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30.07.2021

Multi-Fuel-Traktor mit Biokraftstoffen erfolgreich

Multi-Fuel-Traktor mit Biokraftstoffen erfolgreich

Leopold Tafel

idw - Informationsdienst Wissenschaft

Topics

Energie Energiepflanzen Ackerbau Betriebsmittel Smart Farming Nachhaltige Landwirtschaft Technik Fahrzeugtechnik und Elektronik

Dr. Torsten Gabriel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Forscher zeigen Optionen für Treibhausgas-Einsparung in der Landwirtschaft auf

Der Landmaschinenhersteller John Deere, das Technologie- und Förderzentrum Straubing und die Technische Universität Kaiserslautern haben gemeinsam ein Konzept für einen Multifuel-Traktor bzw. für Multifuel-Motoren in Landmaschinen entwickelt. Das Motorsystem erlaubt den Einsatz zweier nachhaltiger Biokraftstoffe, wie Pflanzenölkraftstoff oder Biodiesel, oder konventionellem Dieselkraftstoff. Die Kraftstoffe können als Mischungen oder als Reinkraftstoffe genutzt werden.

Neben dem Preisabstand zum Dieselkraftstoff ist die Beschränkung auf einen Kraftstoff für die gesamte Nutzungsdauer eines Schleppers ein Hemmnis für die Nutzung von Biokraftstoffen in der Landwirtschaft. In dem Projekt „Entwicklung und Feldtest eines Abgasstufe 5 Multi-Fuel-Traktors (Must5-Trak)“ wurden Pflanzenölkraftstoff, Biodiesel, aber auch konventioneller Dieselkraftstoff als Reinkraftstoffe und in diversen Mischungen erfolgreich getestet. Verschiedene Sensoren erkennen diese Kraftstoffmischungen, so dass über die Motorsteuerung die Wahl der optimalen Betriebspunkte erfolgt.

Damit könnten Land- und Forstbetriebe CO2-Emissionen senken und auf Preisvolatilität bzw. unterschiedliche Verfügbarkeit am Kraftstoffmarkt reagieren. Die Abgasvorschriften nach EU Stufe V werden mit allen Kraftstoffkombinationen eingehalten. Ein Hemmnis beim Einsatz von Biokraftstoffen wäre damit beseitigt, was Landwirten ermöglicht, hohe Anteile erneuerbarer, klimafreundlicher Kraftstoffe zu nutzen.

Das Projekt MUST5-TRAK, das als Verbundforschungsvorhaben vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert wird, geht nach rund drei Jahren Forschung dem Ende entgegen. Die Ergebnisse des Projektes werden im Detail am 12. August 2021 im Rahmen der Abschlussveranstaltung vorgestellt. Die Veranstaltung findet online statt. Informationen zum Programm und für die Anmeldung finden Sie unter: https://www.tfz.bayern.de/multifuel

Quelle: idw