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18.02.2021

Berücksichtigung N- und P-reduzierter Fütterungsverfahren bei den Nährstoffausscheidungen von Milchkühen

Berücksichtigung N- und P-reduzierter Fütterungsverfahren bei den Nährstoffausscheidungen von Milchkühen

Redaktion DLG

DLG Merkblätter

Themen

Viehhaltung Milch Rinder Grundlagen Futter und Fütterung Technik Tierhaltung

DLG-Merkblatt 444

1. Einführung

Die Bilanzierung der Nährstoffausscheidungen landwirtschaftlicher Nutztiere ist in der Broschüre „Arbeiten der DLG, Band 199, Bilanzierung der Nährstoffausscheidungen landwirtschaftlicher Nutztiere, 2. Auflage 2014“ (DLG, 2014) beschrieben. Für die wichtigsten Produktions- und Fütterungsverfahren wurden dabei modellhaft die Nährstoffausscheidungen kalkuliert und dargestellt. Bei den Milchkühen wurden insgesamt 17 verschiedene Verfahren in Abhängigkeit des Standorts, der Leistung und der Rasse definiert. In dem Bestreben zur Senkung der Nährstoffausscheidungen vor dem Hintergrund neuerer Bestimmungen in der Düngeverordnung (DüV, 2017) etablieren sich in der Praxis neue Fütterungsstrategien, bei denen als weitere Einflussfaktoren die Milchleistung aus dem Grobfutter und eine differenzierte Nährstoffversorgung der Tiere in Abhängigkeit des Laktationsstadiums Berücksichtigung finden. Dieses Merkblatt beschreibt die neuen Fütterungsstrategien, informiert über die Ausscheidungsgrößen und legt fest, wie die neuen Verfahren nachvollziehbar zu dokumentieren sind.

2. Vorgehensweise beim Erstellen des Nährstoffsaldos

Die Nährstoffausscheidungen ergeben sich aus dem Saldo der mit dem Futter aufgenommenen Nährstoffe und den im Körper angesetzten bzw. mit der Milch abgegebenen Nährstoffen. Die Grundsätze dieser Bilanzierung finden sich der DLG-Broschüre 199 (DLG, 2014).

3. Berücksichtigung des Laktationsstandes bei der Rationsplanung und der Kalkulation der Nährstoffausscheidungen

3.1 Beispielhafte Kalkulation der Nährstoffausscheidungen bei bedarfsgerechter ­Versorgung in verschiedenen Laktationsabschnitten

Bei den bisherigen Kalkulationen der Nährstoffausscheidungen der Milchkühe wurden bedarfsdeckende Rationen auf Jahresbasis für Kühe mit unterschiedlichen Leistungshöhen und differierender Grobfuttersituation betrachtet. Der Energiebedarf und der Bedarf an nutzbarem Rohprotein am Darm (nXP) bei ausgeglichener ruminaler Stickstoffbilanz (RNB) ist sicher gedeckt. Die Festlegung der Gehalte an nXP in den Rationen orientierte sich hierbei vorwiegend an den Bedarfsgrößen für die Frühlaktation, wobei mit Gehalten zwischen 159 und 167 g/kg Trockenmasse (TM) gerechnet wurde. Beim Phosphor (P) ergaben sich mittlere Konzentrationen von 4,0 bis 4,2 g/kg TM. Die Weiterentwicklung der Fütterungsverfahren und wachsende Bestandsgrößen erlauben heute aber eine sehr differenzierte Protein- und Phosphorversorgung in Abhängigkeit des Laktationsstadiums und der Trockenstehzeit der Kuh. Bekannt ist, dass Kühe zum Beispiel in der zweiten Laktationshälfte bei hoher Futteraufnahme und abnehmenden Milchmengen mit geringeren Konzentrationen an nXP und P in der Ration bedarfsdeckend versorgt werden können. Über eine gezielte Einstellung der nXP- und P-Gehalte im Verlauf der Laktation und der Trockenstehzeit kann Luxuskonsum vermieden und somit die Nährstoffaufwendungen vermindert werden. 

In den Tabellen 1 bis 4 werden beispielhaft die Nährstoffaufnahmen bei einer nach Laktationsabschnitten differenzierten Rationsgestaltung für unterschiedliche Leistungshöhen dargestellt. Der Futter- und Energieaufwand sowie die Gehalte im Produkt (Milch, Fetus) der Verfahren orientieren sich an den in der DLG-Broschüre 199 (DLG, 2014) dargestellten Größen. Die mittleren Rationsgehalte an Rohprotein (XP) über die gesamte Laktation einschließlich der Trockenstehzeit bewegen sich bei dieser differenzierten Vorgehensweise je nach Leistungsklasse zwischen 136 und 150 g/kg TM. Bei P betragen die Konzentrationen 3,5 bis 3,9 g/kg TM im Mittel einer Laktation. Je nach Leistungshöhe ergeben sich dann bei N um gut 7 bis fast 15 % verringerte Ausscheidungen gegenüber den bisherigen Berechnungen gemäß DLG-Broschüre 199 (Basis: Ackerfutterbaubetrieb ohne Weidegang; DLG, 2014). Bei P ergibt sich ein Minderungspotenzial zwischen 11 und 17 %. Es bleibt somit festzuhalten, dass eine dem Laktationsstand angepasste und gleichzeitig bedarfsgerechte Versorgung nach den Vorgaben der GfE (2001) und DLG (2001 a, 2001 b, 2012) zu einer beachtlichen Verringerung der N- und P-Ausscheidungen beitragen kann.

Tabelle 1: Beispielhafte Kalkulation der Nährstoffausscheidungen bei bedarfsgerechter Versorgung; 6.000 kg ECM je Kuh und Jahr; rechnerische Zwischenkalbezeit 365 Tage; Energiebedarf 36.500 MJ NEL

Phase

Tage

TM-Aufnahme, kg/Tag

TM-Aufnahme, kg/Phase

nXP- Gehalt, g/kg TM

XP- Gehalt, g/kg TM

N-Auf­nahme, kg/Phase

P-Gehalt, g/kg TM

P-Auf­ nahme, kg/Phase

Energiekonzentr., MJ NEL/kg TM

Energieaufwand, MJ NEL/Phase

Milch, kg/Tag

Milch, kg/Phase

Trockenstehend

42

10,0

420

120

115

7,7

2,5

1,1

5,5

2.310

 

 

1. Drittel Laktation

107

18,0

1.926

150

145

44,7

3,8

7,3

6,8

13.097

23

2.461

2. Drittel Laktation

108

18,5

1.998

145

140

44,8

3,6

7,2

6,5

12.987

20

2.160

3. Drittel Laktation

108

13,0

1.404

130

125

28,1

3,4

4,8

6,2

8.705

14

1.512

Summe/Mittel:

365

15,7

5.748

141

136

125,2

3,5

20,3

6,5

37.099

19,0

6.133

Produkt

 

 

 

 

 

32,8

 

6,2

 

 

 

 

Ausscheidung

 

 

 

 

 

92,4

 

14,1

 

 

 

 

Ausscheidung (DLG, 2014); Ackerfutterbaubetrieb ohne Weidegang

 

 

 

 

 

99,6

 

15,9

 

 

 

 

Minderung, %

 

 

 

 

 

7,2

 

11,3

 

 

 

 

Tabelle 2: Beispielhafte Kalkulation der Nährstoffausscheidungen bei bedarfsgerechter Versorgung; 8.000 kg ECM je Kuh und Jahr; rechnerische Zwischenkalbezeit 365 Tage; Energiebedarf 43.500 MJ NEL Phase Tage TM-Aufnahme, kg/Tag TM-Aufnahme, kg/Phase nXP

