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28.09.2021

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 20/21 Ergänzungsfutter für Mastschweine, Zuchtsauen und Ferkel aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 20/21 Ergänzungsfutter für Mastschweine, Zuchtsauen und Ferkel aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland

Die Redaktion

Verein Futtermitteltest e.V.

Themen

Viehhaltung Schweine Futter und Fütterung Betriebsmittel Technik Tierhaltung

Im vergleichenden Mischfuttertest wurden im Zeitraum von Februar bis März 2021 in den Regionen Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland insgesamt neun Ergänzungsfutter für Schweine beprobt und analysiert. Die Futterproben stammten von fünf Mischfutterwerken. Im Einzelnen handelte es sich im vier Ergänzungsfutter für Mastschweine, ein Ergänzungsfutter für Zuchtsauen und vier Ergänzungsfutter für Ferkel.

Die Überprüfung der Inhaltsstoffe und Einhaltung der Deklarationen ergab bei vier Futtern eine Lysin-Abweichung, die zu einer schlechteren Bewertung führte. Ein festgestellter Energieuntergehalt hatte keine Konsequenzen. Bei einem Futter wurde die ungenaue Angabe der Mischungsanteile bemängelt. Drei der getesteten Futtermittel erhielten mit der Note 1 die bestmögliche Bewertung, vier Futter erhielten die Note 2, ein Futter die Note 3. Ein Futter blieb ohne Bewertung.

Ausführliche Erläuterungen des VFT, Richtwerte zur Nährstoffausstattung der Futter und weitere Anforderungen des VFT sind im Internet unter www.futtermitteltest.de erhältlich. Dort sind auch die Ergebnisse verschiedener Regionen und Futtertypen zu finden.

1) mit Phytase; 2) Summe aus nativem Methionin, DL-Methionin und Met-Äquivalenz-Wert von Methionin-Hydroxy-Analog (MHA); 3) äquivalenter Anteil aus MHA; 4) Zusatz des Wirkstoffs MHA; 5) Befund MHA

1) mit Phytase

Kommentierung der Ergebnisse

Die fachliche Bewertung berücksichtigt den Einsatzzweck laut Produktbezeichnung bzw. Fütterungshinweis und die Anforderungen an die gefütterte Mischung. Dazu werden die analysierten Nährstoffgehalte des Prüffutters mit den empfohlenen Mischungsanteilen und den anteiligen Nährstoffen (Tabellenwert x Anteil) der zu ergänzenden Grundmischung (Getreide o. a. nach Angaben des Herstellers) summiert, auf den Energiegehalt der gefütterten Mischung bezogen und mit den Anforderungen verglichen.

Ergänzungsfutter für Mastschweine – Im Test waren vier Ergänzungsfutter für Mastschweine vertreten. Die Energiegehalte von zwei Futtern waren mit 11,5 bzw. 11,7 MJ ME/kg deklariert. Bei zwei Futtern fehlte die Energieangabe. Die Rohproteingehalte reichten bei allen vier Futtern von 31 bis 38 %, die Lysingehalte waren von 2,7 bis 3,7 % deklariert. Lysinuntergehalte führten in zwei Fällen zur Bewertung mit Note 2. Der Methioningehalt war mit 0,64 bis 0,90 % angegeben, davon bei einem Futter als Methioninäquivalent mit Zusatz an MHA. Die Calciumgehalte der Futter wiesen eine Spannbreite von 2,3 bis 3,2 %, die Phosphorgehalte von 0,8 bis 1,1 % auf. Ein ungenau angegebener Mischungsanteil führte bei einem weiteren Ergänzer für Mastschweine zur Benotung mit 2, sodass insgesamt lediglich ein Ergänzungsfutter für Mastschweine mit der Note 1 bewertet werden konnte.

Ergänzungsfutter für Zuchtsauen – Im vorliegenden Test wurde ein Ergänzungsfutter für Zuchtsauen getestet. Das Futter war ohne Energieangabe mit 21 % Rohprotein, 2,2 % Lysin und 0,9 % Methionin deklariert. Der Calciumgehalt lag bei 2,75 %, der Phosphorgehalt bei 0,9 %. Ein festgestellter Lysinuntergehalt in Kombination mit einem knappen Phosphorgehalt führte zur Bewertung des Futters mit Note 3.

Ergänzungsfutter für Ferkel – Getestet wurden vier Ergänzungsfutter für Ferkel. Drei Futter enthielten Angaben zum Energiegehalt in einer Spanne von 12,6 bis 16,5 MJ ME/kg, ein Futter war ohne Energieangabe deklariert. Die Rohproteingehalte lagen zwischen 19 und 32 % mit 1,12 bis 3,8 % Lysin. Der Methioningehalt war mit 0,27 bis 1,0 % deklariert. Der Calciumgehalt lag zwischen 0,35 und 2,3 %, der Phosphorgehalt zwischen 0,3 und 1,1 %.

Ein Futter ist zur Verfütterung ab Geburt bis eine Woche vor dem Absetzen, somit für Saugferkel vorgesehen. Mangels abgestimmter Richtwerte für solche Futter bleibt dies ohne Bewertung. Generell wäre eine klare Fütterungsempfehlung wünschenswert. Denn zwischen betriebsspezifischem Einsatz und rechtlichen Vorgaben liegt ein vermeintlicher Widerspruch, der den Landwirt irritieren kann (je nach Inhaltsstoffen der Futter). Zwei Ergänzungsfutter für Ferkel wurden mit Note 1 bewertet, aufgrund eines Lysinuntergehaltes erhielt ein Futter die Note 2.

Die Fütterungsempfehlungen enthalten Angaben zu den jeweiligen Gewichtsbereichen, zum Alter der Tiere oder dem Zeitraum des Futtereinsatzes. Auch der zu beachtende Faseranteil in der Ration tragender Sauen wird thematisiert. Zwei Hersteller verweisen hinsichtlich des Mischungsanteils beim Verschneiden mit Getreide oder CCM auf die Einhaltung der Mindestnorm beim Lysin in g je MJ ME. In sieben Fällen wird der Einsatz nach individueller Rationsberechnung empfohlen.

Alle untersuchten Ergänzungsfutter waren mit Phytase ausgestattet. Der Zusatz von Phytase verbessert die Verwertung des Phosphors durch die Nutzung des pflanzlich gebundenen Phytinphosphors, sodass abgesenkte Phosphorgehalte im Futter realisiert werden können.

Insgesamt vier Futter waren ohne Energieangabe deklariert. Dies ist zwar rechtlich zulässig, kann dem Betriebsleiter aber den Einsatz erschweren.

Bei zwei der getesteten Ergänzungsfutter waren die freiwillig anzugebenden, prozentualen Gemengeanteile ausgewiesen. Bei vier Futtern waren der Deklaration jeweils Angaben zu den Stickstoff- und Phosphatgehalten zu entnehmen.

Die vorliegenden Ergebnisse gelten nur für die geprüften Futterchargen und stellen keine Bewertung des übrigen Produktionsprogramms der beteiligten Hersteller dar.