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10.11.2020

Wirtschaftsdüngermanagement: Gülle im Fluss

Wirtschaftsdüngermanagement: Gülle im Fluss

Christiane Pietsch

DigiMilch

Topics

Düngung Viehhaltung Milch

Im Experimentierfeld DigiMilch gibt es fünf Demonstrationsprojekte, die sich mit der Digitalisierung entlang der Prozesskette der Milcherzeugung beschäftigen. Da die Anforderungen an einen effizienten Einsatz von Wirtschaftsdünger durch fachrechtliche Forderungen deutlich zunimmt, steht die Echtzeitmessung von Inhaltsstoffen mittels Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) im Fokus des Demonstrationsprojekts „Wirtschaftsdüngermanagement“.

Die Nährstoffgehalte in flüssigen Wirtschaftsdüngern können in Abhängigkeit der Tierart oder Substratzusammensetzung einer Biogasanlage sowie vieler weiterer Parameter stark variieren. Um die Nährstoffe jedoch möglichst bedarfs- und umweltgerecht ausbringen zu können, ist die genaue Kenntnis über die Inhaltsstoffe und des tatsächlichen Massen- oder Volumenstrom im Wirtschaftsdünger während der Ausbringung unerlässlich.

Verfahren wie Nahinfrarotspektroskopie oder Kernspinresonanzspektroskopie ermöglichen eine Echtzeitmessung von Inhaltsstoffen in flüssigen Wirtschaftsdüngern. Dabei werden die relevanten Nährstoffgehalte von N-Gesamt (NGes), Ammonium-N (NH4-N), Phosphat (P2O5), Kaliumoxid (K2O) und Trockenmasse (TM) mittels Sensoren während des Pumpvorgangs bzw. der Fahrt am Güllefass erfasst.

Nährstoffsensoren im Praxiseinsatz

DigiMilch überprüft die Genauigkeit der eingesetzten Sensoren unter Feldbedingungen und untersucht die Möglichkeiten der Vernetzung und Einbindung dieser Sensoren in digitale Farmmanagementprogramme. Dazu werden die Sensoren auf mehreren landwirtschaftlichen Praxisbetrieben eingesetzt.

Grundsätzlich können Online-Sensoren neue Wege der Nährstoffverwertung aus flüssigen Wirtschaftsdüngern ermöglichen. Im Zuge des Experimentierfeldes DigiMilch bleibt zu klären, ob während des gesamten Einsatzes eine gleichbleibende Messgenauigkeit gewährleistet werden kann.