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21.09.2020

6 Vorteile der Herbstbehandlung

6 Vorteile der Herbstbehandlung

Norbert S

ADAMA-Fachinformation

Topics

Bodenbearbeitung Pflanzenschutz Herbizid

6 Vorteile der Herbstbehandlung

Warum Sie für Ihre Herbizid-Behandlung im Getreide den Herbst nutzen sollten

Zur Bekämpfung von Ungräsern stehen verschiedene Methoden zur Verfügung: neben den notwendigen ackerbaulichen und pflanzenbaulichen Maßnahmen sind Herbizide ein nicht wegzudenkender Baustein. Bei den Herbiziden kann die Behandlung sowohl im Herbst stattfinden als auch im Frühjahr. Oft werden auch beide Termine kombiniert. Wer aber bei der Herbizidstrategie nur auf das Frühjahr setzt, der vergibt Chancen. In diesem Artikel erfahren Sie die Vorteile, warum Sie Ihre Herbizidbehandlung bereits im Herbst beginnen sollten, besonders bei schwer bekämpfbaren Ungräsern, Resistenzgefahren oder beim Anbau von Wintergerste.

Die Probleme in der Ungras-Behandlung im Getreide nehmen zu: schwer bekämpfbare Ungras-Population breiten sich aus und immer mehr Flächen sind betroffen. Viele Ungräser wie Ackerfuchsschwanz und Windhalm werden zunehmend resistent – besonders gegenüber Blattherbiziden. Auch Gräser-Arten, die bisher kaum eine Rolle spielten, werden regional zum Problem, z. B. Trespen oder Weidelgras.

Trotzdem werden sehr viele Flächen erst im Frühjahr mit Herbiziden behandelt, so dass die Ungräser den ganzen Winter über Zeit haben, sich zu entwickeln und zu etablieren. Hohe Populationsdichten im Frühjahr sind oft die Folge. Das hat entscheidende Nachteile: die Bekämpfung wird schwieriger und das Auftreten von Resistenzen wahrscheinlicher, denn je größer eine Population, desto eher entwickelt sich eine Resistenz

Natürlich macht eine Herbstbehandlung nicht auf allen Flächen Sinn. So ist in sehr spät gedrilltem Weizen – z.B. nach Zuckerrüben – eine Herbizid-Behandlung im Herbst/Winter oftmals nicht notwendig und manchmal auch nicht mehr möglich. Auf den meisten anderen Flächen hat die Herbstbehandlung aber entscheidende Vorteile. Die 6 wichtigsten Vorteile haben wir Ihnen zusammengefasst.

Vorteil #1: Sie schalten die Konkurrenz zur Kultur frühzeitig aus

Für Ihre Getreidebestände ist es wichtig, sich vor dem Winter ausreichend weit zu entwickeln und zu etablieren. Ein Großteil der Ungras-Samen keimt allerdings bereits im Herbst aus: bis zu 80% beim Ackerfuchsschwanz und 90-100% beim Windhalm. Diese Ungräser stehen dann in direkter Konkurrenz zu den jungen Getreidepflanzen. Durch eine Herbizidbehandlung im Herbst schalten Sie Konkurrenten frühzeitig aus und sichern den Getreidepflanzen beste Bedingungen zur Etablierung.

Vorteil #2: Sie kontrollieren die Ungräser im Herbst einfacher

Eine einfache, aber wichtige Botschaft: Ungräser sind leichter zu bekämpfen, wenn sie klein sind – so wie kurz nach dem Auflaufen. Das sollten Sie gerade bei hohen Besatzdichten berücksichtigen, wo möglichst viel Konkurrenz schon vor dem Winter ausgeschaltet werden soll.

Vorteil #3: Sie entlasten die Frühjahrsbehandlung

Blattherbizide, wie sie im Frühjahr eingesetzt werden, kommen oft aus resistenz-gefährdeten Wirkstoffklassen - z.B. die ACCaseHemmer (HRAC-Gruppe A / 1) oder die ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe B / 2). Auch wenn diese Herbizide auf Ihren Schlägen noch wirken, sollten Sie das Risiko für eine Resistenzentwicklung minimieren.

Hohe Besatzdichten von Ungräsern nur im Frühjahr zu bekämpfen, ist daher mehr als grenzwertig.

Sorgen Sie deshalb dafür, dass ein Großteil der Ungräser schon vor dem Winter ausgeschaltet wird - durch den Einsatz von Bodenherbiziden, eventuell in Kombination mit Blattherbiziden sowie acker- und pflanzenbaulichen Maßnahmen. So reduzieren Sie den Druck auf die Frühjahrsbehandlung und können deren Wirksamkeit noch lange erhalten.

Vorteil #4: Sie können Bodenherbizide einsetzen

Bodenherbizide lassen sich sinnvoll nur im Herbst einsetzen. Mit dem Einsatz von Bodenherbiziden setzen Sie auch andere Wirkstoffklassen ein, die weniger resistenzgefährdet sind. Die Herbstbehandlung dient damit auch dem Zweck, aktiv weitere Resistenzbildung zu vermeiden.

Vorteil #5: Sie brechen Arbeitsspitzen im Frühjahr

Im Frühjahr gibt es viel zu tun: Neben der Herbizidbehandlung im Getreide stehen viele ackerbauliche Maßnahmen wie die Saatbettbereitung und Aussaat für Sommer- und zusätzlich noch die Düngemaßnahmen für alle Winter- und Sommerkulturen an. Wenn Sie im Getreide eine Herbizidbehandlung schon im Herbst durchführen, dann können Sie diese Arbeitsspitzen brechen.

Vorteil #6: Sonderfall Wintergerste

Durch den Winterstress ist Ihre Wintergerste empfindlicher gegenüber Herbiziden. Das macht sie anfälliger bei der Herbizidbehandlung im Frühjahr, wodurch Verträglichkeitsprobleme häufiger auftreten als bei der Herbstbehandlung.Behalten Sie für die Wintergerste einen weiteren wichtigen Punkt im Kopf: Zur Ungrasbekämpfung im Frühjahr steht Ihnen nur eine sehr schmale Wirkstoffpalette zur Verfügung. Deswegen haben Sie im Frühjahr kaum Möglichkeiten, Ungräser erfolgreich zu bekämpfen. Eine Herbstbehandlung ist also auch hier dringend angeraten.