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03.08.2021

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 18/21 Alleinfutter für Mastschweine aus Thüringen 

Vergleichender Mischfuttertest Nr. 18/21 Alleinfutter für Mastschweine aus Thüringen 

Leopold Tafel

Verein Futtermitteltest e.V.

Topics

Viehhaltung Schweine Futter und Fütterung Mess- und Prüftechnik Betriebsmittel Technik Tierhaltung

Im vorliegenden Mischfuttertest des VFT e. V. aus Januar bis März 2021 sind sieben Alleinfutter für Mastschweine aus fünf Herstellerwerken enthalten. Die Prüffutter stammen aus der Beprobung in Thüringen. 

Aus den Produktbezeichnungen, Fütterungshinweisen und Namen ergibt sich zwar ein Einsatz für unterschiedliche Einsatzbereiche / Mastphasen, wobei aber meist eine klare Einsatzbegrenzung fehlt. 

Informationen zum VFT und zu dessen Vorgehensweise bei der Bewertung werden unter www.futtermitteltest.de erläutert. Ebenso sind hier die Ergebnisse der übrigen VFT-Testreihen nach Region und Prüfzeitraum geordnet veröffentlicht. 

Kommentierung der Ergebnisse

Die geprüften Mastfutter basierten auf Getreide und Getreidenebenprodukten sowie Sojaextraktionsschrot, in einigen Futtern sind auch Rapsextraktionsschrot oder Trockenschlempe als Proteinträger eingesetzt. Als Faserquelle werden v.a. Weizenkleie, aber auch Erbsenschalen und Grünpellets genutzt. Bei fünf Futtern wird Phytase zur besseren Nutzung des pflanzlich gebundenen Phosphors ( Einsparung mineralischer Phosphor) zugesetzt, in einigen Fällen auch weitre Enzyme oder organische Säuren. Eine freiwillige Zusatzinformation mit Angabe der verwendeten Komponenten in % erfolgte nicht. Solche Zusatzinformationen wären aber hilfreich um das für die Darmgesundheit wichtige Prinzip der „Komponentengleichheit“ realisieren zu können. 

Für fünf Futter werden der Einsatzbeginn oder eine Einsatzspanne angegeben, zweimal lässt nur der Name des Futters den Einsatzzeitraum erahnen. Der Name oder die Bezeichnung „Vormast-“ bzw. „Endmastfutter“ ohne Angabe eines Einsatzbeginns reicht aber nicht aus, da diese Begriffe in der Praxis unterschiedlich interpretiert / umgesetzt werden, z.B. „Endmast“ ab 50, 70 oder 90 kg LM. Insofern ist eine genaue Angabe des Einsatzbeginns (ab x kg Lebendmasse oder von/ bis kg Lebendmasse) für eine angepasste Fütterung notwendig. Futter mit Einsatzbeginn ab 35 kg können im Mastverlauf durch Mittel- oder Endmastfutter abgelöst werden.

Die wichtigsten Nährstoffgehalte der Alleinfutter liegen laut Herstellerangaben zwischen 12,4 und 13,4 MJ ME/kg, 14 bis 17,5 % Rohprotein und 0,85 bis 1,16 % Lysin. Die Calcium- und Phosphor-gehalte liegen zwischen 0,60 und 0,86 % Ca bzw. 0,42 und 0,55 % P. Einbezogen ist ein energiearmes Futter für die ad-libitum-Fütterung in der Endmast.

Bei allen geprüften Mastfuttern bestätigten die Laborergebnisse die wichtigsten Energie- und Nährstoffangaben der Hersteller– somit ist drin was draufsteht. 

Im Rahmen der fachlichen Bewertung wird die Angabe und Einhaltung der angegebenen Energiewerte sowie die ausreichende Versorgung mit Aminosäuren (Lysin) und Mineralstoffen (Ca, P) im Hinblick auf den genannten Einsatzzweck bewertet. Mit einer Ausnahme hielten alle Mastfutter die Vorgaben ein und erreichten somit die beste Bewertung „1“. Das deuka Mastfutter gran wurde ohne Energieangabe ausgeliefert. Wegen Fehlens dieser für die Futterauswahl und -zuteilung nötigen Angabe wird dieses Futter abgewertet und erreicht nur die Bewertung „3“. 

Im Hinblick auf eine Absicherung der Magen- und Darmgesundheit werden für hochleistende Schweine mittlerweile mindestens 5 % Rohfaser im Futter empfohlen. Die Rohfasergehalte der geprüften Futter liegen laut Konzeption bei 3,6 - 5,5 (im Mittel 4,6 %). Die Laborbefunde (4,0 - 6,7 %) bestätigten die Deklarationen und sind im Mittel mit 5,2 % ausreichend.   

Die Untersuchungsergebnisse und ihre Interpretationen betreffen ausschließlich den vorliegenden Mischfuttertest. Sie lassen keine Rückschlüsse auf andere Produkte der Hersteller zu.