Zurück zur Übersicht

02.06.2021

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 111/20 Alleinfutter für Mastschweine aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 111/20 Alleinfutter für Mastschweine aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen

Lara-Sophie Huppertz

Verein Futtermitteltest e.V.

Themen

Schweine Innenwirtschaft Futter und Fütterung

Im vorliegenden Mischfuttertest des VFT e. V. aus November und Dezember 2020 sind vierzehn Alleinfutter für Mastschweine aus fünf Herstellerwerken enthalten. Die Prüffutter stammen aus der Beprobung in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen.

Aus den Produktbezeichnungen und Fütterungshinweisen ergibt sich ein Einsatz für unterschiedliche Mastphasen: 2x Vormast ab 25 kg (25-50 kg Lebendmasse (LM)), 2x Anfangsmast ab 35 (35-70 kg LM), 4x Mittelmast (ab 50, 60 bzw. 60/70 kg LM) und 3x Endmast ab 70 bzw. 80 kg LM sowie drei Futter ohne Angabe des Einsatzbeginns oder Einsatz ab 35 kg LM ohne Begrenzung, diese wurden als „Universalfutter“ angenommen.

Die Herstellerangaben von fünf wertbestimmenden Parametern werden in Tabelle A dargestellt. Informationen zum VFT und zu dessen Vorgehensweise bei der Bewertung werden unter www.futtermitteltest.de erläutert. Ebenso sind hier die Ergebnisse der übrigen VFT-Testreihen nach Region und Prüfzeitraum geordnet veröffentlicht.

 

Kommentierung der Ergebnisse

Die geprüften Mastfutter basierten auf Getreide und Getreidenebenprodukten sowie Raps- und teils auch Sojaextraktionsschrot als Proteinträger. Neben Vitaminen und Spurenelementen wurde bei allen Futtern Phytase (zur besseren Nutzung des pflanzlich gebundenen Phosphors  Einsparung mineralischer Phosphor) und weitere Enzyme zum Aufschluss der Kohlenhydrate zugesetzt. Ein Futter enthielt auch organische Säuren (meist Benzoesäure). Bei keinem Futter wurden freiwillig die verwendeten Komponenten in % angegeben. Solche Zusatzinformationen wären hilfreich um das für die Darmgesundheit wichtige Prinzip der „Komponentengleichheit“ zu realisieren.

Eine genaue Angabe des Einsatzbeginns ist für eine angepasste Fütterung auch unter dem Aspekt der Vermeidung unnötiger Nährstoffausscheidungen notwendig. Der Name „Endmastfutter“ ohne Angabe des Einsatzbeginns reicht nicht aus, da „Endmast“ in der Praxis unterschiedlich interpretiert wird, z.B. ab 50 oder ab 90 kg LM.

Die wichtigsten Nährstoffgehalte der Alleinfutter liegen laut Herstellerangaben zwischen 12,6 und 13,2 MJ ME/kg, 14 bis 17 % Rohprotein und 0,85 bis 1,12 % Lysin. Die Calcium- und Phosphor-gehalte liegen zwischen 0,60 und 0,70 % Ca bzw. 0,40 und 0,55 % P.

Bei allen geprüften Mastfuttern konnten die Laborergebnisse die wichtigsten Energie- und Nährstoffangaben der Hersteller bestätigen – es ist drin was draufsteht.

Im Rahmen der fachlichen Bewertung wird die Angabe und Einhaltung der angegebenen Energie­werte sowie die ausreichende Versorgung (Richtwerte) mit Aminosäuren (hier Lysin) und Mineral­stoffen (Ca, P) im Hinblick auf den genannten Einsatzzweck bewertet. Alle Mastfutter hielten die Vorgaben ein und erreichten somit die beste Bewertung „1“.

Im Hinblick auf eine Absicherung der Magen- und Darmgesundheit werden für hochleistende Schweine mittlerweile mindestens 5 % Rohfaser im Futter empfohlen. Der „Bedarf“ von Mastschweinen bzgl. Faser mit >900 g MTZ liegt bezogen auf die Futterausstattung, nach neuer Erkenntnis bei 5,2 % (Meyer 2020). Die Rohfasergehalte der geprüften Futter liegen laut Konzeption bei 4,0 – 5,6 (im Mittel 4,9 %) und werden durch die Laborbefunde bestätigt (3,5 – 5,5 %, im Mittel 4,7 %).

Die Untersuchungsergebnisse und ihre Interpretationen betreffen ausschließlich den vorliegenden Mischfuttertest. Sie lassen keine Rückschlüsse auf andere Produkte der Hersteller zu.

Die Prüfung von Mischfutter durch den Verein Futtermitteltest e.V. wird insbesondere durch Zuschüsse des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMEL) gefördert.