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04.09.2021

Emmer: Fast vergessenes Getreide

Emmer: Fast vergessenes Getreide

Redaktion

gruuna.com

Themen

Allgemein Getreide

Verbraucherwünsche und Umweltschutz: Der BUND sieht Chancen im Anbau alter Getreidesorten, wie Emmer.

Weizen, Gerste, Mais, Raps und Roggen: Fünf Kulturen dominieren in Deutschland etwa 75 Prozent der Ackerflächen. Der BUND Naturschutz macht auf alte Getreidesorten aufmerksam, die laut dem Verband ebenfalls ihre Berechtigung haben. Etwa Emmer wurde schon 11.000 Jahre vor Christus angebaut. Immer mehr Landwirte entdecken heute das Urgetreide wieder. Die Vorteile: Emmer braucht weniger Dünger als Weizen und schont so Gewässer und Böden.

Gute Umweltverträglichkeit

Der BUND hebt auch die biologische Vielfalt hervor: Durch den Anbau vieler verschiedener Getreidesorten seien weniger Pestizide notwendig. So steige auch bei Verbrauchern die Nachfrage nach diesen Urkörnern, zu denen neben dem Emmer etwa auch das Einkorn gehört. „Der Emmer ist ein uraltes und leider auch fast vergessenes Getreide. Verdrängt von den leistungsstarken Getreidesorten ist er hierzulande kaum noch zu finden“, sagt der BUND-Experte für Agrarpolitik Christian Rehmer und ist zuversichtlich: „Die Zeiten bessern sich langsam: Dank Bier und Brot bekommt das Urkorn eine neue Chance und unsere Getreidefelder werden wieder vielfältiger.“ Er fordert aber gleichzeitig Fördergelder für Landwirte, die alte Getreidesorten anbauen.

Eigenschaften von Emmer

  • Merkmale: Emmer besitzt je zwei Körner pro Ährchen. Die Körner sind von schützenden Hüllen fest umgeben. Die Ähren sitzen auf bis zu 1,50 Meter hohen Halmen, also deutlich höher als die von Weizen.

  • Ährenfarben: Es gibt roten, schwarzen und weißen Emmer

  • Anbaugebiet: Emmer kommt gut mit einem geringen Nährstoffangebot auch auf mageren und trockenen Böden aus. Er wird in Deutschland meistens im Umkreis von einigen innovativen Mühlen angebaut.

  • Gefährdung: Emmer steht auf der roter Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen.

Weitere Informationen findet man auf der Internetseite des BUND.

Foto: LoggaWiggler/pixabay.com (Symbolbild)