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24.02.2021

Nicht den Boden unter den Füßen verlieren

Nicht den Boden unter den Füßen verlieren

Jenny Gronostay

Humintech

Themen

Bodenbearbeitung Düngung Naturschutz Ökolandbau Pflanzenernährung Nachhaltige Landwirtschaft

Huminsäuren als Teil einer integrierten Strategie im Landbau

Bodenschutz und Humusmanagement sind Kerninteressen der Landwirtschaft

Bodenschutz ist längst kein Öko-Thema mehr. Auch dem konventionellen Landbau rauben der Klimawandel und die intensive Bewirtschaftung Jahr für Jahr mehr fruchtbaren Boden. Mit dem integrierten Landbau etabliert sich derzeit eine Strategie, die zwischen Bio und konventionell agiert. Eines ihrer Ziele: Fruchtbaren Boden erhalten und fördern.

Fruchtbarer Boden – eine endliche Ressource

Ohne fruchtbaren Boden läuft in der Landwirtschaft gar nichts. Und dennoch ist er stark bedroht. Weltweit verlieren wir jährlich 10 Millionen Hektar fruchtbares Ackerland. Ein Viertel der globalen Böden ist bereits degradiert. In Europa ist fast die Hälfte mindestens von geringer Qualität. Schlechte Aussichten für ausreichende Erträge.

Hilfe aus dem Boden für den Boden

Doch es gibt eine Lösung: Studien zufolge wird die Fruchtbarkeit von Böden maßgeblich vom Huminsäuregehalt bestimmt. Huminsäuren bilden sich durch Ab- und Umbauprozesse unter Mitwirkung von Mikroorganismen. Je inaktiver diese Mikroorganismen sind, desto unfruchtbarer ist der Boden und desto weniger Huminsäuren enthält er. Doch auch Böden mit einem niedrigen Humusgehalt und einem geringen Anteil an Huminsäuren sind noch lange nicht verloren oder nutzlos.

Denn: Huminsäuren können wir dem Boden wieder zuführen. Hoch aktive Fraktionen finden wir in der oberflächennahen Schicht der Braunkohle, Leonardit genannt. Sie sind besonders wirksam und können in stark beanspruchten Böden einen sehr großen Unterschied bewirken.

Huminsäuren – Multitalente für den Humusaufbau

Die Bedeutung von Huminsäuren in einem fruchtbaren Boden ist enorm. Ihr Vorkommen erkennt der kundige Betrachter nicht zuletzt an der dunklen Färbung der Oberböden. Aufgrund ihrer stabilen Eigenschaften sorgen Huminsäuren für eine deutlich höhere Kationenaustauschkapazität. Auch darüber hinaus wirken sie auf sehr vielfältige und positive Weise auf das „System Boden“ ein. Durch den Einfluss von Huminsäuren verbessert sich das Bodengefüge. Es wird besser durchlüftet und Wasser kann besser und länger aufgenommen und gespeichert werden.

Die Zugabe von Huminstoffen verstärkt darüber hinaus die Bildung von Ton-Humuskomplexen und stabilisiert somit die Krume erheblich. Das Wurzelsystem kann sich besser ausbilden und das Wurzelwachstum wird deutlich verstärkt. Die puffernde Wirkung auf den pH-Wert verbessert die Nährstoffverfügbarkeit und begünstigt die Lebensbedingungen für Bodenorgansimen. Das regt die fortlaufende Humusbildung an.

Guter Boden – Wichtig für Mensch und Umwelt

Wer die Ernährung bis 2030 und darüber hinaus sichern und den Welthunger bekämpfen will, muss unsere Böden als zentralen Ausgangs-, Dreh- und Angelpunkt dafür begreifen. Gesunde, fruchtbare Böden haben das Potential, Milliarden Menschen nachhaltig, gesund und im Überfluss zu ernähren. Ihre zahlreichen weiteren, kostenlosen Ökosystem-Dienstleistungen erhalten uns eine lebensfreundliche Umwelt auf unserem Planeten. Es ist immens wichtig, die Ressource Boden und die Vorgänge darin zu verstehen und ihr den Platz in der Gesellschaft, insbesondere in der Agrarwirtschaft, einzuräumen, der ihnen zusteht.

Huminsäurereiche Rohstoffe wie Leonardit und Braunkohle sind daher echte Hoffnungsträger, die einen sehr wichtigen Beitrag für eine nachhaltige, prosperierende Zukunft der Menschheit leisten können.

Was tun Sie, um die Fruchtbarkeit Ihrer Felder zu erhalten? Mit welcher Form des Humusmanagements haben Sie gute Erfahrungen gemacht?