Phase

Tage

TM-Aufnahme, kg/Tag

TM-Aufnahme, kg/Phase

nXP-Gehalt, g/kg TM

XP-Gehalt, g/kg TM

N-Auf­nahme, kg/Phase

P-Gehalt, g/kg TM

P-Auf­nahme, kg/Phase

Energiekonzentr., MJ NEL/kg TM

Energieaufwand, MJ NEL/Phase

Milch, kg/Tag

Milch, kg/Phase

Trockenstehend

42

11,5

483

120

115

8,9

2,5

1,2

5,8

2.801

 

 

1. Drittel Laktation

107

19,0

2.033

155

150

48,8

3,9

7,9

7,0

14.231

30

3.210

2. Drittel Laktation

108

21,0

2.268

150

145

52,6

3,7

8,4

6,7

15.196

27

2.916

3. Drittel Laktation

108

17,0

1.836

135

130

38,2

3,5

6,4

6,4

11.750

19

2.052

Summe/Mittel:

365

18,1

6.620

145

140

148,5

3,6

24,0

6,6

43.978

25,3

8.178

Produkt

 

 

 

 

 

43,6

 

8,2

 

 

 

 

Ausscheidung

 

 

 

 

 

104,9

 

15,8

 

 

 

 

Ausscheidung (DLG, 2014)

 

 

 

 

 

115,1

 

18,5

 

 

 

 

Minderung, %

 

 

 

 

 

8,9

 

14,6

 

 

 

 

Tabelle 3: Beispielhafte Kalkulation der Nährstoffausscheidungen bei bedarfsgerechter Versorgung; 10.000 kg ECM je Kuh und Jahr; rechnerische Zwischenkalbezeit 365 Tage; Energiebedarf 50.000 MJ NEL

Phase

Tage

TM-Aufnahme, kg/Tag

TM-Aufnahme, kg/Phase

nXP-Gehalt, g/kg TM

XP-Gehalt, g/kg TM

N-Auf­nahme, kg/Phase

P-Gehalt, g/kg TM

P-Auf­nahme, kg/Phase

Energiekonzentr., MJ NEL/kg TM

Energieaufwand, MJ NEL/Phase

Milch,kg/Tag

Milch, kg/Phase

Trockenstehend

42

12,5

525

120

115

9,7

2,5

1,3

6,0

3.150

 

 

1. Drittel Laktation

107

21,0

2.247

160

155

55,7

4,0

9,0

7,1

15.954

35

3.745

2. Drittel Laktation

108

23,0

2.484

155

150

59,6

3,8

9,4

6,9

17.140

33

3.564

3. Drittel Laktation

108

19,0

2.052

140

135

44,3

3,6

7,4

6,7

13.748

27

2.916

Summe/Mittel:

365

20,0

7.308

150

145

169,3

3,7

27,1

6,8

49.992

31,7

10.225

Produkt

 

 

 

 

 

54,0

 

10,2

 

 

 

 

Ausscheidung

 

 

 

 

 

115,3

 

16,9

 

 

 

 

Ausscheidung (DLG, 2014)

 

 

 

 

 

133,0

 

20,5

 

 

 

 

Minderung, %

 

 

 

 

 

13,3

 

17,6

 

 

 

 

Tabelle 4: Beispielhafte Kalkulation der Nährstoffausscheidungen bei bedarfsgerechter Versorgung; 12.000 kg ECM je Kuh und Jahr; rechnerische Zwischenkalbezeit 365 Tage; Energiebedarf 57.000 MJ NEL

Phase

Tage

TM-Aufnahme, kg/Tag

TM-Aufnahme, kg/Phase

nXP-Gehalt, g/kg TM

XP-Gehalt, g/kg TM

N-Auf­nahme, kg/Phase

P-Gehalt, g/kg TM

P-Auf­nahme, kg/Phase

Energiekonzentr., MJ NEL/kg TM

Energieaufwand, MJ NEL/Phase

Milch, kg/Tag

Milch, kg/Phase

 

