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30.04.2021

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 77/20 Alleinfutter für Mastschweine, aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 77/20 Alleinfutter für Mastschweine, aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland

Lara-Sophie Huppertz

Verein Futtermitteltest e.V.

Themen

Schweine Futter und Fütterung

Im vergleichenden Mischfuttertest wurden von August bis September 2020 aus der Region Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland insgesamt neun Alleinfutter für Mastschweine von drei Herstellerwerken beprobt.

Die geprüften Mastalleinfutter waren für verschiedene Gewichtsbereiche konzipiert, wobei allerdings meist nur der Einsatzbeginn angegeben wurde. Der Einsatzbereich der Futter ist für die Vormast ab 28 kg Lebendmasse (2x), für die Anfangs-/Mittelmast von 35-75 bzw. ab 40 oder 50 kg LM, für die Mittel-/Endmast ab 50/70 bzw. ab 80 kg LM oder als sogenanntes Universalmastfutter ab 35 kg, sowie einmal ohne Gewichtsangabe vorgesehen. 

Die Prüfung der Inhaltstoffe erbrachte keine abweichenden Befunde. Alle Futter wurden mit der Note 1 bewertet.

Ausführliche Erläuterungen des VFT, Richtwerte zur Nährstoffausstattung der Futter und weitere Anforderungen des VFT sind im Internet unter www.futtermitteltest.de erhältlich. Dort sind auch die Ergebnisse verschiedener Regionen und Futtertypen zu finden.

 

Kommentierung der Ergebnisse

Die Energiegehalte der geprüften Mastalleinfutter enthielten laut Deklaration 12,8 bis 13,4 MJ ME/kg. Die Rohproteingehalte lagen bei 13,5% (1x), 15,5% (2x), 16,0-17,0 (6x) mit 0,89-1,15 % Lysin. Das Lysin-Energie-Verhältnis der Futter variierte im Bereich von 0,68 bis 0,86 g Lysin je MJ ME. Die Calciumgehalte der Futter lagen zwischen 0,65 und 0,75 %, die Phosphorgehalte zwischen 0,40 und 0,47 %. Alle getesteten Futter enthielten einen Zusatz an Phytase. Der Zusatz von Phytase verbessert die Verwertung des Phosphors durch die Nutzung des pflanzlich gebundenen Phytinphosphors, so dass abgesenkte Phosphorgehalte im Futter realisiert werden können. Die Verbesserung der Phosphor-Verdaulichkeit, die dadurch ermöglicht wird, bedingt, dass in der Mischung geringere Brutto-Phosphor-Gehalte umgesetzt werden können.

Futter ohne entsprechenden Hinweis auf einen Einsatzbereich (von … bis …) bzw. pauschalem Einsatzbeginn ab 35 kg LM werden vom VFT für die Bewertung als Universalfutter ab 35 kg LM eingeordnet. Auch bei Einsatz von „Universalfutter“ zu Mastbeginn kann im Mastverlauf auf Mittel- oder Endmastfutter umgestellt werden.

Insgesamt fiel keines der Futter wegen Abweichungen bei den angegebenen Nährstoffgehalten auf. Auch in der fachlichen Bewertung genügten die getesteten Futter den Anforderungen. Die Bewertung erfolgte daher für alle Futter mit der Note 1.

Bei vier der geprüften Alleinfutter für Mastschweine konnten die Komponenten mit ihren entsprechenden Gemenganteilen der Deklaration entnommen werden. Die Fütterungshinweise sind für den Einsatzzweck eindeutig und verständlich.

Sieben der getesteten Futter enthielten Angaben zur Stoffstrombilanz.

Die hier vorliegenden Testergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die geprüften Futterchargen. Sie stellen keine Bewertung einer Firma dar und erlauben keine Rückschlüsse auf das übrige Produktionsprogramm der Hersteller.

Die Prüfung von Mischfutter durch den Verein Futtermitteltest e.V. wird insbesondere durch Zuschüsse des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert