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28.09.2020

Herbstanwendung von Getreideherbizide

Herbstanwendung von Getreideherbizide

Team N.U. Agrar

N.U. Agrar GmbH - Allgemein

Themen

Herbizid

Die Vielzahl der Herbizide mit identischen Wirkstoffen verwirrt den geneigten Anwender. Bei begrenztem Platz führen wir deshalb i.d.R. den Namen des Mittels an, unter dem ein Wirkstoff eingeführt wurde, z.B. enthält 0,24 l/ha Cadou die gleiche Menge an Flufenazet (120 g FFA) wie 0,25 l/ha Fence oder Sunfire. Reines Diflufenikan gibt es im Diflanil 500 oder im Sempra zu kaufen. Anstelle von 0,3 l/ha Herold können auch 0,3 l/ha Carpatus oder 0,3 l/ha Battle Delta gespritzt werden, sie bringen damit 60 g/ha DFF und 120 g/ha FFA aus.

Wenn es sich vermeiden lässt, empfehlen wir im Herbst keine ALS-Hemmer, vor allem nicht mit Gräserwirkung (Mesosulfuron, Metsulfuron, Iodosulfuron oder Penoxsulam) einzusetzen, um die Resistenzentwicklung nicht zu forcieren. Zudem beobachten wir regelmäßig, dass die im Herbst angeschlagenen Gräser (vor allem Ackerfuchsschwanz, aber auch Windhalm) auf die ALS-Spritzung im Frühjahr kaum reagieren.

Ein Resistenzrisiko besteht auch, wenn Ausfallraps mit stark reduzierten Dosen an Tribenuron bekämpft wird und bereits Kamille oder Stiefmütterchen aufgelaufen sind, die mit 5 g/ha Tribenuron (10 g Trimmer SX) nicht sicher bekämpft werden. Bislang ist die ALS-Resistenz von Kamille und Stiefmütterchen noch auf wenige Standort beschränkt. Sie tritt häufiger auf, wenn ALS-Hemmer als Gräsermittel regelmäßig eingesetzt werden.

Das Resistenzrisiko der PPGO-Hemmer (Flumioxazin), HPPD-Hemmer (“Bleacher“ wie Beflubutamid, Diflufenikan oder Picolinafen) oder auch der Bodenherbizide (FFA, Prosulfocarb, Pendimethalin, Ausnahme: CTU, dass im Boden schneller abgebaut wird, je häufiger CTU eingesetzt wird) ist dagegen gering.

Auch ACCase-Hemmer (Clodinafop, Pinoxaden) sind mit einem hohen Resistenzrisiko behaftet. Allerdings greift die Resistenz des Ackerfuchsschwanz weniger bis gar nicht, wenn die Temperaturen nach der Spritzung unter die Wachstumsgrenze fallen (Nikolaus-Spritzung). Der Weizen wird durch das Cloquintocet, das auch bei niedrigen Temperaturen als Safener wirkt, geschützt.