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13.11.2020

Klöckner: Klimaanpassung im Zeitraffer

Klöckner: Klimaanpassung im Zeitraffer

David Zistl

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Themen

Allgemein Politik Wald Energie

BMEL stellt Maßnahmen der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei und Aquakultur zum Schutz vor dem Klimawandel vor

Die Bundesregierung legt heute den zweiten Fortschrittsbericht der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel vor. Für seinen Zuständigkeitsbereich hat sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gemeinsam mit Expertinnen und Experten intensiv in den Fortschrittsbericht eingebracht.

Gerade die Land- und Forstwirtschaft leiden drastisch unter dem schnellen Klimawandel, Dürreperioden setzen massiv zu, kosten Ernten und die Gesundheit unserer Wälder. Die vergangenen 20 Jahre zählen zu den heißesten und trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. 40 Prozent unserer Wälder sind geschädigt. Die Ostsee hat sich seit 1982 um etwa 2°C erwärmt. Die Wasserspeicher unserer Böden sind mancherorts restlos aufgebraucht.

Bundesministerin Julia Klöckner: "Zu einer vorsorgenden Klimapolitik zählt neben einem konsequenten Klimaschutz auch eine umfassende Klimaanpassung. Und das im Zeitraffer. Unterstützung für unsere Land- und Forstwirtschaft ist nötig, weil sie besonders betroffen sind von den Auswirkungen des Klimawandels. Und weil uns klar sein muss: Wenn unsere Land- und Forstwirte, unsere Teichwirte und Fischer ihre Lebensgrundlage verlieren, dann verlieren wir alle regional erzeugte, qualitativ hochwertige Nahrungsmittel und Rohstoffe."

Für den Agrarsektor finden sich im Fortschrittsbericht unter anderem:

Anpassung im Pflanzenbau

  • Weiterentwicklung effizienterer und standortoptimierter Bewässerungsverfahren

  • Züchterische Bearbeitung und praktische Erprobung eines breiteren Spektrums hitze-und trockenstresstoleranterer Kulturarten und -sorten

  • Entwicklung effizienter Methoden zur Vermeidung der Ein-und Verschleppung gefährlicher Schadorganismen

  • Schaffung neuer Absatzmärkte für neue Kulturen

  • Stärkung des Wissenstransfers zwischen Forschung und Praxis

  • Sensibilisierung der Ausbildungsberufe für das Thema Klimaanpassung

  • Etablierung klimaangepasster Anbausysteme

  • Humusaufbau

  • Weitere Digitalisierung der Landwirtschaft

  • Forschung zur Anpassung von Produktions-und Ökosystemen an den Klimawandel, zum Beispiel über neue Anbausysteme, Bewässerungsmethoden, Energieeinsparungsmöglichkeiten und Umstellung auf erneuerbare Energiequellen

Anpassung im Wald/Forst

  • Entwicklung innovativer Waldbaukonzepte

  • Wiederbewaldung, Waldumbau und Waldverjüngung

  • Ausbau der ökologischen Begleitforschung zu klimaresilienten Wäldern

  • Forstliches Risiko-und Krisenmanagement und Aufbau eines nationalen Waldschutzmonitorings

  • Forschung zur genetischen Eignung heimischer und weiterer Baumarten und -herkünfte sowie Züchtung

  • Entwicklung effizienter Waldschutzstrategien im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes

  • Entwicklung effizienter Methoden zur Vermeidung der Ein-und Verschleppung gefährlicher Schadorganismen

  • Forschung zur Anpassungsfähigkeit und Angepasstheit von Waldökosystemen, Baumarten und Herkünften unter besonderer Berücksichtigung der Waldgenetik

  • Erhöhung der Vitalität der Wälder durch waldbauliche Maßnahmen

Anpassung in der Nutztierhaltung

  • Anbau trockenheitsverträglicher Tiefwurzler zur Futtermittelproduktion, zum Beispiel Luzerne und Hirsearten

  • Förderung alternativer Futtermittel als Möglichkeiten der Substitution fehlender Gras-und Maissilage bei Futtermittelknappheit

  • Förderung der Züchtung gesunder und robuster, sowie stresstoleranter Nutztierrassen (Förderbereich "Gesundheit und Robustheit landwirtschaftlicher Nutztiere" in der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK))

  • Forschung zum tierwohlgerechten "Stall der Zukunft"

  • Entwicklung ganzheitlicher Haltungssysteme

  • Einsatz digitaler Technologien unter anderem zur Reduktion von Treibhausgasemissionen

Anpassung in der Fischerei und Aquakultur

  • Forschung zur mehrjährigen Wassernutzung in der Karpfenaquakultur

  • Förderung technischer Innovationen, zum Beispiel partielle Kreislaufführung (Wasseraufbereitung und Rückführung), Kombination von Aquakultur und Photovoltaik

  • Einsatz klimaangepasster und robuster Fischarten beziehungsweise Zuchtlinien

  • Entwicklung automatisierter tierbasierter Systeme zur Kontrolle der Haltungsbedingungen in der Aquakultur

  • Nachhaltiges Fischereimanagement, das den geänderten Fangmöglichkeiten Rechnung trägt

Einen Überblick, welche Maßnahmen konkret umgesetzt werden sollen, bietet die neue Broschüre des BMEL „Dem Wandel begegnen – Maßnahmen für die Anpassung von Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei und Aquakultur an den Klimawandel“.

Quelle: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/224-klimawandel.html / Copyright BMEL