Trockenstehend

42

13,5

567

120

120

10,9

2,5

1,4

6,2

3.515

 

 

 

1. Drittel Laktation

107

22,5

2.408

165

160

61,6

4,1

9,9

7,2

17.334

41

4.387

 

2. Drittel Laktation

108

25,0

2.700

160

155

67,0

4,0

10,8

7,0

18.900

39

4.212

 

3. Drittel Laktation

108

22,5

2.430

145

140

54,4

3,8

9,2

7,0

17.010

32

3.456

 

Summe/Mittel:

365

22,2

8.105

154

150

193,9

3,9

31,3

7,0

56.759

37,3

12.055

 

Produkt

 

 

 

 

 

64,6

 

12,2

 

 

 

 

 

Ausscheidung

 

 

 

 

 

129,3

 

19,1

 

 

 

 

 

Ausscheidung (DLG, 2014)

 

 

 

 

 

151,7

 

22,9

 

 

 

 

 

Minderung, %

 

 

 

 

 

14,8

 

16,5

 

 

 

 

 

3.2 Kalkulation der Nährstoffausscheidungen bei bedarfsgerechter Energie- und Nährstoffversorgung auf Basis gebräuchlicher Futtermittel für unterschiedliche Leistungshöhen und Grobfuttersituationen

Unter Berücksichtigung der oben dargestellten mittleren Gehalte an Rohprotein, nXP und P werden nachfolgend mit Hilfe der in Tabelle 5 ausgewiesenen Futtermittel Rationen für unterschiedliche Leistungshöhen beschrieben und die korrespondierenden Nährstoffausscheidungen berechnet. Die Vorgehensweise ist analog den Darstellungen in der DLG-Broschüre 199 (DLG, 2014). Für die Berechnungen wurden zwei neue Futter definiert: Ein Milchleistungsfutter (MLF) zur Proteinergänzung (Prot.-Erg.) ist mit 35 % Rohprotein ein eiweißreiches Ergänzungsfutter der Energiestufe 2, welches vorwiegend aus Rapsextraktionsschrot bestehen kann. Ein MLF zur Energieergänzung (Energ.-Erg.) ist ein energiereiches Ergänzungsfutter bestehend aus Weizen, Körnermais und melassierten Zuckerrübenschnitzeln. Durch die Verwendung unterschiedlicher Anteile dieser beiden Futter können sowohl Rationen für den Ackerfutterbaustandort (Mais betont) als auch für den Grünlandstandort (Gras betont) bedarfsgerecht kalkuliert werden. Bei den Grobfuttern wurden die Nährstoffgehalte gemäß DLG-Broschüre 199 (DLG, 2014) angenommen.

Tabelle 5: Energie- und Nährstoffgehalte im Konzentratfutter nach DLG (2014) sowie beispielhaft neu formulierte Mischungen für eine N-/P-reduzierte Fütterung von Milchkühen

Futtertyp

TM %

ME MJ/kg

NEL MJ/kg

nXP g/kg

XP g/kg

Phosphor g/kg

Kalium g/kg

MLF 18/3

88

10,8

6,7

160

180

6,0

11

MLF 16/3

88

10,8

6,7

150

160

5,9

11

MLF Prot.-Erg. (RES, Harnstoff)*

88

10,6

6,4

210

350

10,0

11

MLF Energ.-Erg. (W, M, M.s.)*

88

11,5

7,2

145

95

2,3

11

MLF 20/7,0

88

11,2

7,0

175

200

5,7

11

Raps-/Sojasextraktionsschrot (1:1)

89

11,5

7,2

243

392

8,8

17

Weizen/Gerste (1:1)

88

11,5

7,2

146

113

3,3

4,3

Mineralfutter mit P

95

 

