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29.04.2021

Schädlingsbekämpfung in Zuckerrüben

Schädlingsbekämpfung in Zuckerrüben

Team N.U. Agrar GmbH

N.U. Agrar GmbH - Allgemein

Themen

Pflanzenschutz Insektizid Ackerbau

Das nicht systemische Tefluthrin im Force 20 CS (Rübenbeize) hat durch seine Dampfphase nur gegen Schädlinge im Boden (Drahtwurm, junge Moosknopfkäfer, Tausendfüßler) und nur für kurze Zeit eine ausreichende Wirkung, nicht aber gegen von außen zufliegende Insekten (alte Moosknopfkäfer, Erdflöhe, Rübenfliegen, Rübenmotten und Blattläuse).

Erdflöhe sind inzwischen bestandgefährdende Schädlinge in den Zuckerrüben. Bei Fraßspuren auf mehr als 20 % der Keimblätter oder wenn mehr als 40 % der Rübenpflanzen im 2-4-Blattstadium der Rüben Fraßspuren auf- weisen, ist die Bekämpfungsschwelle erreicht. Zur Bekämpfung des Erdflohs sind nur Pyrethroide (gegen beißende Insekten) zugelassen.

Schadinsekten in Zuckerrüben (Übersicht mit Bekämpfungsrichtwerten des JKI)

Schaderreger

Vorläufige Bekämpfungsrichtwerte (nach JKI)

Erdraupen (Agrotis/ Euxoa/ Noctua spp.)

mehr als eine angefressene Pflanze je 2 m²

Rübenderbrüssler (Bothynoderes punctiventris)

Pheromonfallen auf Altrübenflächen*

Rübenerdfloh (Chaetocnema sp.)

20 % Blattfläche vernichtet oder 40 % geschädigte Pflanzen bis BBCH 12

Rübenaaskäfer (Blitophaga sp., Silpha sp)

20 % Blattschaden (bis BBCH 12)

Moosknopfkäfer (Atomaria linearis)

20 % geschädigte Pflanzen bis BBCH 14

Rübenfliege (Pegomyia hyoscyami)

mit Larven (Minen) befallener Pflanzen

10 / 20 / 30 % befallene Pfl. in BBCH 12 / 14 / 16

Rübenmotte (Scrobipalpa ocellatella)

mehr als 10 % Pflanzen mit Befall (BBCH14-16)

Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae)

Nach Erstfunden in Gelbschalen:

bis BBCH 39: 10 % befallene Pflanzen

Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae)

Gammaeule (Autographa gamma)

20 % Blattschaden (Frühsommer)

Virusübertragende Blattläuse bilden als Vektoren des Rübenvergilbungsvirus eine nicht unerhebliche Gefahr für die Zuckerrüben. Vom Auflaufen der Zuckerüben an ist der Blattlauszuflug mit geeigneten Mitteln (Gelb-schalen, Klebetafeln) zu kontrollieren. Insbesondere die Grüne Pfirsichblattlaus muss als potentester Virusvektor konsequent bekämpft werden. Die Grüne Pfirsichblattlaus ist inzwischen weitgehend resistent gegen Pyrethroide.

Die einmalige Anwendung von Teppeki ist seit diesem Frühjahr in Zuckerrüben zugelassen.

Notfallzulassung für Acetamiprid bislang nicht wieder erteilt

Die Neonicotinoide „Carnadine“ und „Mospilan“ (Wirkstoff: Acetamiprid) hatten 2020 eine Notfallzulassung in Zuckerrüben. Bislang wurde diese Notfall-Zulassung nicht wieder erteilt. Mit dem Acetamiprid werden auch Erdflöhe und Käfer erfasst, gegen die das Flonicamid (im Teppeki) keine Wirkung besitzt.