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08.06.2021

Erhalt von Agrarflächen: Ramelow schlägt „ostdeutsche Stiftung“ vor

Erhalt von Agrarflächen: Ramelow schlägt „ostdeutsche Stiftung“ vor

Redaktion

gruuna.com

Themen

Allgemein Bodenmarkt

Laut dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow sollte eine Stiftung Agrarflächen kaufen, die von regionalen Landwirten genutzt werden könnten.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow will mit einer „ostdeutschen Stiftung“ gegen steigende Bodenpreise und den außerlandwirtschaftlichen Verkauf von Agrarflächen angehen. Das berichtet das landwirtschaftliche Informationszentrum Proplanta unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur (dpa)

„Mir schwebt eine ostdeutsche Stiftung vor, die von den Ländern zu bilden wäre. Flächen, die von der bundeseigenen Bodenverwertungs- und Verwaltungs GmbH (BVVG) noch nicht verkauft wurden, sollten in die Stiftung eingebracht werden“, sagte Ramelow zur dpa.

Ausverkauf von Agrarflächen soll gestoppt werden

Mit dem Stiftungsmodell könnte laut Ramelow der Verkaufsdruck gemildert werden, dem auch die BVVG ausgesetzt ist, deren Einnahmen in den Bundeshaushalt fließen. Mit dem Modell könnten die Flächen über die Stiftung für die regionalen Landwirtschaftsbetriebe nutzbar gemacht werden. „Das setzt jedoch voraus, dass der Bund die bei seiner Gesellschaft zusammengefassten Flächen überträgt“, so der Ministerpräsident. 

Bauernverband begrüßt Stiftungsmodell

Der Thüringer Bauernverband (TBV) steht dem Stiftungsmodell für die Vergabe von Flächen aufgeschlossen gegenüber. „Die von der BVVG im Ausschreibungsverfahren aufgerufenen Pacht- und Kaufpreise von Grünland- und Ackerflächen stehen schon seit Jahren in keinem Verhältnis zu den Ergebnissen, die man mit Ackerbau und Viehzucht erwirtschaften kann“, so TBV-Präsident Dr. Klaus Wagner. Das Stiftungsmodell könne hier Abhilfe schaffen, wenn sichergestellt werde, dass die Flächen weiterhin für die Landwirtschaft zur Verfügung stehen, so Wagner.

Die Vergabe der Flächen durch die Stiftung müsste aus Sicht des TBV so ausgestaltet werden, dass keine überhöhten Preise aufgerufen werden. „Die Flächen sollten den Bewirtschaftern zur Verfügung gestellt werden, entweder durch Kauf oder Pacht“, so der Thüringer Bauernpräsident. Wichtig sei, dass alle regionalen Landwirtschaftsunternehmen, unabhängig von Betriebsform, Betriebsgröße und Bewirtschaftungsart, die Möglichkeit erhalten, diese Flächen zu erwerben oder zu pachten.

Foto: Brockenhexe/pixabay.com (Symbolbild)