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28.09.2021

Aufruf „Power-to-Liquid-Plattform“ des Verkehrsministeriums: Chance für Biogas- und Bioethanol-Anlagen als Lieferanten von biobasiertem CO2

Aufruf „Power-to-Liquid-Plattform“ des Verkehrsministeriums: Chance für Biogas- und Bioethanol-Anlagen als Lieferanten von biobasiertem CO2

Nicole Paul

FNR - Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe

Themen

Naturschutz Biogas Biomethan und Bioerdgas Gärprodukte Substrate und Gärsubstrate Nachwachsende Rohstoffe Technik

Noch bis 15. Oktober können Bewerber Projektskizzen für die Teilnahme an der 1. Stufe des Förderaufrufs „Errichtung und Betrieb einer Entwicklungsplattform für Power-to-Liquid-Kraftstoffe“ einreichen. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hatte den Aufruf am 23. August veröffentlicht. Gesucht wird eine Wissenschafts- und Forschungseinrichtung, die die Errichtung und den Betrieb einer PtL-Plattform koordiniert. Für größere Biogas- oder Ethanol-Anlagen bieten PtL-Konzepte eine interessante wirtschaftliche Perspektive für die Verwertung des im Prozess anfallenden CO2 aus erneuerbaren Quellen.

Power-to-Liquid (PtL) steht für die Erzeugung flüssiger Kraftstoffe auf Basis von Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid (CO2) mit Hilfe erneuerbarer elektrischer Energie. Sofern das hierbei verwendete CO2 aus erneuerbaren Quellen wie Biomasse stammt, wirkt sich das positiv auf den Klimaeffekt der PtL-Kraftstoffe aus.

Hier kommen Biogas- und Bioethanol-Anlagen ins Spiel. Dies betont auch die Studie zur „Konzeptionellen und technischen Ausgestaltung einer Entwicklungsplattform für PtL-Kraftstoffe“, die das BMVI im Vorfeld der Ausschreibung beauftragt hatte. Für die Autoren der Studie vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und der John Brown Voest GmbH sind größere Biogas- und/oder Bioethanol-Anlagen prädestiniert, CO2 für PtL-Prozesse bereitzustellen.

Hintergrund:

Flüssige strombasierte Kraftstoffe gelten als Hoffnungsträger für die Energiewende insbesondere im Flug- und Schiffsverkehr. Eine direkte Nutzung erneuerbaren Stroms ist bei diesen Verkehrsträgern aufgrund der erforderlichen großen Reichweiten kaum möglich. Noch existiert weltweit keine Anlage, die die Erzeugung normenkonformer, strombasierter PtL-Kraftstoffe im (semi-)industriellen Maßstab erprobt. Diese Lücke soll die geplante Entwicklungsplattform mit einer Produktionskapazität von bis zu 10.000 Tonnen PtL-Kraftstoff jährlich schließen.

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), betreut gemeinsam mit dem Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH die Förderrichtlinie zur Entwicklung regenerativer Kraftstoffe des BMVI. Diese Richtlinie zielt vor allem auf Forschungs-, Demonstrations- und Pilotvorhaben ab, in ihrem Rahmen wird auch der Markthochlauf fortschrittlicher Biokraftstoffe unterstützt.