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11.09.2021

Nachhaltige Landwirtschaft: Diese Gruppen sehen Verbraucher in der Pflicht

Nachhaltige Landwirtschaft: Diese Gruppen sehen Verbraucher in der Pflicht

Redaktion

gruuna.com

Themen

Allgemein Politik Nachhaltige Landwirtschaft

Die Landwirte, die Politik oder gar sich selbst? Eine Umfrage zeigt, wen Verbraucher tatsächlich für nachhaltige Landwirtschaft in der Verantwortung sehen.

Nachhaltigkeit zählt zu den großen politischen Themen. Vor der Bundestagswahl am 26. September wollte das Meinungsforschungsunternehmen Civey im Auftrag der Rabobank von Verbrauchern wissen, wen sie in der Verantwortung für nachhaltige Landwirtschaft sehen. Dazu wurden im August 2.800 Personen befragt.

Dem Einzelhandel trauen Verbraucher kaum Verantwortung für nachhaltige Landwirtschaft zu

Doch welche Bedeutung hat nach Meinung der Verbraucher die Politik, wenn es um eine verantwortungsvolle, nachhaltige Landwirtschaft geht? Der Rabobank Food Navigator zeigt: Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) sieht dabei am ehesten die Landwirte in der Pflicht. Auf einem überraschenden zweiten Platz stehen die Verbraucher selbst: 47,6 Prozent der Befragten haben sich für diese Option entschieden und sehen damit große Gestaltungsmöglichkeiten bei ihrem eigenen Kauf- und Konsumverhalten. Die Politik liegt mit zwei Prozentpunkten Abstand mit 45,5 Prozent knapp dahinter auf dem dritten Platz. Danach folgen die Lebensmittelindustrie (37,3 Prozent) und mit großem Abstand der Einzelhandel (14,8 Prozent).

Wie denken die Wähler der einzelnen Parteien?

Der Blick auf die Wahlabsichten der Befragten legt unterschiedliche Schwerpunkte bei den jeweiligen Parteien offen: So sehen die Anhänger fast aller Parteien die Landwirte am ehesten in der Verantwortung für mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft - ausgenommen die der Grünen und der Linken.

Den Verbraucher und seine Einflussmöglichkeiten sehen am ehesten die Wähler der FDP (53,8 Prozent) in der Verantwortung, dicht gefolgt von den Wählern der Grünen (52,4 Prozent) und der CDU/CSU (50,8 Prozent). SPD-Wähler folgen mit etwas Abstand (47,4 Prozent), während bei den Anhängern der Linken nur knapp ein Viertel (24,3 Prozent) und bei der AfD ein Drittel (34,5 Prozent) dem Verbraucher genügend Einfluss zugestehen.

Bei denjenigen, die die Politik am ehesten in der Pflicht sehen, sind die Abstände größer. Während sich ein Drittel der CDU/CSU-Wähler (31,0 Prozent) für die Politik entscheidet, sind es bei denen der Grünen (65,2 Prozent) und der Linken (65,4 Prozent) mehr als doppelt so viele. Dazwischen liegen Wähler von SPD (46,2 Prozent) und FDP (41,5 Prozent).

Foto: BLE/Dominic Menzler