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27.07.2021

Lachgas – Was Sie darüber wissen sollten

Lachgas – Was Sie darüber wissen sollten

Jenny Gronostay

Humintech

Topics

Bodenbearbeitung Düngung Ökolandbau Ackerbau Betriebsmittel

Mit Huminsäuren Emissionen reduzieren

Lachgas ist ein Nebenprodukt natürlich ablaufender Prozesse in Böden und Ozeanen. Es entsteht durch bakterielle Nitrifikation und Denitrifikation und ist insofern Teil des natürlichen Stickstoffkreislaufs. Lachgas, oder Distickstoffoxid, weist in der Luft eine deutlich geringere Konzentration auf als z.B. CO2, gehört aber dennoch zu den drei wichtigsten Treibhausgasen. Es trägt etwa sieben Prozent zur menschengemachten globalen Erwärmung bei. Will die Menschheit die Folgen der Klimakrise begrenzen, müssen auch Lachgasemissionen reduziert werden. Huminstoffe spielen hier bereits seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle.

Die Dosis macht das Gift – Lachgas ist extrem klimarelevant

Die Konzentration von Lachgas in der Atmosphäre liegt heute bei circa 20 Prozent über dem vorindustriellen Niveau. Fast zwei Drittel der weltweiten Lachgas-Emissionen stammen dabei aus der Landwirtschaft, Tendenz steigend. Das ist ein großes Problem, denn Distickstoffoxid hat ein bis zu 300mal stärkeres Treibhausgaspotenzial als Kohlendioxid.

Lachgasemissionen - menschengemacht, Tendenz steigend

Eine wichtige landwirtschaftliche Quelle für Lachgasemissionen ist die Umsetzung von Mineral- und Wirtschaftsdünger sowie von Ernterückständen. Die Emissionsbelastung aus Wirtschaftsdünger ist hierbei signifikant höher als bei mineralischem Dünger. Der erhöhte Bedarf an Nahrungs- und Futtermitteln durch die wachsende Weltbevölkerung und teilweise veränderte Essgewohnheiten führten einem internationalen Forschungsteam zufolge in den letzten Jahrzehnten zu einem weltweiten Anstieg der Lachgasemission. Grund dafür sind vor allem wachsende Nutztierbestände.

Zu viel des Guten – wenn Schläge überdüngt werden

Eines der Hauptprobleme besteht darin, dass mehr gedüngt wird, als die Pflanzen aufnehmen können. Das liegt zum einen daran, dass die riesigen Tierbestände Unmengen von organischem Dünger produzieren, der auf die Felder ausgebracht wird. Aber auch klimatische Faktoren, die Temperaturverläufe über das Jahr, allgemeine Bodenbedingungen sowie die Düngetechniken beeinflussen die Höhe der Lachgasemissionen.

Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen

Entwicklungen bspw. in Europa zeigen, dass es möglich ist, die Emission von Lachgas zu reduzieren. Hier ist der Ausstoß, entgegen des globalen Trends, seit einigen Jahrzehnten rückläufig. Allem voran führt eine präzise Düngung sowie eine exakte Bestimmung des Düngebedarfs der Pflanzen zu weniger Nitrifikation. Zudem sollten die Humusbilanz des Bodens und die Nährstoffzusammensetzung des organischen Düngers mit einbezogen werden. Eine Reduktion des Tierbestands verringert die entstehende Menge an Wirtschaftsdünger und verbessert die Stickstoffbilanz des Betriebes zusätzlich. Damit Landwirt:innen diese Maßnahmen ohne existenzbedrohliche Verluste umsetzen können, braucht es vor allem unterstützende gesetzliche Rahmenbedingungen.

Mit Huminsäuren die Nitrifikation hemmen

Um die Nitrifikation und damit die Emission von Lachgas aus organischem Dünger zu reduzieren, können Düngemitteln außerdem Nitrifikationshemmstoffe beigegeben werden. Wie die Teilnehmenden der Internationalen Bodensee Konferenz über die Düngeraufbereitung im Jahr 2009 bereits festhielten, gehören braunkohlebasierte Produkte wie Huminsäuren zu den erfolgreichsten Betriebsmitteln bei der Behandlung von Gülle. Sie können die Emissionen um bis zu 99 Prozent reduzieren. Produkte wie HUMODOR® WSG Micro Granule haben einen besonders hohen Huminstoffgehalt und helfen, schädliche Gase und Gerüche zu adsorbieren und einen hochwertigen Wirtschaftsdünger zu erzeugen.

Noch mehr gute Gründe für Huminsäuren

Huminsäuren überzeugen auch über die Reduktion von Lachgasemissionen hinaus. Sie verringern ebenso den Ausstoß weiterer schädlicher und übelriechender Gase wie Methan, Schwefelwasserstoff und Ammoniak um bis zu 99 Prozent. Laut Messungen der FH Lausitz sanken die Geruchseinheiten von mit Huminsäuren behandelter Gülle schon nach wenigen Stunden um 75 Prozent.

Doch nicht nur im Wirtschaftsdünger entfalten Huminsäuren ihre qualitätsverbessernde Wirkung. Nach Ausbringung des Düngers arbeiten sie im Boden weiter. Sie verbessern die Bodenbeschaffenheit, indem sie die Bodenbiologie anregen. Sie erhöhen die Nährstoffverfügbarkeit und optimieren den Wasserhaushalt im Boden-Pflanze-System.

In einer umfassenden Strategie zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel können huminsäurebasierte Produkte eine wichtige Rolle spielen. Ihre einfache Anwendung und risikofreie Wirkweise machen sie zu wertvollen Verbündeten im Kampf um fruchtbaren Boden und die Reduktion von Emissionen.