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31.07.2021

Fulvosäuren in der Aquakultur

Fulvosäuren in der Aquakultur

Jenny Gronostay

Humintech

Topics

Bio Aquakultur Futter und Fütterung Betriebsmittel

Eine nebenwirkungsfreie und nachhaltige Alternative zu künstlichen Arzneien

Speisefisch erfreut sich in der Bundesrepublik konstanter Beliebtheit. Mehr als 2,2 Tonnen Fisch und Fischereierzeugnisse haben die Deutschen 2018 konsumiert. Das sind 13,7 kg pro Person. Süßwasserfische machen circa 26,5 Prozent des Marktanteils aus. Jeder zweite Fisch entstammt der Aquakultur – am häufigsten liegen Forellen auf den Tellern. Die Regenbogenforelle ist damit der wichtigste Speisefisch der deutschen Fischzucht.

Ohne Aquakultur geht in der Welt nichts mehr

Die Aquakultur wird für die weltweite Versorgung mit tierischem Protein zunehmend wichtiger. Der hohe Druck, der auf der Nutzung natürlicher Ressourcen wie Ozeane und Meere liegt, macht die intensive Fischzucht unverzichtbar. Oft bedeutet intensive Fischzucht aber auch viel Stress für die Tiere. Hohe Besatzdichte und Wasserexposition schwächen das Immunsystem der Tiere und machen im schlimmsten Fall den Einsatz von Medikamenten notwendig.

Doch gerade gegen den Einsatz von Antibiotika gibt es auf Verbraucher:innenebene viele Vorbehalte. Obwohl der Einsatz von chemischen Therapeutika, vor allem in Deutschland, strengen Auflagen und Kontrollen unterliegt und nur unter bestimmten Bedingungen überhaupt erlaubt ist. Um dem Wunsch der Verbrauchenden nach gesunder und sicherer Nahrung gerecht zu werden und gleichzeitig gewinnbringend produzieren zu können, lohnt sich für die intensive Fischzucht der Einsatz von bestimmen Fulvosäuren.

Win-Win für Züchter:innen, Tiere und Konsumierende

Fulvosäuren als Wasseraufbereiter können einen entscheidenden Unterschied machen und die Lücke zwischen Zuchtpraxis und Verbraucher:innenwünschen schließen. Unter der Überschrift „Phenolreiche Fulvosäure als Wasserzusatz begünstigt das Wachstum, reduziert Stress und stimuliert das Immunsystem von Fischen in der Aquakultur“ veröffentlichte Thora Lieke jüngst die Ergebnisse des ersten Teilprojekts ihrer Doktorarbeit auf scientific reports (PDF) in Zusammenarbeit mit Dr. Christian E.W. Steinberg von der Humboldt Universität zu Berlin und in Kooperation mit HUMINTECH.

Die Huminstoffe haben folgende bestätigte Wirkungen auf die Fischpopulation:

⇒ Schnelleres Wachstum: Die Zugabe von phenolischer Fulvosäure (PF) zum Wasser verbessert das Wachstum der Tiere und damit die Gewichtszunahme über die Zeit.

⇒ Höhere Stresstoleranz: PF verringert die Stressreaktion der Tiere durch Handlingsstress, insbesondere Luftexposition.

⇒ Bessere Immunabwehr: PF steigert die Abwehrreaktion der Phagozyten und erhöht dadurch die fischeigene Immunabwehr.

Den Ergebnissen zufolge ist die Zugabe unserer Fulvosäure ins Wasser ein einfacher sowie natürlicher Weg, um die Gesundheit und das Wachstum der Fische deutlich zu verbessern. Dem Einsatz von Antibiotika kann so vorgebeugt werden. Das reduziert potenziell Kosten und erhöht gleichzeitig die Akzeptanz der Produkte bei zunehmend kritischen Verbrauchenden.

Fulvosäuren als Wasserzusatz – So einfach wie effektiv

Der Vorteil von Fulvosäure als Wasserzusatz gegenüber Futtermittelzusätzen liegt auf der Hand: Während Futtermittel nicht allen Tieren gleichermaßen zukommen, da nicht alle Tiere gleich viel Nahrung aufnehmen, sieht das bei Wasserzusätzen anders aus. Die Wirkstoffe verteilen sich gleichmäßig im Wasser und können von allen Tieren der Population über die Kiemen aufgenommen werden. Die positive Wirkung kommt so verlustfrei sämtlichen Fischen zugute.

Auf die Qualität kommt es an

Huminstoffe sind in unserer natürlichen Umwelt allgegenwärtig. Ob in Böden, Gewässern oder in geologischen Formationen: Sie entstehen durch chemische und biologische Ab- und Umbauprozesse aus pflanzlichen und tierischen Stoffen. Doch Huminstoffe sind nicht gleich Huminstoffe. Die Qualität, die Herkunft der Ausgangsressource sowie die technische Verarbeitung sind Schlüsselfaktoren für die Eignung von Huminstoffen in der Aquakultur. Höchste Qualität ist entscheidend für den erfolgreichen Einsatz als Wasserzusatz und sollte strengstens beachtet werden.

Wichtige Merkmale dabei sind der Gehalt an Huminsäuren und Fulvosäuren nach ISO 19822, die Güte der Ausgangsressource in Bezug auf schädliche Spurenelemente sowie die Zertifizierung nach GMP+. Die HUMINTECH GmbH kann für diese Qualität garantieren.

Fulvosäuren – hervorragender Wasserzusatz mit viel Potenzial

Nicht zuletzt die Kooperation mit Thora Lieke hat uns darin bestärkt, unsere Erkenntnisse zum Einsatz von Huminstoffen in der Aquakultur zu erweitern. Jüngste Ergebnisse deuten beispielsweise auf eine positive Wirkung bei Garnelen und deren Ausfärbung hin. Weitere Beobachtung legen eine Stimulation des Paarungsverhaltens von Maulbrütern und Regenbogenfischen nahe.

Besonderes Augenmerk liegt derzeit auf der Substitution von Malachitgrün zur Bekämpfung von Ichthyophthiriose (Weißpünktchenkrankheit) bei Kampffischen.

Das Potenzial von Huminstoffen in aquatischen Systemen ist enorm und längst nicht voll erkannt. Auch im heimischen Aquarium entfalten sie ihre Wirkung, mehr dazu hier:

Wasserlösliche Huminstoffe für Fischgesundheit

Fulvosäuren bewahren die Gesundheit im Aquarium