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30.05.2021

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 103/20 Ferkelaufzuchtfutter I und II, aus Sachsen und Thüringen

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 103/20 Ferkelaufzuchtfutter I und II, aus Sachsen und Thüringen

Lara-Sophie Huppertz

Verein Futtermitteltest e.V.

Themen

Viehhaltung Schweine Futter und Fütterung

In Sachsen und Thüringen wurden im Zeitraum November und Dezember 2020 sechs Futter für die Ferkelaufzucht (FAZ) für den VFT beprobt, analysiert und bewertet. Die Futter stammten von fünf Herstellern.

In der Aufzucht ist ein mehrphasiges Futterkonzept mit angepassten Nährstoffgehalten üblich. Entsprechend den Einsatzempfehlungen sind die geprüften Futter ab 12 kg Lebendmasse (LM), bis 20/35 kg LM, von 15-25 kg LM, bis 35 kg LM bzw. bis 8 Wochen nach dem Absetzen einzusetzen. Zweimal fehlten nähere Angaben zum Einsatzbeginn. Bei Aufzuchtfutter ohne Hinweis auf den Einsatzbeginn (nur Angabe Einsatzende oder Alter) ist ein zielgerichteter Einsatz erschwert.

Erläuterungen zur Vorgehensweise des VFT bei der Bewertung der Futtermittel, zu Anforderungen und fachlichen Vorgaben sind im Internet unter www.futtermitteltest.de zu finden. Dort ist auch ein Zugriff auf die VFT Testergebnisse von verschiedenen anderen Futtertypen möglich.

 

Kommentierung der Ergebnisse

Die geprüften Futter basierten überwiegend auf Getreide und Sojaextraktionsschrot. Meistens wurden auch Getreidenebenprodukte und Zuckerrübenschnitzel, als Eiweißkomponenten vereinzelt Raps-, Sonnenblumen-, Leinsaat mit eingesetzt. Bei den meisten Ferkelfuttern wurden im Hinblick auf die Darmgesundheit Säuren und Enzyme, einmal auch Mykotoxinbinder zugesetzt.

Eine Angabe der verwendeten Rohstoffe in % erfolgte bedauernswerter Weise nicht. Solche, wenn auch freiwillige Zusatzinformationen, sind für Schweinehalter hilfreich und erleichtern das für die Tiergesundheit so wichtige Prinzip der Komponentengleichheit im Aufbau der Fütterung.

Die Angaben der Hersteller zu den wichtigsten Nährstoffgehalten wurden im Rahmen der futtermittelrechtlichen Anforderungen betätigt. Bei einem Futter fehlte aber die Methioninangabe.

Für die fachliche Beurteilung nach Einsatzzweck werden neben der Energieangabe und deren Einhaltung die Erfüllung der geforderten Gehalte an Aminosäuren (Lysin, Methionin+Cystin, Threonin) und Mineralstoffen (Calcium, Phosphor) für den entsprechenden Einsatzzweck (Einsatzbeginn) sowie die Aussagefähigkeit der Fütterungshinweise berücksichtigt. Mangels Angaben zum Einsatzbeginn wurde ein FA I (bis 20/35 kg) und zwei FA II (bis 8 Wo nach dem Absetzen bzw. bis 35 kg) mit den Anforderungen für 8 kg bzw. 20 kg schwere Ferkel verglichen. Eine Aufzucht mit nur einem Futter (einphasig) ist nicht nur unüblich, sondern auch unnötig teuer (Luxuskonsum in der 2. Aufzuchthälfte) und aus Umweltsicht nachteilig (höhere Nährstoffausscheidungen)

Die hier einbezogenen FAZ sind mit 13,2-13,8 MJ ME/ kg, 1,20-1,30 % Lysin und 0,39-0,49 % Methionin bei 16,5 bis 18,0 % Rohprotein konzipiert. Die Futter für den Einsatz in der ersten Hälfte der Aufzucht waren entsprechend der höheren Nährstoffansprüche im Energiegehalt höher und auch bei den Aminosäuren etwas stärker konzentriert. Bei vier Futtern war Methionin-Hydroxy-Analog als Methioninquelle zugesetzt. Die Mineralisierung war mit 0,60-0,68 % Calcium und 0,49-0,55 % Phosphor über alle Futter hinweg recht ähnlich.

Alle Futter erreichten die Anforderungen bezüglich der Energiekonzentration sowie der Aminosäuren- und Mineralstoffausstattung. Damit erreichten die Futter die beste Bewertung „1“.

Die Testergebnisse gelten nur für die geprüften Futter und lassen keine Rückschlüsse auf die übrige Produktpalette der beteiligten Hersteller zu.

Die Prüfung von Mischfutter durch den Verein Futtermitteltest e.V. wird insbesondere durch Zuschüsse des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert.