Back to the overview

26.03.2020

Zuckerrüben - Anpassung der Bestandesdichten

Zuckerrüben - Anpassung der Bestandesdichten

Team N.U. Agrar

N.U. Agrar GmbH - Grünes Info

Topics

Aussaat

Eine Zuckerrübe mit einem Rübenfrischgewicht von 1.200 g verbraucht 50 l Wasser. Bei 7 Rüben je m² sind das 350 l/m² bzw. mm Wasser. Kann ein Sandboden (35 BP) 100 mm Wasser speichern, müssen ab Mai bis September wenigstens 250 mm Regen fallen. Mit der gleichen Regenmenge kann ein 70er Boden (200 mm nFK = nutzbare Feldkapazität) 9 Rüben versorgen. Auch die Bestandesdichte von Zuckerrüben muss dem Wasserhaushalt des Standortes angepasst werden.

 

Werden die Rüben später geerntet, sind für den gleichen Ertrag weniger Rüben notwendig: Das bedeutet, auf Böden mit geringer Wasserspeicherung ist es sinnvoller, weniger Rüben hinzustellen und diese länger stehen zu lassen. Um das (Zucker-) Ertragspotential der Zuckerrüben auszunutzen, ist es dagegen sinnvoll, bei Frührodung auf mehr Rüben pro m² zu setzen. Die kleineren Rüben benötigen im Verhältnis zum Einzelrübenertrag mehr Wasser. Für die Frührodung sollten deshalb Standorte mit ausreichendem Wasserhaushalt bevorzugt werden.

 

Der Ertrag der Einzelrübe wird durch den Abstand zur Nachbarpflanze begrenzt. Ein 1.200 g Rübe hat einen maximalen Durchmesser von 15 bis 17 cm. Da der Boden zwischen den Rüben nicht beliebig komprimierbar ist, muss ein minimaler Abstand von 4 bis 5 cm zur nächsten Rübe eingehalten werden, das entspricht einer Saatgutablage von 19 bis 22 cm, bzw. 4,5 bis 5,5 Rüben pro Meter Drillreihe oder 90.000 bis 110.000 Rüben je Hektar (bei 50 cm Reihenabstand), damit sind 100 t/ha Rüben zu erzielen, wenn man von 20 % Verlusten ausgeht.

 

Bei einer engeren Saatgutablage von 17 cm erreichen die früh gerodeten Rüben einen Durchmesser von 13 cm und ein Einzelrübengewicht von 800 g. Diese Rüben verbrauchen 40 l Wasser pro Rübe. In diesem Fall sind mit 110.000 Rüben noch 75 t/ha Rüben (bei 20 % Verlusten) zu ernten.

 

Daraus ergeben sich in Abhängigkeit von Standort und Rodetermin für Zuckerrüben folgende Sollbestandesdichten (Anzahl Rüben je Hektar):

 

Bodenart               

lS

lS

sL/L

Löss

huL

LT

hlS

Bodenpunkte

40

40

60

80

90

50

40

mm nFK

100

100

180

240

260

150

140

mm Beregnung

nein

100

nein

nein

nein

nein

nein

200 mm Mai - August

60.000

80.000

76.000

88.000

92.000

70.000

68.000

                  Frührodung

67.000

90.000

85.000

99.000

102.000

78.000

75.000

250 mm Mai - August

70.000

90.000

86.000

98.000

102.000

80.000

78.000

                  Frührodung

78.000

100.000

95.000

108.000

110.000

89.000

85.000

350 mm Mai - August

90.000

110.000

106.000

110.000

110.000

100.000

98.000

                  Frührodung

100.000

110.000

110.000

110.000

110.000

110.000

108.000

 

Die Reihenweite begrenzt die Bestandesdichte der Zuckerrüben. Bei mehr als 110.000 Rüben je Hektar bzw. über 5,5 Rüben auf pro Meter Drillreihe graben sich die Rüben gegenseitig das Wasser oder die Luft ab. Erträge über 1.200 dt/ha erfordern einen engeren Reihenabstand, z.B. von 37 cm.