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03.06.2021

Weinrebenkrankheiten im Fokus: Blattrollenkrankheit (Teil 2 von 2)

Weinrebenkrankheiten im Fokus: Blattrollenkrankheit (Teil 2 von 2)

Federico Barone

TerraSharp

Themen

Pflanzenschutz Fungizid Insektizid Gesellschaft Europa Digitalisierung, Arbeitswirtschaft und Prozesstechnik Betriebsmanagement Pflanzen Smart Farming Nachhaltige Landwirtschaft Technik

Zu Beginn der Vegetationsperiode sind der Austrieb und die Triebentwicklung im Vergleich zu gesunden Pflanzen in der Regel zeitlich leicht verzögert; dieser Zustand dauert einige Wochen an. Symptome an den ersten Blättern treten in der ersten Sommerhälfte vor allem an gestressten Pflanzen auf; das Ausmaß der Schäden am Blattsystem nimmt bis zum Ende der Vegetationsperiode zu. Bei roten Sorten färben sich die symptomatischen Blätter vollständig rot, abgesehen von den primären und sekundären Adern, die grün bleiben. Nur Sorten, die extrem pigmentierte Trauben haben, zeigen komplett rote Blätter. Bei weißen Sorten sind die Symptome nur schwer zu erkennen, daher sind sie das perfekte Reservoir für den Erreger.

Um die Ausbreitung des Erregers in jüngeren Pflanzen zu verhindern, kann der Gärtner einige Techniken anwenden, wie z.B. den Hitzeschock (hohe Temperaturen für einige Sekunden töten das Virus ab und die Pflanze wird nicht geschädigt) oder in vitro (aus wenigen gesunden Zellen entsteht eine komplette Pflanze, die zunächst im Labor angezogen wird). Die Verwendung von gesundem Pflanzenmaterial ist äußerst wichtig. Die Verwendung von kranken Reben ist die Hauptursache für die Virusübertragung.

Die anderen beiden Wege, auf denen sich das Virus ausbreitet, sind durch bestimmte Insekten und schlechte landwirtschaftliche Praktiken. Einige Schädlinge, die sich vom Phloem-Saft ernähren, wie z. B. Wollläuse, helfen bei der Verbreitung der Viren. Diese Insekten können mit Insektiziden oder durch das Einbringen anderer antagonistischer Insekten auf den Feldern abgetötet werden. Ein wichtiger Überträger für Viren ist die Schmierlaus Planococcus Ficus, die ein weit verbreiteter Schädling in Südafrika, den Mittelmeerregionen, Argentinien und einigen Gebieten Kaliforniens ist. Bei einem Befall auf dem Feld befindet sich nur ein Teil der Insekten auf den Blättern, während ein Teil auf den Wurzeln vorhanden ist und auch nach der Anwendung von nicht-systemischen Insektiziden auf dem Laub überlebt.

Das bedeutet, dass es nicht ausreicht, nur auf Insekten zu wirken, die sich auf dem Epigealapparat befinden, da einige Insekten im Boden Unterschlupf finden können. Darüber hinaus können landwirtschaftliche Praktiken das Virus innerhalb des Weinbergs verbreiten.

Es besteht ein geringes, aber reales Risiko der Übertragung während des Beschneidens; wenn eine infizierte Pflanze beschnitten wird, verbleibt ein Teil ihres Saftes (in dem das Virus enthalten ist) an der Schere und kann der Überträger der Krankheit sein. Derzeit gibt es kein kuratives Produkt, daher ist die Prävention die einzige Möglichkeit, die Auswirkungen dieser Erreger zu reduzieren.

All dies macht deutlich, dass Vorbeugung die einzige Möglichkeit zur Bekämpfung des Blattroll-Virus ist. Die von Drohnen aufgenommenen Luftbilder eignen sich perfekt, um infizierte Pflanzen zu erkennen und eine Strategie zur Reduzierung des Auftretens der Krankheitserreger zu organisieren. Mit Drohnen wird jede Pflanze überwacht, sodass die Winzer vor Ort Maßnahmen ergreifen können, um die Gesundheit ihres Weinbergs und damit auch ihres Weins zu verbessern.

TerraSharp wird in dieser Saison Daten sammeln, um zu untersuchen, wie man von betroffenen Pflanzen über die Krankheit erkennen und sie auf einer Karte sichtbar machen kann.