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01.05.2021

Vegan: So wirkt sich der Trend auf die Fleischbranche aus

Vegan: So wirkt sich der Trend auf die Fleischbranche aus

Redaktion

gruuna.com

Themen

Allgemein Politik Gesellschaft Vergütung Markt

Der Wirtschaftsinformationsanbieter databyte hat untersucht, welche wirtschaftlichen Folgen der Trend, sich vegan zu ernähren, auf die Fleischbranche hat.

Sich vegan zu ernähren, liegt im Trend. Immer mehr Menschen in Deutschland verzichten komplett oder zu einem großen Teil auf Fleisch. Was Umfragen und Studien der letzten Jahre prognostizierten, bestätigt jetzt das Handelsregister: Aus einem sozialen Umdenken wächst ein neuer Handelszweig, der mit dem traditionellen Fleischmarkt konkurriert. Aktuelle Zahlen zum wirtschaftlichen Stand der Fleischherstellung liefert der Wirtschaftsinformationsanbieter databyte mit einer Auswertung.

Immer weniger Schlachtereien

Seit 2015 liegt die Anzahl der Neugründungen im Bereich Schlachten und Fleischverarbeitung kontinuierlich unter 150 pro Jahr, meistens sogar weit darunter. 2019 verzeichnete das Handelsregister in dieser Branche sogar nur 95 neue Unternehmen. Bis auf 2020 ist ein Abstieg zu verzeichnen. Letztes Jahr stiegen die Anmeldungen zwar auf 135; die Experten von databyte vermuten aber, dass das an den coronabedingten Notschlachtungen liegt. 

Umsatz von Ersatzprodukten steigt 

Der Fleischatlas 2021 der Heinrich-Böll-Stiftung gibt Aufschluss über weitere Entwicklungen beim Konsum sowohl von Fleisch als auch von Fleischersatzprodukten. Demnach lagen Privatkäufe von entsprechenden Ersatzwaren 2019 schon bei 26.600 Tonnen. Im gleichen Jahr verzeichnete diese Branche einen Jahresumsatz von 273 Millionen Euro. Wenig im Vergleich zu den 40,1 Milliarden Euro Umsatz des Fleischhandels. Die Produktmenge der Ersatzprodukte nahm allerdings vom ersten Quartal 2019 bis zum ersten Quartal 2020 um 37 Prozent zu.

Vegan vor allem bei jungen Leuten beliebt

Laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) wurden 2020 in Deutschland 57,3 Kilogramm Fleisch pro Kopf verzehrt. Damit sinkt der Wert trotz wachsender Fleischgroßkonzerne auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung 1989. Dafür, dass der Fleischkonsum weiter abnimmt, spricht das Interesse der jungen Bevölkerung an einer vegetarischen oder veganen Lebensweise: Rund 13 Prozent der 15- bis 29-Jährigen ernähren sich fleischfrei. Flexitarier, also Personen, die nur hin und wieder Fleisch essen, liegen in dieser Altersgruppe bei knapp 25 Prozent.

Foto: Ella Ollson/pexels.com (Symbolbild)