Zurück zur Übersicht

25.02.2021

Meeresspiegel an Nord- und Ostsee: Den Anstieg kann jetzt jeder sehen

Meeresspiegel an Nord- und Ostsee: Den Anstieg kann jetzt jeder sehen

Redaktion

CYA GmbH

Themen

Allgemein

Der Meeresspiegel an den deutschen Küsten steigt noch nicht so schnell wie der globale. Ein neues Monitoring warnt rechtzeitig bei Veränderungen.

Weltweit steigt der Meeresspiegel durch den Klimawandel an. Oft werden damit Schicksale von Menschen weit entfernter Regionen assoziiert. Doch wie sieht es an unseren Küsten aus? Wie stark ist der Meeresspiegel in den letzten 100 Jahren an Nord- und Ostsee angestiegen? Diese Frage beantwortet der neue Meeresspiegel-Monitor. Dieser wurde vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) entwickelt und wird ständig aktualisiert. Der Monitor ist hauptsächlich für Küstenbewohner gedacht und ist für jeden frei zugänglich.

Folgen des Klimawandels deutlich zu sehen

In Norddeutschland ist der Anstieg des mittleren Meeresspiegels eine der deutlichsten bereits messbaren Folgen des Klimawandels. Er lässt sich an allen acht Pegeln nachvollziehen. So zeigen die Auswertungen der Wasserstandsdaten, dass der mittlere Meeresspiegel an den deutschen Küsten in den letzten hundert Jahren (1921 bis 2020) um etwa 15 bis 20 Zentimeter gestiegen ist. Das entspricht ungefähr dem globalen mittleren Meeresspiegelanstieg im selben Zeitraum. Während der globale Meeresspiegel immer schneller steigt, ist an Nord- und Ostsee keine systematische Beschleunigung zu beobachten. Die Forscher stellen aber einen Einstieg über dem langjährigen Mittel fest.

Früherkennung kritischer Entwicklungen des Meeresspiegels

Laut den Klimaszenarien des Weltklimarates lässt sich feststellen, dass der globale Meeresspiegel konform mit den Treibhausgasen ansteigt. So ist bei anhaltend hohem Ausstoß von Treibhausgasen bis 2100 ein Anstieg von etwa 60 bis 110 Zentimetern zu erwarten. Gelinge es, Treibhausgasemissionen nennenswert zu reduzieren, müsse bis 2100 trotzdem mit einem globalen mittleren Meeresspiegelanstieg von 30 bis 60 Zentimetern gerechnet werden, so die HZG-Forscher. Da verschiedene Studien vermitteln, dass sich der Anstieg an unseren Küsten nur unwesentlich vom globalen Mittel unterscheiden wird, zeigt der Monitor an, ob die aktuellen Werte bereits Vorboten der globalen Szenarien sind.

Foto: public-photobox/pixabay.com (Symbolbild)