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05.01.2022

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 52/21 Ergänzungsfutter für Mastschweine, Zuchtsauen und Ferkel aus Nordrhein-Westfalen

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 52/21 Ergänzungsfutter für Mastschweine, Zuchtsauen und Ferkel aus Nordrhein-Westfalen

Redaktion VFT e.V.

Verein Futtermitteltest (VFT) e.V.

Themen

Viehhaltung Futter und Fütterung Schweine

 

Im Zeitraum von April bis Juni 2021 wurden in Nordrhein-Westfalen insgesamt neun Ergänzungsfutter für Schweine beprobt, untersucht und bewertet. Die Futterproben stammten von sechs Mischfutterwerken. Im Einzelnen handelte es sich um vier Ergänzungsfutter für Mastschweine, zwei Ergänzungsfutter für Zuchtsauen und drei Ergänzungsfutter für Ferkel.

Die Schwankungsbreite der deklarierten Rohproteingehalte reichte bei den Mastergänzern von 16,9 bis 36,5 % Rohprotein. Die Lysingehalte der Mastergänzer schwankten zwischen 1,32 und 3,30 %. Die Methioninangaben (Summe aus nativem Methionin, DL-Methionin und Methionin-Hydroxy-Analog (MHA)) schwankten von 0,38 bis 0,77 % Methionin bzw. Methionin-Äquivalenz-Wert.

Die zwei Ergänzungsfutter für Zuchtsauen wiesen laut Deklaration Rohproteingehalte von 19,0 und 22,0 % sowie Lysingehalte von 1,36 und 1,70 % und Methioninangaben von 0,51 und 0,55 % auf. Die Gehalte in den drei Ergänzungsfuttern für Ferkel schwankten laut Deklaration zwischen 25,2 und 36,0 % Rohprotein, 2,60 und 3,60 % Lysin sowie 0,80 bis 0,90 % Methionin bzw. Methionin-Äquivalenzwert.

Die deklarierten Calcium- und Phosphorgehalte aller Ergänzer schwankten wegen des unterschiedlichen Einsatzbereichs von 0,83 bis 2,55 % Calcium bzw. von 0,49 bis 1,05 % Phosphor. Allen Ergänzern wurde zur besseren Verwertung des pflanzlich gebundenen Phosphors mikrobiell hergestellte Phytase zugesetzt. Dies ermöglicht ein geringeres Brutto-Phosphorangebot und niedrigere Brutto-Calciumgehalte, weil eine höhere Verdaulichkeit des Phytin-Phosphors eine geringere Phosphor-Ergänzung aus anorganischen Quellen gestattet.

Ausführliche Erläuterungen zu Richtwerten, Vorgehensweise und zur Bewertung der Futter durch den VFT sind im Internet unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort gibt es auch Tests aus anderen Regionen.

 

1) mit Phytase; 2) Summe aus nativem Methionin, DL-Methionin und Met-Äquivalenz-Wert von Methionin-Hydroxy-Analog (MHA); 3) äquivalenter Anteil aus MHA; 4) Zusatz des Wirkstoffs MHA; 5) Befund MHA

1) mit Phytase

Kommentierung der Ergebnisse

Für vier der untersuchten Ergänzungsfutter war ein Energiegehalt deklariert. Diese Angabe vereinfacht es dem Landwirt, einen gezielteren Futtereinsatz über die Berechnung des Energiegehaltes für die Futtermischung bzw. eine genaue Futterzuteilung auf Basis einer betriebs- bzw. leistungsbezogenen Futterkurve zu erreichen. Zur Berechnung des Energiegehaltes in Ergänzungsfuttern steht seit Herbst 2010 eine futtermittelrechtlich geltende Mischfutterformel zur Verfügung.

Die Herstellerangaben für die Gehalte an Energie und den wichtigsten Nährstoffen konnten durch die Laborbefunde bis auf ein Futter bestätigt werden. Beim Ergänzungsfutter für Mastschweine Prempig ER-M 38 grob Betr. Fra des Herstellers Raiffeisen Lübbecker Land aus Stemshorn wurde mit 11,6 MJ ME/kg, statt deklarierten 12,2 MJ ME/kg, ein deutlich niedrigerer Energiegehalt festgestellt.

Neben der Überprüfung der Deklarationen erfolgte eine fachliche Bewertung der Nährstoffgehalte nach Einsatzzweck. Dazu werden die Nährstoffgehalte der verfütterten Mischung anteilig aus dem Ergänzer und einer Gerste-Weizen-Mischung (bzw. anderen Komponenten laut Fütterungshinweis) berechnet und mit den Anforderungen für ein Alleinfutter für den jeweiligen Einsatzbereich verglichen.

Bei Einsatz eines Ergänzers kommt dem Fütterungshinweis eine besonders große Bedeutung zu. Neben Angaben zum Einsatzzweck (Tierkategorie, LM-Bereich, …), zu dem zu ergänzenden Basisfutter (z.B. Getreide, CCM, andere Futter nach Herstellerangabe) ist auch der Mischungsanteil bedeutsam. Die Angaben sollten möglichst genau sein und bei Bezug auf eine notwendige Berechnung das „Ziel“ (z.B. … g Lysin/MJ ME) enthalten, bei betriebsbezogener Konzeption sollte die Mischungsberechnung dem Landwirt vorliegen. Eine Angabe „bis zu …% einsetzen“ oder ein rein auf die Höhe der Zusatzstoff-Ergänzung abgestellter Hinweis „darf nur mit …% eingesetzt werden“ ist für eine optimierte Fütterung zu vage. Nur 1 Futter war bezüglich einer unzureichenden Angabe des notwendigen Mischungsanteils auffällig, und zwar das Ergänzungsfutter für Mastschweine Prempig ER-M 38 grob Betr. Fra des Herstellers Raiffeisen Lübbecker Land aus Stemshorn.

Bei dem Ergänzungsfutter für Mastschweine deuka all-round profi, Mehl des Herstellers Deutsche Tiernahrung Cremer aus Bramsche wurde ein Phosphor-Untergehalt und ein Calcium-Untergehalt in der berechneten / gefütterten Endmischung festgestellt und dies mit der Note 2 bewertet.

Bei dem Ergänzungsfutter für Mastschweine Wübken Ergänzer 2773 Mehl des Herstellers Wübken aus Billerbeck wurde ein Calcium-Untergehalt in der berechneten / gefütterten Endmischung festgestellt und ebenfalls mit der Note 2 bewertet.

Ein knapper Calciumgehalt und Threonin-Untergehalt wurde beim Ferkelergänzer Blattivit Blattimix 45 des Herstellers PROFUMA aus Dormagen festgestellt. Hier erfolgte eine Abwertung mit der Note 3. Alle anderen Ergänzer erhielten die Bestnote 1.

Die vorliegenden Testergebnisse gelten nur für die geprüften Futterlieferungen. Sie erlauben auch keine Rückschlüsse auf übrige Produkte der Hersteller.