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22.03.2021

Gewässer schonen mit Energiepflanzen

Gewässer schonen mit Energiepflanzen

Gudrun Kramer

Fachverband Biogas e.V.

Themen

Naturschutz Artenvielfalt Energie Biogas Energiepflanzen Ackerbau Pflanzen Nachhaltige Landwirtschaft

Energiepflanze ist nicht gleich Energiepflanze. Zum heutigen Weltwassertag beleuchten wir kurz die Vielfalt der Energiepflanzen und zum anderen ihren potenziellen Beitrag zum Umwelt- und Wasserschutz im Ackerbau.

Besonders vorteilhaft für den Boden und damit auch für das Wasser sind dabei mehrjährige Pflanzen. Aufgrund ihrer tiefen Durchwurzelung und der dauerhaften Bodenbedeckung wird sowohl die oberflächliche Erosion vermieden und damit Seen und Flüsse geschützt als auch die Auswaschung von Nitraten ins Grundwasser verhindert. Die obsolete Bodenbearbeitung wirkt sich zudem positiv auf Bodenlebewesen wie beispielsweise Regenwürmer aus.

Zu den mehrjährigen Energiepflanzen gehören unter anderem Riesenweizengräser, Wildpflanzenmischungen oder die Durchwachsene Silphie. Die Silphie hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Shootingstar unter den Biogaspflanzen entwickelt. Sie wird bis zu zweieinhalb Meter hoch, blüht von Juni bis August leuchtend gelb und wird gerne von Insekten angeflogen.

Für die BetreiberInnen von Biogasanlagen ist die zu den Korbblütlern gehörende Silphie deshalb so interessant, weil sie neben ihren umweltschonenden Charakteristika einen mit dem Mais vergleichbaren Gasertrag pro Hektar hat. Zudem kann sie seit 2018 als ökologische Vorrangfläche im Rahmen des Greenings angerechnet werden. Mittlerweile wird die Silphie auf über 2.000 Hektar deutschem Boden (Stand 2020) angebaut.

Hummel auf Silphie-Blüte.

Aber auch einjährige Energiepflanzen wie die Mischkultur Wickroggen, Untersaaten und Zwischenfrüchte verbessern nachweislich die Bodenstruktur und sorgen ebenfalls für eine winterliche Bodenbedeckung.

„Mit Biogas haben wir die Möglichkeit, die Artenvielfalt auf unseren Feldern zu erhöhen und damit einerseits den Boden und das Wasser zu schützen und darüber hinaus den wildlebenden Tieren und Insekten wertvollen Lebensraum zur Verfügung zu stellen“, fasst FvB-Geschäftsführer Dr. Stefan Rauh zusammen.

Die lila Blüten der Wicke werden im Mai und Juni gerne von Insekten angeflogen.

Darüber hinaus startete der Fachverband Biogas in 2017 eine Informationsinitiative, mit dem Ziel,die BetreiberInnen für einen gewässerschonenden Betrieb zu sensibilisieren. Diese beinhaltet unter anderem Arbeitshilfen sowie zahlreiche Veranstaltungen zur Umsetzung der neuen Düngeverordnung – häufig in Zusammenarbeit mit den Behörden.