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17.11.2020

Agroforst-Projekt der HNEE wächst weiter

Agroforst-Projekt der HNEE wächst weiter

Adrian Cremers

idw - Informationsdienst Wissenschaft

Themen

Allgemein Pflanzenschutz Gesellschaft Naturschutz Artenvielfalt Europa Wald Nachwachsende Rohstoffe Ökolandbau

Annika Bischof M.A. Hochschulkommunikation Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Studierende der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) pflanzen am 21. November 2020 weitere Weidenstecklinge im Rahmen einer Langzeitstudie zu Agroforstsystemen im Löwenberger Land, Landkreis Oberhavel (Brandenburg).

„Wir werden mit einer Gruppe von Studierenden 5000 Weidenstecklinge pflanzen. Die Weidenstreifen sollen im Kurzumtrieb bewirtschaftet werden und nach der Ernte als Frischholzhackschitzel auf der Fläche ausgebracht werden, um den Hummusgehalt zu erhöhen“, erklärt Lea Martetschläger, HNEE-Studentin und Organisatorin der Pflanzaktion. Die rund ein Hektar große Fläche befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite zur bisherigen Agroforstfläche, auf der seit 2017 Studierende mehrere Pflanzungen bereits realisiert und erste Daten zu deren Entwicklungen aufnehmen konnten. „Trotz der Hitzesommer von 2018 und 2019 hatten wir eine Überlebensrate der Bäume von 73 Prozent. Vor allem die gepflanzten Eichenarten hatten Probleme mit der Hitze. Bei den anderen Arten wie Elsbeere, Speierling und Wildbirne war die Überlebensrate weitaus höher und lag zwischen 94 und 98 Prozent“, berichtet Lea Martetschläger. Im Frühjahr dieses Jahres wurden die Ausfälle bei den Sträuchern in den Baumreihen durch neugepflanzte Weiden ersetzt. Sie dienen der generellen Flächenbedeckung und im weiteren Verlauf des Projekts zur Biomassegewinnung. Diese Biomasse wird dann als Frischzweighäcksel verwendet und im frischen Zustand auf der Fläche ausgebracht. Ähnliches ist mit der geplanten Kurzumtriebsplantage auf der gegenüberliegenden Straßenseite entlang der B96 geplant. „Wir leisten damit einen weiteren innovativen Beitrag zur Bodenverbesserung und zum Humusaufbau, wie sich dieser auf die Fläche im Agroforstmodellprojekts Ackerbau(m) auswirkt, wollen wir gleichfalls untersuchen“, sagt die HNEE-Studentin.

Eindrücke von der Pflanzaktion im Mai 2020 auf der Fläche im Löwenberger Land, wobei Ausfälle durch neugesetzte Weiden ersetzt wurden. © Nina Macher

Darüber hinaus plant die Gruppe, die sich aus Studierenden verschiedener Fachrichtungen an der HNEE zusammensetzt, einen Zaun zum Schutz der Bäume vor Wildverbiss noch in diesem Wintersemester 2020/21 zu errichten. Dieser ist neben den Dürren im Sommer die größte Herausforderung auf der insgesamt fünf Hektar großen Fläche im Löwenberger Land.

Hintergrund zum Agroforstmodellprojekts Ackerbau(m)

Im Löwenberger Land (Brandenburg) wurde auf einer Fläche von zirka fünf Hektar im Wintersemester 2017/18 ein Agroforstmodellprojekt der HNEE angelegt und seitdem kontinuierlich gepflegt und ausgebaut. Mit dem Modul Agroforstsysteme wurde eine Innovative Lehr- und Lernform (ILL)* ins Leben gerufen, bei der unterschiedliche Fachbereiche interdisziplinär zusammenarbeiten. Das Projekt wird durch die Hochschule, den Eigentümer und den Pächter der Fläche finanziell und ideell unterstützt. Primär erforscht wird die Fläche durch HNEE-Studierende aller Fachbereiche, die sich mit folgenden Forschungsfragen beschäftigen:

Sind Agroforstsysteme eine wirkungsvolle Anpassungsmaßnahme an die Auswirkungen des Klimawandels?

Welche ökologischen und ökonomischen Veränderungen treten auf, wenn Ackerflächen in Agroforstsysteme umgewandelt werden?

Welche Anlageformen von Agroforstsystemen sind für den Bauer/ die Bäuerin praktikabel?

Welche Ökosystemleistungen können durch Agroforstsysteme bereitgestellt werden?

https://idw-online.de/de/news757821