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14.09.2021

Bis 70 Euro Verlust pro Schwein: Klöckner lädt zum Krisengipfel

Bis 70 Euro Verlust pro Schwein: Klöckner lädt zum Krisengipfel

Redaktion

gruuna.com

Themen

Allgemein Schweine

Laut ISN haben Tierhalter 60 bis 70 Euro Verlust pro Schwein. Bundesministerin Julia Klöckner sucht in einer Videoschalte mit Verbandsvertretern nach Lösungen.

Angesichts historisch niedriger Schweinefleischpreise hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für den morgigen Mittwoch (15. September) zu einem „Schweinegipfel“ geladen. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) berichtet, will die Ministerin in einer digitalen Schalte gut zwei Stunden mit Vertretern der Landwirtschaft, der Schlachtindustrie sowie des Handels über Wege aus der Krise sprechen. Dem NOZ-Bericht zufolge sollen auch die Agrarministerinnen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, Barbara Otte-Kinast und Ursula Heinen-Esser an dem Treffen teilnehmen. In den beiden Bundesländern spielen Schweine für die Landwirtschaft eine große Rolle.

Bis zu 70 Euro Verlust pro Schwein

Im Gespräch sollen Auswege aus der derzeitigen Preismisere diskutiert werden. Torsten Staack, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), nannte die Preiskrise „ohne Beispiel“. Pro verkauftes Schwein machen die Landwirte laut Staack derzeit einen Verlust von 60 bis 70 Euro. „Wenn wir morgen Fleisch aus Tierwohlställen wollen, müssen wir jetzt dafür sorgen, dass die Betriebe nicht pleitegehen, die den Umbau stemmen sollen“, so der ISN-Geschäftsführer.

Ausstiegsprämie als Option

Staack rief in der NOZ die Politik dazu auf, eine Herkunftskennzeichnung für deutsches Fleisch durchzusetzen: „Im Bereich Frischfleisch im Handel ist das bereits jetzt oft schon der Fall. Aber auch Hersteller verarbeiteter Produkte und die Gastronomie müssen nachziehen. Hier werden jedes Jahr hunderttausende Tonnen Fleisch umgesetzt.“ Dann könnten sich Verbraucher gezielt für deutsche Produkte entscheiden. Staack regte zudem an, eine „Zukunftsprämie für Schweinehaltung“ auf den Weg zu bringen. „Der Fokus sollte dabei auf dem Umbau der Tierhaltung liegen. Angesichts der jetzigen Situation sollte mit der Prämie aber auch der Ausstieg aus der Schweinehaltung gefördert werden können.“

Foto: Big Dutchman (Symbolbild)