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27.12.2021

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 55/21 Alleinfutter I für Legehennen aus Bayern und Baden-Württemberg

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 55/21 Alleinfutter I für Legehennen aus Bayern und Baden-Württemberg

Redaktion VFT e.V.

Verein Futtermitteltest (VFT) e.V.

Themen

Viehhaltung Futter und Fütterung

Von Februar bis Juni 2021 wurden im Auftrag des VFT in Bayern und Baden-Württemberg 13 Futter für Legehennen beprobt, untersucht und bewertet. Diese teilten sich auf sechs Allein- und sieben Ergänzungsfutter für Legehennen auf, die sieben Mischfutterwerken zuzuordnen waren. Bei sieben Futtern bestätigten sich die Herstellerangaben wohingegen bei sechs Futtern die Herstellerangaben von den analysierten Werten abwichen. Insgesamt sechs Futter mit Auffälligkeiten mussten abgewertet werden. Somit erhielten von den getesteten Futtern sieben die Note 1, zwei die Note 2 und vier die Note 3.

Der VFT prüft die Deklarationseinhaltung sowie die Eignung des Futters im Hinblick auf den vorgesehenen Einsatzzweck. Erläuterungen zur Vorgehensweise und Ergebnisse aus anderen Regionen sowie Tests weiterer Futtertypen sind im Internet unter www.futtermitteltest.de zu finden.

1) mit Phytase; 2) Summe aus nativem Methionin, DL-Methionin und Met-Äquivalenz-Wert von Methionin-Hydroxy-Analog (MHA); 3) äquivalenter Anteil aus MHA; 4) Zusatz des Wirkstoffs MHA; 5) Befund MHA; k.A.: keine Angabe; ( ): analysierter/berechneter Wert

1) mit Phytase

 

Kommentierung der Ergebnisse

Die sechs Alleinfutter (AF) für Legehennen waren mit 10,7-11,6 MJ ME/kg bei 17,5-18,5 % Rohprotein und 0,40-0,47 % Methionin konzipiert. Die Calcium- und Phosphorgehalte waren mit 3,5-3,84 % bzw. 0,49-0,70 % deklariert. Für vier AF bestätigten die Laboranalysen nach futtermittelrechtlichen Vorgaben die Herstellerangaben für alle wesentlichen Nährstoffe. Bei einem Futter war der Energiegehalt niedriger als angegeben (10,8 statt 11,4 MJ ME/kg), bei einem Futter wurden die Proteindeklaration unter-, die Phosphor- und Methionin-Angaben überschritten.

Bei der fachlichen Bewertung fiel auf, dass eines dieser Futter keine Energie-Deklaration enthielt. Trotz fehlender gesetzlicher Verpflichtung für die Ausweisung der Energie wirkte sich dies auf die Bewertung aus, da die Energie einen maßgeblichen Faktor bei der Futterbewertung darstellt – mit zusätzlich knappem Ca-Gehalt resultierte die Note 3. Das AF mit dem Energie-Untergehalt erhielt ebenfalls die Note 3. Zu geringe Energiegehalte können die Legehennen zwar in begrenztem Maße mit einer erhöhten Futteraufnahme kompensieren, wodurch sich jedoch der Futteraufwand erhöht. Zudem kann die Legeleistung beeinträchtigt sein.

Ein AF musste wegen gegenüber den Richtwerten knapper Calcium- und überhöhter Phosphorgehalte abgewertet werden (Note 3). Zu geringe Calciumkonzentrationen sind zu vermeiden, da sich dadurch u.a. die Eischalenstabilität verringert. Zu hohe Phosphorgehalte führen zu höheren Phosphorausscheidungen über die Exkremente. Bei deutlich zu geringen Rohproteingehalten besteht außerdem die Gefahr, dass Aminosäuren nicht ausreichend zur Verfügung stehen und somit die biologische Leistung (bspw. die Legeleistung) vermindert werden kann. Die übrigen drei AF erreichten mit „1“ die beste Bewertung.

Alle sieben Ergänzungsfutter (EF) waren für den Einsatz im Verhältnis 2:1 mit Getreide oder Mais vorgesehen. Entsprechend waren zum Ausgleich der Nährstofflücken des Getreides höhere Gehalte an Rohprotein (19-21 %), Methionin (0,40-0,50 %) und Mineralstoffen (5,0-5,6 % Calcium, 0,60-0,70 % Phosphor) bei niedrigeren Energiegehalten (9,8-10,3 MJ ME/kg) konzipiert. Nach Laboranalysen erfüllten lediglich vier der sieben EF nach futtermittelrechtlichen Vorgaben die Herstellerangaben für alle wesentlichen Nährstoffe.

Zwei EF mussten bezüglich Untergehalten bei Energie beanstandet werden und erhielten die Note 3. Bei einem EF wurden lediglich die gesetzlich erlaubten Höchstmengen bei der Mischung mit Getreide angegeben. Es fehlten jedoch detaillierte Angaben zum vorgesehenen Einsatzbereich und Mischungsanteil. Zudem war der Energiegehalt dieses Futters und somit auch im zu fütternden Endfutter höher, wodurch die Futteraufnahme und damit die Aufnahme von Nährstoffen verringert werden kann. Dies führte zur Note 2.Vier Ergänzungsfutter wiesen keine fachlichen Mängel auf und erreichten die Note 1.

Die Ergebnisse des vorliegenden Tests gelten nur für die geprüften Futtermittelchargen.