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30.09.2021

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 06/21 Milchleistungsfutter I und II aus Thüringen

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 06/21 Milchleistungsfutter I und II aus Thüringen

Die Redaktion

Verein Futtermitteltest e.V.

Themen

Viehhaltung Milch Rinder Futter und Fütterung Betriebsmittel Technik Tierhaltung

Im 1. Quartal 2021 hat der VFT e. V. in Thüringen acht Milchleistungsfutter (MLF) überprüft. Die im vorliegenden Warentest geprüften Produkte waren sieben regionalen und einem überregionalen Lieferanten zuzuordnen.

Die deklarierten Energiegehalte im vorliegenden Test lagen laut Herstellerangaben zwischen 6,7 und 7,3 MJ NEL/Kg, die Rohproteingehalte zwischen 18,0 und 40,0 %. Keines der MLF wies Angaben zum Gehalt an nutzbaren Rohproteingehalt, zur Ruminalen Stickstoffbilanz oder unabgebautem Protein aus. Laut Deklaration entsprach ein MLF der Energiestufe 3 (6,7 MJ NEL/kg) und sieben der Energiestufe von mindestens 7,0 MJ NEL/kg (dreimal 7,0 MJ NEL/kg, einmal 7,1 MJ NEL/kg, zweimal 7,2 MJ NEL/kg, einmal 7,3 MJ NEL/kg).

Alle geprüften Futtermittel enthielten darüber hinaus Angaben zu Rohfett, Rohfaser, Rohasche und den Mineralstoffen Kalzium, Phosphor und Natrium. Der Magnesiumgehalt wurde bei vier Futtermitteln angegeben. Fünfmal wurde der Einsatz der geprüften Futter zu ausgeglichenen Grundfutterrationen nach Rationsberechnung empfohlen. Bei einem Futter muss der Rohfasergehalt in der Ration beachtet werden.

Ein Futtermittel wird als Energiebetontes Futtermittel bezeichnet. Ein Futter wies einen erhöhten Gehalt an pansenstabiler Stärke auf.

Ein MLF enthielt den Hinweis auf pansengeschütztes Eiweiß. Zwei MLF sind zum Einsatz bei Proteinmangel geeignet, eines bei Energiemangel. Der Einsatz nach Rationsberechnung wird bei fünf MLF empfohlen.

Ein MLF wird für Milch- und Mastrinder empfohlen. Bei einem MLF wird der Verschnitt mit Getreide aufgeführt.

Eine extra Mineralstoffzugabe empfiehlt nur ein Hersteller. Ein MLF wird zum Einsatz in den ersten 100 Laktationstagen und ein MLF in den ersten beiden Laktationsabschnitten bei hoher Milchleistung empfohlen.

Ein MLF wird bereits im Namen als Roboterfutter deklariert.

Bei keinem der MLF wurde Harnstoff bzw. Propylenglykol zugesetzt. Außerdem eignete sich kein MLF als Ökofutter.

Die Prüfung erfolgte für sechs wichtige Nähr- und Mineralstoffgehalte im Vergleich mit den Herstellerangaben und fachlichen Anforderungen. Ergänzend wurden die ADFom-Werte ermittelt und zusätzlich mit dem Stärkegehalt dargestellt. Weitere Informationen zu Ergebnissen verschiedener Regionen und Futtertypen sind im Internet unter www.futtermitteltest.de verfügbar.

Die Ergebnisse dieser Testreihe sind den beistehenden Übersichten zu entnehmen.

Hinweise zur Vorgehensweise des VFT bei der Bewertung der Futtermittel, zu Anforderungen und fachlichen Vorgaben sind im Internet unter www.futtermitteltest.de zu finden. Über diese Seite ist ebenfalls ein Zugriff auf die Ergebnisse verschiedener Futtertypen in den einzelnen Regionen möglich.

Kommentierung der Ergebnisse

Sieben Futtermittel enthielten als Energieträger Getreide (meist Mais, Gerste, Weizen, Triticale). Als Proteinträger kamen in allen Futtermitteln Rapsextraktionsschrot, getrocknete Getreideschlempe oder Rapskuchen zum Einsatz. Zwei Futtermittel enthielten Sojaextraktionsschrot als zusätzliche Proteinquelle. Sechs Futtermittel beinhalteten Vitamin- und Spurenelementzusätze.

Für zwei der Futtermittel wurde freiwillig die prozentgenaue Zusammensetzung angegeben. Alle acht Futtermittel waren VLOG zertifiziert.

Im Bereich der Kohlenhydrate variierten die Gehalte für ADFom (9,6 – 13,5 %), Rohfaser (6,5 – 8,5 %) und Stärke mit 6,3 bis 37,3 % sehr stark, wobei hohe Stärkegehalte auf den hohen Getreideanteil verweisen.

Die Überprüfung der Deklarationsangaben nach futtermittelrechtlichen Vorgaben ergab für alle acht Prüffuttermittel eine Bestätigung der relevanten Nährstoffangaben durch die Laborbefunde. Bei der fachlichen Bewertung werden auch der vorgesehene Einsatzzweck und kleinere Abweichungen der Nährstoffangaben der Hersteller, die futtermittelrechtlich noch nicht relevant sind bzw. die fachlichen Anforderungen erfüllen, berücksichtigt. Hierbei war ein Futter mit einem knappen Calciumgehalt auffällig. Ein als "zu ausgeglichenen Grundfutterrationen" ausgelobtes Futter sollte nicht nur bzgl. Energie und Protein ausgeglichen sein, sondern auch eine ausreichende Mineralisierung enthalten. Dieser "Mangel" allein führte aber noch nicht zu einer Abwertung. So konnten alle Futter die beste Bewertung (Note „1“) erreichen.

Die Testergebnisse und deren Interpretation betreffen nur die geprüften Futtermittellieferungen und sind nicht auf andere Produkte übertragbar