Back to the overview

30.09.2019

Winterraps kontrollieren: Bor, Schädlinge, Ausfallgetreide + Ungräser

Winterraps kontrollieren: Bor, Schädlinge, Ausfallgetreide + Ungräser

Ferenc Kornis

N.U. Agrar GmbH - Grünes Info

Topics

Düngung Pflanzenschutz Herbizid Fungizid Insektizid Wachstumsregler

Bormangel

Wenn die jüngsten Rapsblätter vergilben mit einem roten Blattrand, liegt der Verdacht auf Bormangel nahe. Dieser kann schon ab dem 4 Blattstadium zu erkennen sein. Sind die Symptome an mehr als 10 % der Pflanzen zu erkennen, lohnt sich auch die alleinige Blattdüngung mit Bor. Allerdings hat es keinen Sinn, höhere Bormengen auszubringen, da der größte Teil der Spritzbrühe auf den Boden gespritzt wird. Am effektivsten ist die Ausbringung mit höherer Konzentration, also mit möglichst wenig Wasser.

Abhilfe

im 4-Blattstadium 75 g/ha Bor in 100 l Wasser

im 6-Blattstadium 150 g/ha Bor (in 100 bis 200 l Wasser)

zusätzlich 2,0 l/ha Wuxal P oder anderer P-Blattdünger

0,5 l/ha Mn-Chelat (hoher pH, lockerer, trockener Boden)

Rübsenblattwespen

Verbreitet waren letzte Woche Larven der Rübsenblattwespen zu finden, die die Interkostalfelder zwischen den Blattadern herausgefressen haben. Wo bislang noch keine Symptome aufgetreten sind, dürfte eine Bekämpfung nicht mehr notwendig sein, da der Zuflug durch den Regen und die kühlen Temperaturen der letzten Tage beendet ist.

Rapserdfloh

Dagegen ist immer noch mit dem Zuflug des Rapserdflohs zurechnen. Eine Behandlung mit Pyrethroiden ist angebracht, wenn seit dem Auflaufen des Rapses bzw. in den 14 Tagen nach der letzten Spritzung mehr als 35 Käfer in die Gelbschalen geflogen sind bzw. wenn später ab dem 8 Blattstadium mehr als 5 Larven pro Rapspflanze gefunden werden.

In Kombination mit dem pH-Wert in der Spritzbrühe erhöhenden Bordüngern sollten CS-formulierte, pH-stabile Pyrethroiden (z.B. Karate Zeon, Karis 10 CS, Korado 100 CS, Sparviero, KUSTI oder Nexide, Cooper, Xerxes) bevorzugt werden.

Bei anderen Pyrethroid-Formulierungen erst Zitronensäure in die Spritzbrühe zugeben, dann Pyrethroide und Azole bzw. Graminizide zumischen und zuletzt das Bor zugeben.

Ausfallgetreide + Ackerfuchsschwanz

Ausfallgetreide muss bekämpft werden, sobald es 4 Blätter gebildet hat. Das kann gemeinsam mit der Bor-Blattdüngung bzw. mit einer eventuell noch erforderlichen Erdflohspritzung erfolgen. Bis zum 4-Blattstadium des Getreides reichen reduzierte (50 %) Aufwandmengen der Graminizide (z.B. Agil, Fusilade, Gramfix, Targa bzw. Focus Ultra gegen Ackerfuchsschwanz) aus. Je Blatt mehr muss die Aufwandmenge um 10 % erhöht werden. Voraussetzung für eine gute Wirkung ist hohe Luftfeuchtigkeit. Unter 60 % relative Luftfeuchte fällt die Wirkung der Graminizide dramatisch ab.

Die Tankmischung von Graminiziden + Azole als Wachstumsregler sollte unterbleiben, wenn die Temperaturen nachts unter 5 °C absinken können, weil die Azole den Abbau der Graminizide im Raps verzögern.

Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen erarbeitet. Wir können jedoch keine Gewährleistung für die Richtigkeit, insbesondere bei Veränderungen der aktuellen Zulassungssituation für Pflanzenschutzmittel übernehmen. Die Anwendungen erfolgen auf eigenes Risiko.

Letzte Änderung: 01.10.2019