 

 

 

30

 

Mineralfutter ohne P

95

 

 

 

 

 

 

* W – Weizen, M – Mais, M.s. – Melasseschnitzel; RES – Rapsextraktionsschrot

Bezüglich der TM-Aufnahme für eine gesamte Laktation wurden die bisher in den Standardverfahren angenommen Größen beibehalten (siehe DLG, 2014). Veränderungen in den Nährstoffausscheidungen beruhen deshalb nicht auf Änderungen im Futteraufwand. Des Weiteren wurden die Berechnungen so vorgenommen, dass der angenommene Energiebedarf für die verschiedenen Leistungsklassen sicher abgedeckt ist. Auch bei der Größe nXP sind die Rationen bedarfsdeckend eingestellt, wobei bezüglich der RNB ein leicht negativer Wert bis maximal -1 g/kg TM in der Gesamtration toleriert wurde. 

Bei den Berechnungen zur Nährstoffaufnahme und zu den Nährstoffausscheidungen werden zwei Futtersituationen bezüglich des Grobfutters unterschieden: in der Mais betonten Variante (Tabelle 6) bestehen etwa zwei Drittel des Grobfutters aus Maissilage und ein Drittel aus Grasprodukten. In den Gras betonten Varianten (Tabelle 7) werden gegensätzliche Grobfutterverhältnisse unterstellt. Hiermit orientiert sich das Merkblatt an den aktuellen Entwicklungen in den auf Milchproduktion ausgerichteten Betrieben. Über die Variation der Kraftfutteranteile und deren Mengen lassen sich bedarfsdeckende Jahresrationen darstellen. Die Nährstoffausscheidungen werden pro Kuh und Jahr beziehungsweise je kg ECM ausgewiesen. Die Anpassungen erlauben auch bei Gras betonter Fütterung Leistungen von 12.000 kg ECM je Kuh und Jahr.

 

Tabelle 8 zeigt eine zusammenfassende Übersicht über die N- und P-reduzierten Fütterungsverfahren bei Milchkühen auf Basis der in den Tabellen 6 und 7 dargestellten Jahresrationen. Die neu berechneten Ausscheidungen werden den bisherigen Berechnungen nach DLG (2014) gegenübergestellt. In allen Leistungsklassen ist der Trockenmasseaufwand der N- und P-reduzierten Fütterungsverfahren in ähnlicher Größenordnung wie in den bisherigen Standardnährstoffausscheidungen. Durch die Anpassung der nXP- und XP-Konzentrationen in Abhängigkeit des Laktationsstadiums und der Trockenstehzeit ergeben sich deutlich niedrigere Nährstoffaufnahmen. Dies gilt ebenfalls für die P-Konzentrationen in den Futterrationen. Im Vergleich zu den Angaben in DLG (2014) sinken die N-Ausscheidungen bei Mais betonter Fütterung je nach Leistungsklasse um 9 bis 14 und bei Gras betonter Fütterung um 12 bis 15 %. Das Einsparpotenzial steigt mit zunehmender Leistung sowohl bei Mais als auch bei Gras betonter Futtersituation. Auch beim Phosphor sinken die Ausscheidungen je nach Leistungsklasse zwischen knapp 12 und gut 16 %. Bei Gras betonter Fütterung ist das Reduktionspotenzial etwas größer als auf typischen Ackerbaustandorten. Wiederum ist das Einsparpotenzial bei höheren Leistungen höher als bei niedrigeren Leistungen.  

