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10.07.2020

Maßnahmen zur Reduktion des physiologischen Alters

Maßnahmen zur Reduktion des physiologischen Alters

Max Erath

N.U. Agrar GmbH - Kartoffelinfo

Topics

Düngung

Eine Verringerung des physiologischen Alters wird durch alle Maßnahmen erreicht, die den Blattapparat grünen lassen.  Dieser Greening-Effekt kann durch diverse Maßnahmen erreicht werden. 

-       Die Fungizide Wirkstoffklassen der Strobilurine und Azole reduzieren die Synthese des Reifehormon Ethylen. Infolge dessen wird der Bestand jünger.

-       P-Blattdünger unterstützen den Energiestoffwechsel einer Pflanze

-       Mg-Blattdünger führen in wachsenden Beständen zu einer schnelleren Bildung des Blattgrüns (Chorophyll)

-       Mangan führt indirekt zu einer Steigerung der Cytokininkonzentration in der Kartoffelstaude.

Der stärkste Greening-Effekt wird durch die Nachdüngung von Anionen (Nitrat, Chlorid und Sulfat) über den Boden erreicht. 

Diverse Versuche und Praxiserfahrungen der letzten Jahre zeigten die positiven Effekte der Kalium-Nachdüngung.

Was bewirkt die Nachdüngung ?

Durch die Nachdüngung der Nährstoffe über den Boden wird die Wurzel dazu angeregt neue Verzweigungen zu bilden. In den frisch gebildeten Wurzelspitzen entstehen Cytokinine, die von der Wurzel aus ins Blatt transportiert werden. Dort bewirken sie neuen Blattzuwachs, dieses frische Blatt ist physiologisch jung und kann dadurch Stressphase, Phasen hoher Temperaturen besser überstehen. 

Dieses frische und jüngere Blatt produziert in Folge Auxine, diese werden zur Wurzel abgeleitet und fördern dort wiederum das Wurzel- und Knollenwachstum. 

Nachdüngung zur Reduktion der Blattalterung und somit längerem Wachstum

 

geeignete Dünger => 40er Kali oder Patentkali

 

ð 150 kg/ha 40er Kali oder 40er Kali + Bor

ð 200 kg/ha Patentkali (Knappe Mg und S-Versorgung)

 

 Die Nährstoffe zur Nachdüngung unterscheiden sich in der stärke ihrer Wirkung. 

Den stärksten Greening-Effekt wird durch das Nitrat erzielt, allerdings mit dem Nachteil der gleichzeitigen Stickstoffzufuhr. Da Stickstoff nahezu allen Beständen mehr als genügend vorhanden ist, sollte kein Nitrat Nachgedüngt werden.  Chlorid erreicht einen ähnlich starken Effekt wie das Nitrat mit dem Vorteil, dass die Qualität darunter nicht leidet. Der grünende Effekt des Schwefels ist unter diesen drei Nährstoffen am geringsten.

Bor wird als Nährstoff für die Bildung zellwandstabilisierender Kohlenhydrate benötigt. Eine Effektive Möglichkeit Bor in die Knollen zu bekommen ist die Ausbringung eines 40er Kali + Bor zur Nachdüngung in den Bestand.