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08.11.2021

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 25/21 Alleinfutter I für Legehennen aus Sachsen und Thüringen

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 25/21 Alleinfutter I für Legehennen aus Sachsen und Thüringen

Die Redaktion

Verein Futtermitteltest e.V.

Themen

Viehhaltung Geflügel Betriebsmittel Betriebsmanagement Technik Tierhaltung

 

Im ersten Halbjahr 2021 hat der VFT e.V. in Sachsen und Thüringen insgesamt acht Alleinfutter (AF) für Legehennen beprobt und überprüft. Die Futter sind sieben Herstellern zuzuordnen. Zwei Futter waren auffällig und mussten abgewertet werden.

Die Prüfung des VFT umfasst eine Kontrolle der Herstellerangaben (nach futtermittelrechtlichen Vorgaben) und eine fachliche Bewertung im Hinblick auf den Einsatzzweck (Basis Nährstoff-Empfehlungen). Weitere Informationen zur Bewertung der Futtermittel durch den VFT sowie zu Ergebnissen anderen Futtertypen und Regionen sind unter www.futtermitteltest.de verfügbar.

1) mit Phytase; 2) Summe aus nativem Methionin, DL-Methionin und Met-Äquivalenz-Wert von Methionin-Hydroxy-Analog (MHA); 3) äquivalenter Anteil aus MHA; 4) Zusatz des Wirkstoffs MHA; 5) Befund MHA

1) mit Phytase

Kommentierung der Ergebnisse

Die im Rahmen des aktuellen Tests geprüften Futter waren als Alleinfutter (AF) oder AF I für Legehenennen ausgewiesen (für die ganze Legeperiode). Zwei Futter waren insbesondere als Phasenfutter gedacht, eins für die Startphase bis zur 45 Woche, eins für später (50. bis 75. Woche). Ein Futter war für Betriebe mit Produktion nach Öko-Regelungen vorgesehen. Die konzipierten Nährstoffgehalte lagen meist im üblichen Bereich, unterschieden sich aber zum Teil deutlich: 10,5 – 11,6 MJ ME/kg bei 15,9 – 17,0 % Rohprotein, 0,31 – 0,40 % Methionin, 3,50 – 4,00 % Calcium und 0,45 – 0,67 % Phosphor.

Bei der Überprüfung der Deklarationsangaben wurden mit zwei Ausnahmen die Energie- und Nährstoffangaben der Hersteller unter Beachtung futtermittelrechtlicher Toleranzen durch die Analyse bestätigt. Das „Legehennenfutter KV“ von Sausedlitzer Agrarprodukte und Landhandel enthielt mit 2,19 % Calcium deutlich weniger als mit 3,8 % deklariert, bei "Legehenne I - BH" von AHG, Gera wurde ein höherer Rohaschegehalt als deklariert ermittelt.

Im Rahmen der fachlichen Bewertung werden neben der Deklarationsprüfung auch kleine, recht­lich noch nicht relevante Abweichungen von der Herstellerangabe sowie Abweichungen von den Richtwerten für Energie, Aminosäuren, Mineralstoffen und der Fütterungshinweis berücksichtigt.

Das oben genannte Futter aus Sausedlitz erreichte wegen des niedrigen Calcium-Gehaltes auch den Richtwert nicht, was die Schalenfestigkeit beeinträchtigen kann. Es musste somit abgewertet werden à „3“. Das Futter von AHG, Gera war mit 10,5 MJ ME/ kg energiearm konzipiert (Mindestwert 10,6 MJ ME/ kg). Bei begrenzter Futteraufnahmekapazität kann die Energieversorgung knapp sein, so dass die genetisch mögliche Legeleistung nicht ausgeschöpft wird à „2“. Die anderen Futter erreichten die fachlichen Vorgaben und konnten mit „1“ bewertet werden.

Methionin ist als erstlimitierende Aminosäure beim Geflügel besonders wichtig für die Proteinsynthese, v.a. für Feder- und Dotterbildung (Eigröße, Dotteranteil). Eine unzureichende Methioninversorgung erhöht vor allem den Futteraufwand. Drei der Futter enthielten zusätzlich Methionin-Hydroxy-Analog (MHA) als Methionin-Quelle. Bei zwei Futtern wurde der Gehalt an Methionin-äquivalent incl. Methioninanteil aus MHA angegeben, einmal war der Zusatz an MHA lediglich in der Aufstellung der Zusatzstoffe zu finden. Ein Futter im Test war lediglich mit 0,31 % Methionin ausgestattet, was zwar für eine gute Legeleistung noch ausreicht, aber im Hinblick auf Eigewicht und Futterverwertung begrenzend sein kann.

Lediglich vier von acht Futtern enthielten einen Zusatz des Enzyms Phytase. Die damit verbesserte Verdaulichkeit des Phosphors aus pflanzlichen Quellen ermöglicht eine reduzierte mineralische P-Ergänzung und damit geringere Brutto-P-Gehalte im Futter. Keines der Futter enthielt eine freiwillige Angabe zu der prozentgenauen Zusammensetzung, die für den Praktiker im Hinblick auf eine konstante Fütterung hilfreich sein kann.

Die hier dargestellten Ergebnisse betreffen ausschließlich die beprobten Mischfutter und gestatten keine Rückschlüsse auf die übrige Produktpalette ihrer Hersteller.