Tabelle 6: Nährstoffausscheidungen von Milchkühen bei N-und P-reduzierter Fütterung und Mais betonter Grobfutterration (mittlere und schwere Rassen)

Verfahren Leistung Futteraufwand

 

Milchkuh – 6.000 kg 6.000 kg ECM plus 0,9 Kalb (je Kuh und Jahr)

Milchkuh – 8.000 kg 8.000 kg ECM plus 0,9 Kalb (je Kuh und Jahr)

Milchkuh – 10.000 kg 10.000 kg ECM plus 0,9 Kalb (je Kuh und Jahr)

Milchkuh – 12.000 kg 12.000 kg ECM plus 0,9 Kalb (je Kuh und Jahr)

 

• Heu kg TM

 

400

350

350

250

 

• Grassilage kg TM

 

1.400*

1.600**

1.650***

1.700***

 

• Maissilage kg TM

 

2.850**

3.200**

3.250***

3.300***

 

• Stroh kg TM

 

200

200

200

200

 

MLF Prot.-Erg. (RES, Harnstoff) kg FM

 

750

950

1.150

1.400

 

MLF Energ.-Erg. (W, M, M.s.) kg FM

 

200

500

1.150

1.780

 

Mineralfutter ohne P kg FM

 

37

37

37

37

 

Bilanzierung (kg Kuh und Jahr)

Nährstoff

Stickstoff

Phosphor

Kalium

Stickstoff

Phosphor

Kalium

Stickstoff

Phosphor

Kalium

Stickstoff

Phosphor

Kalium

• Aufwand

123,8

20,2

87,8

147,9

24,2

101,1

169,0

27,7

110,5

194,4

31,9

121,6

• Produkt

32,8

6,2

9,1

43,4

8,2

12,1

54,0

10,2

15,1

64,6

12,2

18,1

Ausscheidung

91,0

14,0

78,7

104,5

16,0

89,0

115,0

17,5

95,4

129,8

19,7

103,5

Ausscheidung in g je kg ECM

15,2

2,3

13,1

13,1

2,0

11,1

11,5

1,7

9,5

10,8

1,6

8,6

Grobfutterqualität: * mittel, ** gut, *** sehr gut, TM – Trockenmasse, FM – Frischmasse

Tabelle 7: Nährstoffausscheidungen von Milchkühen bei N- und P-reduzierter Fütterung und Gras betonter Grobfutterration (mittlere und schwere Rassen)

Verfahren Leistung Futteraufwand

 

Milchkuh – 6.000 kg 6.000 kg ECM plus 0,9 Kalb (je Kuh und Jahr)

Milchkuh – 8.000 kg 8.000 kg ECM plus 0,9 Kalb (je Kuh und Jahr)

Milchkuh – 10.000 kg 10.000 kg ECM plus 0,9 Kalb (je Kuh und Jahr)

Milchkuh – 12.000 kg 12.000 kg ECM plus 0,9 Kalb (je Kuh und Jahr)

 

• Heu

kg TM

350

350

350

100

 

• Grassilage

kg TM

2.800*

3.000***

3.200***

3.300***

 

• Maissilage

kg TM

1.300**

1.500**

1.600***

1.750***

 

• Stroh

kg TM

200

200

200

200

 

MLF Prot.-Erg. (RES, Harnstoff)

kg FM

410

580

750

950

 

MLF Energ.-Erg. (W, M, M.s.)

kg FM

820

1.150

1.600

2.360

 

Mineralfutter mit P

kg FM

37

37

37

60

 

Bilanzierung (kg Kuh und Jahr)

Nährstoff

 

Stickstoff

Phosphor

Kalium

Stickstoff

Phosphor

Kalium

Stickstoff

Phosphor

Kalium

Stickstoff

Phosphor

Kalium

• Aufwand

 

128,9

20,4

107,8

150,8

24,0

120,5

173,4

27,6

133,4

195,9

32,0

142,9

• Produkt

 

32,8

6,2

9,1

43,4

8,2

12,1

54,0

10,2

15,1

64,6

12,2

18,1

Ausscheidung

 

96,1

14,2

98,7

107,4

15,9

108,4

119,4

17,4

118,3

131,3

19,8

124,8

Ausscheidung in g je kg ECM

 

