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16.01.2021

Ferkel: DNA-Veränderung statt Kastration

Ferkel: DNA-Veränderung statt Kastration

Redaktion

gruuna.com

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Allgemein Schweine

Alternative zur Kastration männlicher Ferkel? Forschern des FLI ist die Geschlechterbestimmung durch Genomeditierung gelungen.

Seit 1. Januar ist die betäubungslose Kastration männlicher Ferkel verboten. Am Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) ist es nun gelungen Schweine genetisch so zu modifizieren, dass sie trotz eines männlichen Chromosomensatzes weibliche Geschlechtsmerkmale ausbilden. Dies könnte eine zukünftige Alternative zur Ferkelkastration darstellen, die dem für manche Menschen unangenehmen „Ebergeruch“ des Fleisches unkastrierter männlicher Mastschweine vorbeugen soll.

Chromosom wird ausgeschaltet

Die Studie beschreibt die Generierung genveränderter Schweine, bei denen eine bestimmte Region des Y-Chromosoms ausgeschaltet wurde. Es handelt sich dabei um die „High Mobility Group (HMG) Domäne“, eine zentrale Einheit innerhalb des SRY-Gens. Dieses hat eine Schlüsselrolle bei der frühembryonalen Geschlechtsbestimmung. Den Wissenschaftlern gelang es, diese HMG-Domäne auszuschalten. Dies führte zu Schweinen, die einen männlichen Chromosomensatz tragen, aber weibliche Geschlechtsmerkmale aufweisen.

Grundlage für Alternative zur Kastration männlicher Ferkel

In der Studie zeigte sich, dass die Geschlechtsorgane bei genetisch veränderten neun Monate alten Schweinen im Vergleich zu gleichaltrigen weiblichen Kontrolltieren signifikant kleiner blieben. Die Tiere waren unfruchtbar. Das legt laut der Forscher eine Beteiligung weiterer Gene an der Ausdifferenzierung der Geschlechtsorgane nahe. „Die Ergebnisse könnten die Grundlage für eine mögliche Alternative zur chirurgischen Kastration bei der kommerziellen Schweineproduktion zur Verhinderung des Ebergeruchs darstellen“, so Dr. Björn Petersen vom Friedrich-Löffler-Institut.

Foto: Wolfgang Ehrecke/pixabay.com (Symbolbild)