Back to the overview

28.01.2021

Erste virtuelle Berliner Agrarministerkonferenz: 76 Ressortchefs beschließen Abschlusskommuniqué

Erste virtuelle Berliner Agrarministerkonferenz: 76 Ressortchefs beschließen Abschlusskommuniqué

Alexander Valuta

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Topics

Politik Europa Ackerbau

Berliner Welternährungskonferenz: Regierungen einigen sich im Kommuniqué auf zukunftsgerichtete Landwirtschaft.

76 Agrarminister haben sich bei der 13. Berliner Agrarministerkonferenz beim Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) auf ein ambitioniertes Abschlusskommuniqué geeinigt. Ihr Thema: "Pandemien und Klimawandel: Wie ernähren wir die Welt?"

Corona erschwert den Kampf gegen den Hunger – Schätzungen gehen pandemiebedingt von 130 Millionen zusätzlichen Menschen aus, die hungern. „Gleichzeitig lehrt uns Corona, an welchen Hebeln wir ansetzen müssen, um Hunger zu bekämpfen. Einerseits müssen Lieferketten funktionieren, damit Nahrung verfügbar ist, Preise stabil und bezahlbar bleiben: Hohe Preise dürfen nicht mit dem Hunger von Menschen bezahlt werden,“ so Bundesministerin Julia Klöckner.

Bundesministerin Klöckner begrüßte am 22. Januar 2021 76 Amtskollegen aus aller Welt zur Agrarministerkonferenz im Rahmen des GFFA des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Der Generalsekretär der UN, António Guterres, sendete eine Videobotschaft, in der betonte, dass die Anstrengungen intensiviert werden müssen, um die Agenda "zero hunger" bis 2030 zu erreichen. Guterres sagte in seiner Botschaft: "Unsere Landwirtschaft sollte jedem Menschen, den Zugang zu einer gesunden Ernährung, angemessene Beschäftigungsmöglichkeiten und gleichzeitig das Minimieren von Abfall ermöglichen."

Verabschiedet wurde ein gemeinsames Kommuniqué, das übergeben wurde an ...

  • Patricia Espinosa Cantellano, Exekutivsekretärin des Sekretariates der Klimarahmenkonvention der UN

  • Dr. Agnes Kalibata, Sondergesandte des UN-Generalsekretärs für den Food Systems Summit 2021

  • Dr. Monique Eloit, Generaldirektorin der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE)

Abschlusskommuniqué nennt ambitionierte Ziele

In ihrem Abschlusskommuniqué verständigte sich die Agrarministerkonferenz unter anderem auf folgende Ziele:

  • Anstrengungen zu intensivieren, um trotz COVID-19 das UN-Ziel der Agenda 2030 "Kein Hunger" zu erreichen.

  • In der COVID-19-Pandemie die Lebensmittelproduktion aufrecht zu erhalten, Märkte offen und Lebensmittelketten funktionsfähig halten.

  • Um zukünftige Pandemien zu verhindern, den „One Health“-Ansatz zu unterstützen, die Tiergesundheit zu stärken, widerstandsfähige Tiergesundheitssysteme zu schaffen und das Gesundheitsmanagement für wildlebende Arten zu verbessern.

  • Um zum Klimaschutz beizutragen, die Kohlenstoffbindung in Böden zu verbessern, weitere Abholzung unserer Wälder zu bekämpfen,, Lebensmittelverluste und –-verschwendung zu reduzieren.

  • Die Klimaverhandlungen im Agrarbereich zu unterstützen und insbesondere das Koronivia Joint Work on Agriculture zu stärken.

  • Die Landwirtschaft bei der Anpassung an den Klimawandel durch Maßnahmen in den Bereichen Wasser, Biodiversität, Züchtung und Tierhaltung zu unterstützen.

  • Den Ansatz für integrierte, nachhaltige und resiliente Ernährungssysteme zu unterstützen und so einen Beitrag für den UN Food Systems Summit 2021 zu leisten.

Grenzüberschreitend zusammenarbeiten

Das Berliner Agrarministertreffen gilt als das politische Glanzlicht des GFFA. An fünf Tagen waren beim GFFA tausende hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erstmals virtuell zusammengekommen. Sie tauschten sich bei der internationalen Konferenz zu den zentralen Zukunftsfragen der globalen Land- und Ernährungswirtschaft aus. Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Feiler, hatte die Konferenz am 18. Januar eröffnet.

Unter dem Titel "Pandemien und Klimawandel: Wie ernähren wir die Welt?" ging es bei den Fachveranstaltungen des GFFA um die Sicherung der Welternährung und die Umsetzung des Menschenrechts auf angemessene Nahrung trotz Pandemien und Klimawandel.

Weltweit führende Konferenz

Das GFFA ist die weltweit führende internationale Konferenz zu zentralen Zukunftsfragen der globalen Land- und Ernährungswirtschaft. Sie findet seit 2009 jährlich unter dem Leitthema der Ernährungssicherung zu Beginn der Internationalen Grünen Woche in Berlin statt. Die Agrarministerkonferenz mit etwa 70 teilnehmenden Ministerinnen und Ministern bildet das politische Glanzlicht. Organisiert und geleitet wird das Forum vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Kooperation mit dem Senat von Berlin, der Messe Berlin GmbH und dem GFFA Berlin e. V.

Quelle: https://www.bmel.de/DE/themen/internationales/global-forum-for-food-and-agriculture/gffa2021.html