50 Mio. Mio.t schätzte. Wir sind Zeugen einer der beeindruckendsten Bewegungen in der Geschichte der Sojabohne, aber am wichtigsten war die Art und Weise, wie die Bullen bisher die 10,00 $-Marke gehalten haben. Je länger sich der Preis hier konsolidiert, desto größer ist die Chance, dass dieser Bereich bei Rückschlagsversuchen Unterstützung erhält, aber bisher sehen die technischen Indikatoren gut aus.

Die Weltbilanz hat nicht viel Spielraum, da China nun wieder Sojabohnen in voller Stärke von beiden Hemisphären kauft. Jeder Stolperstein aus Südamerika im Jahr 2020/21 und die globale Bilanz kann explodieren. Sollte sich die Bedingungen in Argentinien oder Brasilien in der nächsten Zeit verschlechtern und in Brasilien keine Rekordproduktion heranwachsen. würden die Endbestände der großen Exporteure auf den niedrigsten Stand seit 2014/15 fallen und das Verhältnis zwischen Beständen und Verwendung wäre das knappste seit 2011/12. Tendenz: freundlich