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02.08.2021

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 12/21 Ferkelaufzuchtfutter I und II aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern 

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 12/21 Ferkelaufzuchtfutter I und II aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern 

Leopold Tafel

Verein Futtermitteltest e.V.

Topics

Viehhaltung Schweine Futter und Fütterung Betriebsmittel Technik Tierhaltung

Für den Verein Futtermitteltest e.V. wurden im ersten Quartal 2021 in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern insgesamt sieben Ferkelaufzuchtfutter (FAZ) beprobt, auf ihren Energiegehalt und die wesentlichen Inhaltsstoffe untersucht und anschließend bewertet. Dabei handelte es sich um fünf Ferkelaufzuchtfutter I und zwei Ferkelaufzuchtfutter II der Hersteller Ceravis AG Karstädt (BB), ForFarmers Beelitz (BB) und UNA-HAKRA Hamburg (MV). 

Bei der Prüfung der Inhaltstoffe und der Einhaltung der Deklaration nach rechtlichen Vorgaben und der fachlichen Bewertung fiel kein Futtermittel negativ auf. Alle sieben Futter konnten mit der Note 1 bewertet werden. 

Für die untersuchten FAZ wurden unterschiedliche Einsatzbereiche angegeben: bis vier Wochen nach dem Absetzen mit entsprechender Rationsberechnung, bis acht Wochen nach dem Absetzen mit entsprechender Rationsberechnung, bis 12 kg Lebendmasse (LM) mit abgesenkten Mineralstoffgehalten für früh abgesetzte Ferkel, bis 15 kg LM bzw. ab 10/12 kg LM beim Auftreten von Verdauungsstörungen und ab 18/20 kg bis acht Wochen nach dem Absetzen. Wenn nicht anders angegeben werden beim Ferkelaufzuchtfutter I als Einsatzbeginn 8 kg und beim Ferkelaufzuchtfutter II 20 kg LM unterstellt, jedoch ist ein zielgerichteter Einsatz von Aufzuchtfutter ohne Hinweis auf den Einsatzbeginn (nur Angabe von Einsatzende oder -alter) schwierig. 

Die deklarierten Energiegehalte der fünf Futter für jüngere Ferkel (FA I) lagen in einer Spanne von 13,4 bis 15,0 MJ ME je kg Futter und bei den zwei Mischfuttermitteln für ältere Ferkel (FA II) jeweils bei 13,4 MJ ME je kg Futter. Die deklarierten Rohproteingehalte lagen zwischen 16,0 und 18,5 % bzw. bei 16,8 %. Der Gehalt der erstlimitierenden Aminosäure Lysin lag zwischen 1,16 und 1,50 % bei den FAZ I und bei 1,20 % bei den FAZ II. Die Aminosäure Methionin wurde bei einem Futtermittel eines Brandenburger Herstellers als Methionin-Hydroxy-Analog (MHA) ergänzt. Die angegebenen Methioningehalte lagen bei den Mischfuttermitteln für die jüngeren Ferkel zwischen 0,38 und 0,57 % bzw. bei 0,37 % beim FAZ II. Die Calcium- bzw. Phosphorgehalte der Mischfutter wurden zwischen 0,56 und 0,71 % für Calcium bzw. 0,49 und 0,55 % für Phosphor deklariert. 

Für alle geprüften Ferkelaufzuchtfutter wurden Herstellerangaben zu den zugesetzten Vitaminen und Spurenelementen gemacht. 

Ausführliche Erläuterungen zu den Richtwerten, zur Vorgehensweise und zur Bewertung der Futter durch den VFT sind im Internet unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort sind auch Tests aus anderen Regionen einsehbar. 

Kommentierung der Ergebnisse 

Bei der Überprüfung der Deklaration (Herstellerangabe) nach futtermittelrechtlichen Vorgaben konnten durch Laboranalyse die Angaben im Rahmen der amtlichen Toleranzen für alle Futter bestätigt werden. 

Üblicherweise werden Ferkelaufzuchtfutter für junge Ferkel wegen des begrenzten Futteraufnahmevermögens eher energiereich (≥ 13,4 MJ ME/kg) konzipiert. Geringere Gehalte sind in der Praxis für diätetische Zwecke oder für ältere Ferkel vorgesehen. 

Bei dem FAZ I Ferkel 13,4 pell von der Ceravis AG Karstädt wurde der Zusatz von MHA ausgewiesen, allerdings ohne Gehaltsangabe als Methionin-Äquivalent oder separater Angabe des zugesetzten Methionins aus MHA. 

Alle in diesem Test geprüften Mischfuttermittel enthielten einen Zusatz an Phytase. Phytase verbessert die Verwertung des Phosphors durch die Nutzung des pflanzlich gebundenen Phytinphosphors, so dass abgesenkte Phosphorgehalte im Futter realisiert werden können. 

Alle Futter erreichten sämtliche Vorgaben und konnten mit Note „1“ bewertet werden. Erfreulich ist, dass insbesondere die vier geprüften Aminosäuren bei allen Mischfuttermitteln in ausreichender Menge vorlagen, was Voraussetzung für eine gute Tierentwicklung und hohe Tageszunahmen ist. 

Die Untersuchungsergebnisse und ihre Interpretationen gelten nur für die geprüften Futtermittel der vorliegenden Testreihe und lassen keine Rückschlüsse auf andere Produkte der Hersteller zu.