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22.06.2019

Ausbringung von glyphosathaltigen Mitteln

Ausbringung von glyphosathaltigen Mitteln

Ferenc Kornis

N.U. Agrar GmbH - Grünes Info

Topics

Allgemein Bodenbearbeitung Pflanzenschutz Herbizid
  • Die Wirkung des Glyphosates hängt im Wesentlichen von der Wirkstoffkonzentration der Spritzbrühe (weniger Wasser = höhere Konzentration) und von der Luftfeuchte ab.

  • Glyphosat-Mittel deshalb mit möglichst wenig Wasser (100 bis 120 l/ha) spritzen.

    Allerdings muss das Treffen des Zieles durch entsprechende (Düsen-) Technik und eine ausreichende Benetzung durch Additive sichergestellt sein.

  • Unter 50 % Luftfeuchte kein Glyphosat spritzen, auch wenn Additive zugesetzt werden, insbesondere wenn Wurzelunkräuter wie Quecken bekämpft werden sollen.

  • Die Zugabe eines Penetrationsmittels verbessert die Wirkungsgeschwindigkeit.

    Additive mit penetrationsfördernder Wirkung (z.B. Kantor, Monfast, Trend) sind bei geringer relativer Luftfeuchte (unter 70 % rel. LF) auf jeden Fall angebracht.

    Tenside oder Super-Spriter wie Break Thru, Designer oder Silwet haben dagegen eine geringere Penetrationswirkung und sind deshalb als Additive zu Glyphosaten weniger geeignet.

  • Die Verringerung des Mittelaufwandes führt auch zu einer Verringerung des Netzmittelanteils. Unter 1200 g Glyphosat sollte in jedem Fall ein Additiv mit penetra-tionsfördernder Wirkung zugemischt werden.

  • Der Zusatz von SSA oder AHL zu Glyphosat:

    • beschleunigt das Absterben der oberirdischen Pflanzenteile

    • verringert aber die nachhaltige Wirkung auf Wurzeln und Rhizome (Quecken!)

  • Die beste Wirkung und geringsten Verluste werden erzielt, wenn die Behandlung in die Abendstunden gelegt wird.

  • Anwendung nach Regen oder Tau ist auf feuchtem, aber nicht tropfnassem Unkraut-bestand möglich.

  • Glyphosat-Mittel sind 1 Stunde nach der Anwendung regenfest.

  • Bodenbearbeitung ist möglich:

    • ab 6 Stunden nach der Spritzung gegen einjährige Unkräuter bis 4-Blattstadium,

    • nach 2 Tagen nach einer Quecken-Bekämpfung mit voller Aufwandmenge (1.800 g/ha) und unter optimalen Bedingungen:

    • nach 4 Tagen nach Glyphosat-Spritzung gegen andere ausdauernde Unkräuter,

    • nach 10 Tagen auch unter ungünstigen Bedingungen (z. B. kühle Witterung).

  • Gute Bekämpfung:

    750 g/ha Glyphosat:

    Ackerfuchsschwanz, Ausfallgetreide, Borstenhirse, Fingerhirse (Blut-), Flughafer, Hühnerhirse, Quecke (Gemeine) Jährige Rispe, Ruchgras (Gemeines), Trespearten, Weidelgrasarten, Windhalm

    1.000 g/ha Glyphosat:

    Kreuzblütler, Kamille, kleines Ackerstiefmütterchen, Ackervergissmeinnicht, Amarant (Rauhaariger), Bingelkraut (Einjähriges), Ehrenpreisarten, Erdrauch, Franzosenkraut, Weißer Gänsefuß), Hohlzahn, Klatschmohn, Klettenlabkraut, Knöterich (Floh-, Vogel), Kornblume, Kreuzkraut, Phacelia, Rainkohl, Saatwucherblume, Springkraut, Stechapfel, Taubnesselarten (7), Vogelmiere, Wolfsmilch (Sonnen-), Zweizahn (Behaarter), Gerstenzwiewuchs.

    1.800 g/ha Glyphosat: Acker-Gänsedistel, Acker-Kratzdistel, Acker-Krummmhals (Ochsenzunge), größeres Stiefmütterchen, Adlerfarn, Ampferarten, Ausfalllupinen, großer Ausfallraps, Bärenklau, Beifuß, Berufskraut (Kanadisches), Brennnessel, Gänsefingerkraut, Gundermann, Hahnenfußarten, Huflattich, Hühnerhirse, Hundspetersilie, Hundszahngras, Jakobs-Kreuzkraut, große Kamille, Klee (Rot-), Klette (Große), großes Klettenlabkraut, Knaulgrasarten, Landwasserknöterich, Malve, Wilde Möhre, Schwarzer Nachtschatten, Pfeilkresse, Knollenplatterbse, Quecke (Gemeine), Rainfarn (Gemeiner), Rasenschmiele, Rotschwingel, Schafgarbe (Gemeine), Schilfrohr, großer Stechapfel (Gemeiner), große Taubnesseln, Wegericharten, Wickenarten, Wiesenkerbel, Wiesenkopf (Großer), Zwiewuchs (Weizen).

    Mit 1.800 g/ha Glyphosat werden nicht ausreichend bekämpft:

    Ackerminze, Ackerwinde, Ausfallerbsen, Binsenarten, Japanknöterich, Kartoffeldurchwuchs, Luzerne, Seggenarten, Winden, Windenknöterich.

    Mit Glyphosat kann nicht bekämpft werden:

    Acker- und Sumpfschachtelhalm, Beinwell, Brennnessel (Kleine), Giersch (Gewöhnlicher), Klee (Weiß-), Mauerpfeffer (Weißer).

Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen erarbeitet. Wir können jedoch keine Gewährleistung für die Richtigkeit, insbesondere bei Veränderungen der aktuellen Zulassungssituation für Pflanzenschutzmittel übernehmen. Die Anwendungen erfolgen auf eigenes Risiko.

Letzte Änderung: 23.06.2019