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14.08.2020

In Trockengebieten Kalium auf schweren Böden vor der Rapsaussaat ausbringen

In Trockengebieten Kalium auf schweren Böden vor der Rapsaussaat ausbringen

Team N.U. Agrar

N.U. Agrar GmbH - Allgemein

Topics

Düngung

Eine Unterversorgung mit Kalium ist im Raps am gelben Blattsaum der unteren und mittleren Blätter zu erkennen, der später braun wird und nekrotisiert. Auch wenn später mit dem Einsetzen von Niederschlägen Kalium wieder besser verfügbar wird, hat der frühe K-Mangel bereits nachteilige Folgen, vor allem für den Raps.

Kalium festigt das Rindengewebe

Kalium-Mangel verhindert - wie auch Kalzium-, Bor- und Kupfermangel - die Festigung des Rindengewebes. Dadurch reagiert der Raps empfindlicher auf Schädlinge und Krankheiten, vor allem im Bereich des Wurzelhalses, und ist frostanfälliger. Zudem werden bei K-Mangel weniger Assimilate in die Wurzel abgeleitet. Darunter leidet die Wurzelausbildung. Die Folge: Der Raps kommt im Frühjahr nicht in Gang.

Bei Trockenheit ist in sorptionsstarken Böden nicht genug Kalium verfügbar, wenn die Bodengehalte an Kalium auf Böden mit mehr als 10 % Ton unter 1,0 % K bzw. 1,2 mg K2O je Prozent Ton abgesunken sind. Solange die Böden nicht ausreichend durchfeuchtet sind, ist mit dem Auftreten von K-Mangel auf schweren Böden zu rechnen.

 Auf pH-schwachen Standorten wird Kalium noch stärker festgelegt: Das Kalium wird wie das Ammonium im trockenen Boden an die Austauscher fixiert (Trocken-Fixierung) und steht nur dann zur Verfügung, wenn die Bindungsstellen ausreichend mit basisch wirksamen Kationen (Ca, Mg, K, Na) abgesättigt sind. Bei geringer Ca-Sättigung (unter 70 % der KAK) sollte der Boden vor der K-Düngung aufgekalkt werden.

 Die K-Düngung muss auf Trockenstandorten bei Böden mit mehr als 12 % Ton vor der Saat erfolgen, damit der Raps sofort ausreichend Kali aufnimmt. Auf Böden mit geringer Sorptionsfähigkeit kann das Kalium im Herbst auch nach der Saat und im zeitigen Frühjahr gestreut werden.

 Insgesamt sollte die K-Düngung zum Raps im Herbst wenigstens die K-Aufnahme bis zum Winter decken. Raps nimmt vor Winter 100 bis 140 kg/ha K auf, das ist etwa die Hälfte des Kali-Gesamtbedarfes.

 Die Versorgung mit Kalium erfolgt

 

  • aus dem verfügbaren Bodenvorrat, d.h. aus dem im Bodenwasser enthaltenen gelösten Kalium und durch das austauschbare Kalium an den Bodenkolloiden.

  • aus der Freisetzung von Kalium aus den Ernterückständen: Anders als Stickstoff ist Kalium in der Pflanze in mineralischer löslicher Form enthalten und muss nicht mineralisiert werden. Der Bodenvorrat liegt entweder in gelöster Form in der Bodenlösung vor oder sobald die Strohrotte einsetzt, wird das meist in den Vakuolen enthaltene Kalium aus den Ernterückständen frei.

  • aus der K-Düngung: In der K-Wirkung gibt es zwischen mineralischen und flüssigen organischen Düngern kaum Unterschiede. Das Kalium im Festmist oder Komposten muss erst aus der Festsubstanz herausgespült werden, um dann wie ein K-Mineraldünger zu wirken.

Kalium- oder Ammonium-Ionen geben ähnliche Bindungseigenschaften an die Austauscher im Boden.  Zwischen Kalium und Ammonium bestehen deshalb enge Wechselbeziehungen. Kalium kann Ammonium vom Austauscher verdrängen und umgekehrt. Ammonium, das durch die Trockenheit im Frühjahr durch die Austauscher gebunden wurde, kann durch Kalium in Lösung gebracht und damit pflanzenverfügbar werden. Dadurch kann durch die K-Düngung eine Stickstoff-wirkung ausgelöst werden.