16,0

2,4

16,5

13,4

2,0

13,6

11,9

1,7

11,8

10,9

1,6

10,4

Grobfutterqualität: * mittel, ** gut, *** sehr gut, TM – Trockenmasse, FM – Frischmasse

Tabelle 8: Nährstoffausscheidungen von Milchkühen bei N- und P-reduzierten Fütterungsverfahren bei Milchkühen im Vergleich zu den Angaben nach DLG (2014)

Leistung

Energiebedarf

TM-Aufwand, kg

Energiedichte

Mittlere Gehalte der Rationen

Ausscheidungen (kg Kuh/Jahr)

kg ECM

MJ NEL

DLG 2014

neu

NEL MJ/kg TM

nXP g/kg TM

XP g/kg TM

P g/kg TM

N DLG 2014

N neu

relative Veränd.

P DLG 2014

P neu

relative Veränd.

Mais betont*

6.000

36.500

5.693

5.721

6,4

143

135

3,5

99,6*

91,0

8,6

15,9*

14,0

11,9

8.000

43.500

6.583

6.661

6,5

146

139

3,6

115,1*

104,5

9,2

18,5*

16,0

13,5

10.000

50.000

7.374

7.409

6,8

151

143

3,7

133,0*

115,0

13,5

20,5*

17,5

15,1

12.000

57.000

8.251

8.284

6,9

154

147

3,9

151,7*

129,8

14,4

22,9*

19,7

14,0

Gras betont**

6.000

36.500

5.818

5.768

6,4

141

140

3,5

108,7**

96,1

11,6

16,3**

14,2

12,9

8.000

43.500

6.596

6.608

6,6

145

143

3,6

124,3**

107,4

13,6

18,7**

15,9

15,0

10.000

50.000

7.387

7.453

6,7

148

145

3,7

140,6**

119,4

15,1

20,8**

17,4

16,3

12.000

57.000

 

8.320

6,9

151

147

3,9

 

131,4

 

 

19,8

 

* DLG (2014) Ackerfutterbetrieb ohne Weidegang mit Heu ** (DLG, 2014) Grünlandbetrieb ohne Weidegang mit Heu

4. Nachvollziehbare Dokumentation

4.1 Allgemeine Hinweise

Betriebe, die N- und P-reduzierte Fütterungsverfahren durch eine nach Laktationsverlauf angepasste Futterversorgung auf betriebsindividuellen Daten nachvollziehbar und verständlich darstellen möchten, finden nachfolgend Hinweise zu den bereitzustellenden Daten bzw. Dokumenten. Wichtig ist der Hinweis, dass die Entscheidung für ein N- und P-reduziertes Fütterungsverfahren zu Beginn eines Düngejahres festgelegt werden muss, um die entsprechenden Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten einhalten zu können.

Eine nachvollziehbare Dokumentation ist zur Darstellung des einzelbetrieblichen Nährstoffmanagements notwendig. Dies ist beim alljährlich anzufertigenden Nährstoffvergleich Voraussetzung für die richtige Einordnung des Betriebes (Leistungsklasse, Futtergrundlage).

Autoren:

  • DLG-Arbeitskreises Futter und Fütterung

  • Thomas Bonsels, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, Kassel

  • Jana Denißen, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Bad Sassendorf

  • Dr. Detlef Kampf, DLG e.V., Frankfurt a.M.

  • Dr. Christian Koch, Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung Hofgut Neumühle, Münchweiler an der Alsenz

  • Andrea Meyer, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Hannover

  • Dr. Martin Pries, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Bad Sassendorf

  • Miriam Rabe, Deutscher Verband Tiernahrung, Bonn

  • Petra Rauch, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Grub

  • Georg Riewenherm, Deutsche Tiernahrung Cremer, Düsseldorf

  • Dr. Peter Rösmann, AGRAVIS Raiffeisen AG, Münster

  • Prof. Dr. Hubert Spiekers, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Grub