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16.12.2020

Solarenergie: Fällt die „Sonnensteuer“?

Solarenergie: Fällt die „Sonnensteuer“?

Redaktion

CYA GmbH

Themen

Europa Energie Erneuerbares-Energien-Gesetz

Laut einer Umfrage ist die Mehrheit der Befragten für die Abschaffung der EEG-Umlage für private Solarenergie. Lenkt die Bundesregierung ein?

Besitzer von privaten Solaranlagen müssen die EEG-Umlage, die sogenannte Sonnensteuer, bezahlen. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov wollte in einer Umfrage wissen, ob die Bürger und Bürgerinnen die Abgabe für gerechtfertigt halten. Das Ergebnis: Knapp 60 Prozent wollen Nutzer privater Solarenergie von der EEG-Umlage befreien.

Bürger wollen CO2-Verursacher heranziehen

Zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass vor allem die größten Verursacher des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) die Förderung der Solarenergie finanzieren sollten. 59 Prozent vertreten die Auffassung, dass Verbraucher, die bereits Ökostrom vom eigenen Solardach für den Eigenverbrauch beziehen, für diese Strommengen von der EEG-Umlage befreit werden sollten. Sie sollten demnach nicht die Energiewende mitfinanzieren.

Bundesländer wollen Umlage für Solarenergie abschaffen

Alle Bundesländer möchten diesem Bürgerwunsch im Rahmen der aktuellen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2021) inzwischen zumindest teilweise entsprechen. Sie forderten die Bundesregierung jüngst in einem Beschluss des Bundesrates auf, bis zu einer Leistungsgrenze von 30 Kilowattpeak solaren Eigenverbrauch künftig von der EEG-Umlage zu befreien. Eine entsprechende Umsetzung in nationales Recht erwartet ab 2021 auch die Europäische Union. Das geht aus einem Rechtsgutachten des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) hervor. „Die Sonnensteuer ist eine der größten Energiewende-Bremsen. Wir hoffen sehr, dass angesichts klarer Mehrheiten nun auch der Bundestag einlenken wird und die Marktbarriere noch vor Weihnachten streicht“, sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.