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29.09.2021

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 02/21 Milchleistungsfutter II, III und IV, Rindermastfutter II aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 02/21 Milchleistungsfutter II, III und IV, Rindermastfutter II aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland

Die Redaktion

Verein Futtermitteltest e.V.

Themen

Viehhaltung Rinder Futter und Fütterung Betriebsmittel Technik Tierhaltung

Im vergleichenden Mischfuttertest wurden im Zeitraum von Januar bis März 2021 in den Regionen Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland insgesamt 14 Milchleistungsfutter und zwei Rindermastfutter aus acht Herstellerwerken beprobt und analysiert.

Bei vier Milchleistungsfuttern fielen Abweichungen von der Deklaration auf. Ebenfalls vier Futter zeigten fachliche Auffälligkeiten – drei Milchleistungsfutter wurden abgewertet.

Ausführliche Erläuterungen des VFT, Richtwerte zur Nährstoffausstattung der Futter und weitere Anforderungen des VFT sind im Internet unter www.futtermitteltest.de erhältlich. Dort sind auch die Ergebnisse verschiedener Regionen und Futtertypen zu finden.

Kommentierung der Ergebnisse

Milchleistungsfutter sind vorrangig durch ihren Energie- und Proteingehalt gekennzeichnet. Im vorliegenden Test waren die Energiegehalte der Milchleistungsfutter mit 6,9 bis 7,2 MJ NEL/kg deklariert. Die Angaben zum Rohproteingehalt schwankten zwischen 18 und 40 %. Fünf Futter enthielten einen Zusatz an Futterharnstoff. Bei zehn Futtern konnten der Deklaration pansengeschützte Eiweiße entnommen werden.

Deklarationsprüfung – Bei zehn Futtern wurden die Deklarationsangaben der Hersteller unter Berücksichtigung der futtermittelrechtlichen Toleranzen bestätigt. Zwei Futter wiesen einen erniedrigten Energiegehalt, ein Futter einen erhöhten Rohfasergehalt auf. Bei einem weiteren Futter fiel ein erniedrigter Energie- sowie ein erhöhter Rohfasergehalt auf.

Fachliche Bewertung nach Einsatzzweck – Aus fachlicher Sicht konnten elf Futter mit der Note 1 bewertet werden. Das Futter deuka NG 184-S, gek., Mannheim wie auch das Futter deuka NG 384-S Mehl, Mannheim, wurde aufgrund des Energieuntergehaltes mit der Note 3 bewertet. Das Futter deuka LactoFit Ferment NG, Mehl, Neuss, erhielt aufgrund des Energie- und Phosphoruntergehaltes ebenfalls die Note 3.

Die Fütterungshinweise der Hersteller sind den Einsatzzwecken entsprechend vielfältig. Bei zehn Milchleistungsfuttern wird auf den Einsatz nach erfolgter Rationsberechnung verwiesen. Ansonsten wird auf den Einsatzzweck zu ausgeglichenen Grundfutterrationen, einen erhöhten Gehalt an pansenstabiler Stärke und die notwendige Zugabe von Mineralfutter hingewiesen.

Bei sieben Futtern konnte der Deklaration die prozentuale Zusammensetzung der Futtermischung entnommen werden. Keines der 14 getesteten Milchleistungsfutter weist auf der Deklaration den Gehalt an nutzbarem Rohprotein (nXP) und der ruminalen Stickstoffbilanz (RNB) aus. Aus futtermittelrechtlicher Sicht sind die Hersteller auch nicht dazu verpflichtet. Trotzdem ist die Kenntnis der Gehalte an nXP und RNB eine wichtige Voraussetzung für die passende Auswahl und den fachlich sinnvollen Einsatz zu den in den Betrieben vorliegenden Grobfutterarten und -qualitäten. Gleiches gilt für die Angaben der Kohlenhydratgehalte an Stärke und Zucker. Die im Rahmen des Tests zusätzlich analysierten Stärkegehalte lagen zwischen 5,5 und 30,8 %. Diese starke Schwankungsbreite verdeutlicht die Wichtigkeit der Kenntnis für eine entsprechende Rationsplanung. Mit Ausnahme von zwei Futtern waren alle Milchleistungsfutter VLOG-zertifiziert. Neun Futter enthielten Angaben zur Stoffstrombilanz.

Die Energiegehalte der beiden getesteten Rindermastfutter lagen bei 10,2 und 11,6 MJ ME/kg, die Rohproteingehalte bei 20 und 25 %. Aus fachlicher Sicht konnten beide Futter mit der Note 1 bewertet werden, wenn auch bei dem Futter PM Optimast 20 H2, Perl-Besch, die Angaben zum Harnstoffeinsatz unvollständig waren.

Die vorliegenden Testergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die geprüften Futterchargen, stellen keine Bewertung einer Firma dar und erlauben keine Rückschlüsse auf das übrige Produktionsprogramm der beteiligten Hersteller.