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19.01.2021

Tierhaltung: Jeder vierte hat finanzielle Schwierigkeiten

Tierhaltung: Jeder vierte hat finanzielle Schwierigkeiten

Redaktion

gruuna.com

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Allgemein Viehhaltung Rinder Schweine Ackerbau

Während viele Landwirte mit Tierhaltung mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen haben, konnte die Agrarbranche im Allgemeinen 2020 einen guten Umsatz erwirtschaften.

Jeder vierte Landwirt mit Tierhaltung bezeichnet seine finanzielle Lage als angespannt oder sehr angespannt. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) unter Berufung auf das Konjunkturbarometer Agrar. Dieses wird jährlich vom Deutschen Bauernverband (DBV), dem Dachverband der Landtechnik-Hersteller und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Auftrag gegeben. Die Folge der finanziellen Schieflagen: Viele Tierhalter wollen auf Investitionen und modernere Ställe vorerst verzichten. Konkret: Der Umfrage unter 1.500 Landwirten zufolge wollen die Landwirte in den nächsten sechs Monaten 1,8 Milliarden Euro und somit 200 Millionen Euro weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres investieren.

Bundesregierung: Umbau der Tierhaltung vorantreiben

Die Bundesregierung will ungeachtet dessen den Umbau der Tierhaltung vorantreiben. Eine Kommission hatte im vergangenen Jahr einen Fahrplan überreicht, wie das bis 2040 gelingen kann. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat dazu ein Machbarkeitsgutachten in Auftrag gegeben, das demnächst präsentiert werden soll. Bauernpräsident Joachim Rukwied forderte in der „NOZ“ eine zügige Umsetzung der Kommissionspläne. „Der Umbau der Tierhaltung muss endlich Fahrt aufnehmen.“ Zudem sprach er sich für eine verpflichtende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung bei tierischen Produkten aus. „Diese muss die Politik verpflichtend umsetzen. Der Verbraucher muss erkennen können, wofür er sein Geld ausgibt“, so Rukwied.

Gesamte Agrarbranche weniger betroffen

Die deutsche Agrarbranche im Allgemeinen hat sich während der Corona-Pandemie allerdings stabiler gehalten als andere Branchen. Das hat eine Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) und der Universität Göttingen ergeben. Der Studie zufolge hat die Branche im Jahr 2020 einen geschätzten Umsatz von 234,3 Milliarden Euro erwirtschaftet, nur etwa 1,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Das gesamte verarbeitende Gewerbe hat im vergangenen Jahr um ungefähr 9 Prozent weniger Umsatz - insgesamt 1,759 Billionen Euro - generiert als 2019. Der Wirtschaftszweig ist 2020 mit einem Umsatz von etwa 13,3 Prozent am Gesamtumsatz beteiligt und somit nach dem Fahrzeugbau die zweitgrößte Branche.

Foto: Roy Buri/pixabay.com (Symbolbild)