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20.10.2020

Milchviehbetriebe überdurchschnittlich hoch technisiert

Milchviehbetriebe überdurchschnittlich hoch technisiert

Christiane Pietsch

DigiMilch

Topics

Viehhaltung Milch Rinder

8 von 10 Landwirten setzen in Deutschland auf digitale Technologien. Beim Einsatz von Robotertechnik liegen Milchviehbetriebe sogar deutlich über dem Durchschnitt der deutschen Landwirtschaft. Das geht aus einer Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LR) hervor.

Das sind beste Voraussetzungen für das Experimentierfeld DigiMilch, welches die Vernetzung digitaler Lösungen in der Milchviehhaltung optimieren will. Die Digitalisierung der Prozesskette Milch reicht von Sensoren, die bei der Ausbringung von Wirtschaftsdünger am Güllefass angebracht werden, um die Nährstoffgehalte zu messen, bis hin zu Fütterungs- und Melkrobotern, die die Arbeit im Milchviehstall erheblich erleichtern.

500 Landwirte wurden im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LR) im Februar und März 2020 befragt. 82 Prozent der Landwirte in Deutschland geben an, auf ihrem Betrieb digitale Technologien oder Anwendungen einzusetzen.

"Die Corona-Krise zeigt einmal mehr, wie wichtig eine funktionierende Agrar- und Ernährungswirtschaft in Deutschland ist. (…) Digitale Technologien und Anwendungen helfen Landwirten und Verbrauchern, besser aus der Krise zu kommen", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken fügt hinzu: "Auch bei den gesellschaftlichen Anforderungen an Umwelt, Biodiversität und Tierwohl sind digitale Techniken wichtiger Teil der Lösung."

Technik im Stall erleichtert Arbeit

Die Studie zeigt, dass bei den tierhaltenden Betrieben vor allem intelligente Fütterungssysteme im Trend liegen – mit 46 Prozent hat fast jeder zweite Landwirt ein solches System im Einsatz. Fast die Hälfte der Landwirte (45 Prozent) setzen GPS-gesteuerte Landmaschinen ein. 40 Prozent aller Landwirte arbeiten mit Agrar-Apps für das Smartphone oder Tablet. Ebenso viele steuern ihren Betrieb mithilfe von Farm- oder Herdenmanagementsystemen.

Eine intelligente und teilflächenspezifische Ausbringung von Pflanzenschutz- oder Düngemitteln ist bereits bei jedem Dritten (32 Prozent) im Einsatz – so werden Ressourcen und die Umwelt geschont. Mehr als jeder Vierte (28 Prozent) nutzt Sensortechnik, etwa zur tierindividuellen Überwachung oder zur Messung von Klima-, Boden- und Pflanzendaten. 19 Prozent setzen auf Künstliche Intelligenz, bei der mit Sensoren und Datenanalyse drohende Ausfälle von Anlagen und Maschinen frühzeitig erkannt werden.

Zwar setzen nur 12 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe Robotertechnik ein, bei Milchviehbetrieben ist der Automatisierungsanteil fast doppelt so hoch: 21 Prozent nutzen bereits Melkroboter.

Für das Experimentierfeld DigiMilch steht dieser Grad der Digitalisierung für das Optimierungspotential insbesondere bei Milchviehbetrieben: Denn die digitalen Systeme kommunizieren noch nicht effizient miteinander. Das zu erreichen ist das zentrale Ziel von DigiMilch.